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Reaktion auf Coronakrise Tui setzt größtenteils den Betrieb aus und will Staatshilfen beantragen

Der Reisekonzern stellt wegen der Corona-Pandemie den Großteil seines Betriebs ein. Auch die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zieht Tui zurück – und will Staatshilfen beantragen.
16.03.2020 Update: 16.03.2020 - 02:18 Uhr Kommentieren
Der Reisekonzern stellt den Großteil seines Betriebs ein. Quelle: Reuters
Tui-Flugzeug

Der Reisekonzern stellt den Großteil seines Betriebs ein.

(Foto: Reuters)

New York, Hannover Der Reisekonzern Tui hat den größten Teil seines operativen Geschäfts wegen des Coronavirus bis auf weiteres ausgesetzt. Davon betroffen sind auch Pauschalreisen, Kreuzfahrten und der Hotelbetrieb. So wolle Tui „einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen der Regierungen leisten“, die Folgen der Verbreitung des Covid-19-Erregers abzuschwächen.

Zudem zieht Tui seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurück. Der Vorstand sieht davon ab eine neue Prognose abzugeben, wie der Konzern am Sonntagabend erklärte.

„Wir ergreifen einschneidende Kostenmaßnahmen, um die Auswirkungen auf unser Ergebnis abzumildern“, teilte Tui mit. „Darüber hinaus haben wir beschlossen, Staatsgarantien zur Unterstützung des Unternehmens zu beantragen, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.“ Aktuell verfügt Tui den Angaben zufolge noch über Finanzmittel und verfügbare Kreditfazilitäten in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro.

Tui ist nicht der einzige Konzern, der über Staatshilfen nachdenkt. Auch die Lufthansa will mit Regierungen über eine mögliche Unterstützung sprechen, sofern diese nötig werden sollte. Damit sind auch Liquiditätshilfen gemeint.

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    Erst am 11. Februar hatte Konzernchef Friedrich Joussen die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 vorgestellt. Der CEO rechnete da noch mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern von bis zu 1,05 Milliarden Euro. Auch wenn der Ausblick bescheiden war, blickte Joussen positiv in die Zukunft. Die Buchungen für den Sommer seien sehr gut, sagte Joussen.

    Der Reisekonzern leidet auch unter dem Flugverbot der Boeing 737 Max. Das Boeing-Debakel wirkte sich auf die Zahlen des ersten Quartals aus. So fiel das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern von minus 83 Millionen auf minus 147 Millionen Euro. Verluste im reiseschwachen ersten Quartal sind typisch für die Branche. Aber durch den teuren Ersatz für die Boeing 737 Max kam eine Belastung von 45 Millionen Euro hinzu.

    Kurzarbeit bald möglich

    Joussen hatte bereits in der vergangenen Woche Prüfungen angekündigt, wo angesichts schwacher Nachfrage Kapazitäten heruntergefahren werden müssen und gespart werden könne. Der Konzern hatte auch ein Schiff aus Asien zurückgeholt und mehrere Kreuzfahrtreisen abgesagt. Zudem laufen bei Tui Deutschland Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat zur Einführung von Kurzarbeit. „Ziel ist es, eine zeitnahe Einführung zu ermöglichen“, sagte ein Sprecher.

    „In dem sich gegenwärtig schnell verändernden Umfeld bleiben die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gäste und Mitarbeiter auf der ganzen Welt von höchster Wichtigkeit“, begründete Tui die drastischen Schritte zum Wochenbeginn. Man habe dies entsprechend den Vorgaben verschiedener Regierungen entschieden. Zuvor hatte der Konzern schon das Reiseprogramm nach Spanien bis zum 27. März abgesagt. Was die Aussetzung großer Betriebsteile nun konkret für die Kunden bedeutet, war zunächst nicht bekannt.

    Zum Kreuzfahrtgeschäft hatte Tui Cruises zunächst erklärt, es sei keine Option, dieses komplett anzuhalten. Die Kosten für einige abgesagte Reisen würden Kunden automatisch erstattet. Wo es nötig und möglich sei, würden die Routen mit anderen Häfen angepasst. Zuvor hatte die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises alle Fahrten wegen der Coronavirus-Ausbreitung bis Anfang April eingestellt. Nach Informationen der „Financial Times“ ist auch ein Einstellungsstopp geplant.

    Joussen hatte gesagt, dass Tui seine Kunden und Mitarbeiter auf möglicherweise länger andauernde Folgen der Viruskrise vorbereite. Dazu gehörten „selbstverständlich“ auch Sparmaßnahmen: „Es ist schon so, dass wir Investitionen, die wir geplant hatten, zurückstellen.“ Nicht prioritäre Projekte sollen nach hinten geschoben werden.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: „Die Reisebüros sind leer“ – Verunsicherung im Tourismus nimmt wegen Coronavirus zu.

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