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Rauchen Das Geschäft mit E-Zigaretten wächst weiter – auch dank viel Werbung

Die Branchen-Lobbyisten wollen für ihre Industrie eine Ausnahme vom sich abzeichnenden Tabakwerbeverbot erreichen. Doch die Chancen dafür sinken.
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Das Geschäft mit der elektronischen Zigarette wächst weiterhin.
E-Zigarette

Das Geschäft mit der elektronischen Zigarette wächst weiterhin.

Hamburg E-Zigaretten sind in Deutschland weiterhin ein boomendes Geschäft: Laut einer Umfrage des Verbands Bündnis für Tabakfreien Genuss hat der geschätzte Umsatz der Händler 2019 um 25 Prozent auf 570 Millionen Euro zugelegt. Für 2020 erwarten die Befragten demnach ein weiteres Plus um 20 Prozent auf 680 Millionen Euro.

Die erwartete leichte Abschwächung des Wachstums liege zum einen am Basiseffekt, also an der höheren absoluten Umsatzsumme, sagte Verbandschef Dustin Dahlmann dem Handelsblatt. Zum anderen müsse die Branche neue, konservativere Zielgruppen erreichen: Innovationsfreudige Raucher seinen bereits weitgehend umgestiegen.

Daher sei es wichtig, verstärkt auch über Zeitungskioske zu verkaufen. Bislang machen spezialisierte Fachhändler einen Großteil des Geschäfts – auch online. Mit den starken Zahlen will der Gründer des Hamburger E-Zigaretten-Unternehmens Innocigs bei der Politik um Unterstützung werben. Die E-Zigaretten-Lobbyisten wollen eine Ausnahme vom sich abzeichnenden Tabakwerbeverbot erreichen. Ihr Argument: E-Zigaretten böten Rauchern eine risikoärmere Alternative.

Der Markt ist allerdings im Umbruch. Während ab 2008 zunächst kleinere Anbieter mit häufig aus Asien importierten Liquids wuchsen, sind seit weniger Jahren auch Tabakkonzerne wie BAT im großen Stil in das Geschäft mit elektronischen Zigaretten eingestiegen.

Dahlmann befürchtet, dass der Einstieg der großen Tabakmultis in den Markt die Diskussion verschiebt und ein Werbeverbot für E-Zigaretten wahrscheinlicher wird. Zunehmend werde der Verdacht laut, die Tabakkonzerne wollten mit E-Zigaretten ihr Geschäft retten, sagte Dahlmann. Das sei allerdings für die mittelständisch geprägte Branche ein falscher Eindruck.

Verbraucherschützer in Deutschland raten hingegen dazu, mit dem Rauchen ganz aufzuhören. Sie warnen, E-Zigaretten könnten junge Menschen in die Nikotinsucht führen und plädieren daher für Werbeverbote, wie sie in anderen EU-Ländern bereits gelten. Dahlmann will mit einer Selbstverpflichtung der Branche dagegenhalten. Demnach sollen in E-Zigaretten-Werbung etwa nur Menschen über 30 Jahren abgebildet werden, keine Sportler gezeigt werden und keine Comicfiguren.

Das soll sicherstellen, dass sich nur erwachsene aktive Raucher angesprochen fühlen. „Diese Leitlinien sollen für die Verbandsmitglieder verpflichtend werden. Wir wollen Druck ausüben auf Unternehmen, die sich möglicherweise nicht daran halten“, sagte Dahlmann. Auch auf europäischer Ebene will er die Branche sichtbarer machen – und ist daher an der Gründung eines europäischen Branchenverbands in Brüssel beteiligt. Die maßgebliche Regulierung passiert in Brüssel über die Tabakproduktrichtlinie, die neuerdings auch E-Zigaretten umfasst.

Dahlmanns eigenes Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat gerade neue, größere Büros bezogen. Die Mitarbeiterzahl ist nach seinen Angaben auf knapp 150 gestiegen, der Umsatz lag demnach 2018 bei knapp 50 Millionen Euro – nach 30,5 Millionen Euro im Vorjahr. Dazu beigetragen hat Plakatwerbung, die Innocigs verstärkt einsetzt.

Mehr: Nutzer von Nikotin-Alternativen ahnen nicht, was sie sich antun: Warum E-Zigaretten, Shishas und Co. die Lunge nicht schonen.

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