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Reckitt Benckiser Konsumgüterriese kauft US-Babynahrungskonzern

Reckitt Benckiser stößt in ein neues Geschäftsfeld vor und übernimmt in einem milliardenschweren Deal den Babynahrungshersteller Mead Johnson. Der britische Konsumgüterriese zahlt dabei rund 16,6 Milliarden Dollar.
Update: 10.02.2017 - 11:05 Uhr Kommentieren
Mit der Übernahme stößt Reckitt Benckiser in ein völlig neues Geschäftsfeld vor. Quelle: Reuters
Milchpulver von Mead Johnson

Mit der Übernahme stößt Reckitt Benckiser in ein völlig neues Geschäftsfeld vor.

(Foto: Reuters)

LondonDer britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser erschließt sich mit einer milliardenschweren Übernahme in den USA den Markt für Babynahrung. Der Hersteller von Produkten wie Sagrotan-Reiniger, Nurofen-Fiebersaft und Durex-Kondomen teilte am Freitag mit, für 16,6 Milliarden Dollar Mead Johnson Nutrition aus dem Bundesstaat Illinois zu kaufen. Mead ist vor allem für die Säuglingsnahrung Enfamil bekannt.

Der Zukauf ist der größte für Reckitt Benckiser überhaupt und 2017 bereits der zweite Mega-Deal in der Gesundheitsbranche, nachdem der US-Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson die Übernahme des Schweizer Biotechunternehmens Actelion für rund 30 Milliarden Dollar angekündigt hatte.

Die Mead-Übernahme solle im dritten Quartal 2017 abgeschlossen werden, teilte Reckitt Benckiser weiter mit. Das Gesamtvolumen des Geschäfts liege einschließlich Schulden-Übernahme bei 17,9 Milliarden Dollar. Mit dem Kaufpreis von 90 Dollar je Aktie in bar zahlt das in Slough bei London ansässige Unternehmen einen Aufschlag von 30 Prozent auf den Mead-Kurs vom Mittwoch vergangener Woche – einen Tag, bevor die Übernahmepläne bekanntwurden. Dem Zukauf müssen noch Aufsichtsbehörden und Aktionäre zustimmen.

Zu den Eignern gehört auch die deutsche Industriellenfamilie Reimann, die an Reckitt Benckiser einen Minderheitsanteil hält. Durch die Reimanns hat das Unternehmen seine Wurzeln auch in Deutschland, weil es 1999 aus einem Zusammenschluss ihres Ludwigshafener Spezialchemiekonzerns Benckiser mit dem britischen Unternehmen Reckitt hervorgegangen ist. Die Reimanns bauten in den vergangenen Jahren ein Kaffee- und Kosmetik-Imperium auf und gehören zu einer der reichsten Familien Deutschlands.

Wofür die Europäer am meisten ausgeben
Platz 10: Hosen (Damen)
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Mode geht immer: Im Jahr 2016 liegt der Umsatz mit Hosen und Jeans aus dem Bereich Damenbekleidung in Europa bei insgesamt 30,7 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Herren kommen nur auf einen Umsatz von 26,6 Milliarden Euro.

Quelle: statista.com. Die Rangfolge beruht auf den Daten des Statista Consumer Market Outlook und zeigt die Anteile der wichtigsten Produktkategorien am gesamteuropäischen Inlandsangebot von Fast Moving Consumer Goods und Bekleidung.

(Foto: dpa)
Platz 9: T-Shirts und Unterhemden
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Laut der Studie lassen sich die Männer und Frauen aus Europa T-Shirts und Unterhemden jährlich um die 32,4 Milliarden Euro kosten. Der Wachstum in diesem Markt fällt allerdings zurück.

(Foto: dpa)
Platz 8: Brot
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Deutsches Brot ist weltweit beliebt, seit 2011 befindet es sich auf dem Weg, zum Weltkulturerbe der Unesco zu werden. Europaweit wird in 2016 Brot in einem Gesamtwert von 34,6 Milliarden Euro gekauft.

(Foto: dpa)
Platz 7: Tafelwein
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Laut Statista wurden im vergangenen Jahr allein in Italien rund 20,5 Millionen Hektoliter Wein getrunken. In Europa wird in diesem Jahr Wein im Gesamtwert von 38,9 Milliarden Euro gekauft. Außerdem auf Platz sieben: Lederschuhe.

(Foto: dpa)
Platz 6: Käse
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Käse oder Wurst? Die Europäer mögen lieber das Milcherzeugnis. 39,2 Milliarden Euro geben sie dafür im Jahr 2016 aus, für Wurst nur 31 Milliarden.

(Foto: dpa)
Platz 5: Aufschnitt, Braten und Fleischwaren
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Dafür schlagen sie beim Fleisch zu: 46,7 Milliarden Euro beträgt der Umsatz in diesem Bereich (ohne Wurstwaren, Schinken und Speck).

(Foto: dpa)
Platz 4: salzige und süße Kuchen und Gebäcke
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Nach herzhaft kommt süß – oder in diesem Fall davor, denn Kuchen und Gebäck schaffen es auf Platz 4. 48,8 Milliarden Euro geben die Europäer für die Leckereien aus.

(Foto: dpa)

Mead Johnson wurde 2009 vom US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb abgespalten und galt seitdem wegen seiner starken Präsenz in den rasant wachsenden Märkten Asiens und Lateinamerikas als Übernahmeziel. Reckitt-Benckiser-Chef Rakesh Kapoor erklärte am Freitag, er habe Mead schon seit einigen Jahren im Visier gehabt. Doch auch der französische Danone-Konzern und Nestlé aus der Schweiz galten als potenzielle Käufer. Mead setzte 2016 umgerechnet gut 3,5 Milliarden Euro um.

Reckitt kam vergangenes Jahr auf einen Umsatz von 11,6 Milliarden Euro, wie die Briten am Freitag ebenfalls mitteilten. Das auf Reinigungsmittel und freiverkäufliche Arzneien spezialisierte Unternehmen verspricht sich von der Übernahme des Babymilch-Konzerns nicht nur ein ganz neues Geschäftsfeld, sondern auch die Stärkung der eigenen Präsenz in Asien. Binnen drei Jahren nach dem Zukauf soll Mead den Gewinnzuwachs im zweistelligen Prozentbereich nach oben treiben. Ab dem selben Zeitpunkt hoffen die Briten auf Kosteneinsparungen von jährlich 200 Millionen Pfund.

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