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Regionalflughäfen Fraport darf in Griechenland landen

Fraport bekommt grünes Licht für den Betrieb von 14 Regionalflughäfen in Griechenland. Für das Unternehmen ist das ein wichtiger Schritt. Denn der Konzern hatte zuletzt im Ausland wenig Glück.
Update: 18.08.2015 - 10:48 Uhr 7 Kommentare

Fraport darf griechische Flughäfen kaufen

Frankfurt Gute Nachrichten für Fraport-Chef Stefan Schulte: Der Flughafenbetreiber wird nach langem Zögern der Regierung rund um Ministerpräsident Alexis Tsipras wohl wie geplant den Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen übernehmen können. Am Dienstagmorgen gab die Regierung die grundsätzliche Entscheidung zu weiteren Gesprächen bekannt. Die brauchen zwar nun noch ein wenig Zeit. Doch es zeichnet sich ab, dass die Entscheidung deutlich schneller fallen wird als erwartet. Eigentlich sollten die Gespräche bis November dauern. Doch Tsipras gibt offensichtlich Gas bei den von den Gläubigern geforderten  Privatisierungen, die 50 Milliarden Euro bringen sollen.

Für Fraport ist ein Zuschlag wichtig. Es wäre seit längerem mal wieder ein Erfolg bei der Expansion im Ausland. In den zurückliegenden Jahren hatte Fraport bei Ausschreibungen stets den Kürzeren gezogen. In Spanien wurden in den Augen des Managements viel zu hohe Preise gefordert, in Portugal oder Brasilien wurde Fraport von Rivalen überboten.

Das Auslandsgeschäft ist für Fraport aber wichtig, um das eigene Wachstum abzusichern. Zwar wird Fraport auch am Heimatflughafen in Frankfurt zumindest in den kommenden Jahren weiter zulegen können. Der Bau eines dritten Terminals wird demnächst starten. Doch darüber hinaus wird es für Fraport langfristig schwer werden, in der Heimat weiter zu expandieren. Experten erwarten, dass nach der Fertigstellung des dritten Terminals in Frankfurt und dem geplanten Bau einer dritten Bahn am zweitgrößten deutschen Drehkreuz in München auf absehbare Zeit kein größeres Flughafenprojekt mehr in Deutschland politisch eine Chance haben wird. Zu groß sind die Widerstände in der Bevölkerung gegen solche Infrastruktur-Vorhaben.

Also braucht Fraport-Chef Schulte das Ausland. Im vergangenen Jahr steuerte das Geschäft jenseits der deutschen Grenze bereits 37,3 Prozent zum Konzerngewinn bei. Alleine die Türkei, wo Fraport 1999 den Flughafen Antalya erworben hat, lieferte 15,2 Prozent des Gewinns. Weitere 12,8 Prozent kamen aus Peru mit dem Flughafen Lima.

Diese Verkäufe sollen Athens Kassen füllen
Flughäfen
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Im vergangenen Herbst bekam der deutsche Flughafenkonzern Fraport den Zuschlag für eine auf 40 Jahre laufende Konzession zum Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen, einer davon ist der in Rhodos (Foto). Die neue Regierung unter Tsipras war zunächst dagegen. Am 18. August hat sie dem Verkauf für rund 1,2 Milliarden Euro doch zugestimmt.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Seehäfen
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Die Betreibergesellschaften der Häfen von Piräus (Foto) und Thessaloniki sollen privatisiert werden. Die Regierung erwartet Erlöse von 610 Millionen Euro. Zu den Interessenten gehört auch der staatliche chinesische Logistikkonzern Cosco. Er betreibt in Piräus bereits eines der größten Containerterminals im Mittelmeer. Es dient als Drehscheibe für den Containerverkehr zwischen Asien und Mitteleuropa.

(Foto: picture alliance / dpaPicture Alliance/ dpa)
Bahn
3 von 5

Der Staat sucht einen Käufer für den Bahnbetreiber Trainose. Das Unternehmen erwirtschaftete zwar nach einer Sanierung 2013 einen Gewinn, gilt aber wegen des veralteten Schienennetzes als wenig profitabel. Interesse an Trainose zeigen unter anderem die russischen Staatsbahnen RZD. Erhoffter Erlös: 50 Millionen Euro.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Energie
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Die Gläubiger fordern die Privatisierung des staatlichen Stromkonzerns DEI und der Verteilungsnetze, wogegen sich die Syriza-Regierung aber bisher sträubt. Kein Wunder: Bei DEI haben Syriza-nahe Gewerkschaften das Sagen. Bei einer Privatisierung fürchten sie um die Privilegien der Belegschaft.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Immobilien
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Filetstück im staatseigenen Liegenschaften-Portfolio ist das seit über einem Jahrzehnt ungenutzte Gelände des früheren Athener Flughafens Ellinikon (Foto), Griechenlands wertvollstes Grundstück. Daneben gehören dem Privatisierungsfonds rund 1000 weitere Grundstücke und die staatliche Immobiliengesellschaft ETAD mit rund 78.000 Liegenschaften. Unter dem Strich sollen die Grundstücke und Gebäude 3,2 Milliarden Euro einbringen.

(Foto: picture alliance / dpaPicture Alliance/ dpa)

Mit den 14 Flughäfen in Griechenland – darunter Airports in Touristen-Zentren wie Mykonos, Santorini, Skiathos, Rhodos, Korfu oder Kos – kann Fraport künftig auf zusätzliche 20 Millionen Fluggäste pro Jahr hoffen. Der Vertrag, der eigentlich schon längst in trockenen Tüchern war, dann aber von der Linksregierung nach ihrer Wahl zu Jahresbeginn auf Eis gelegt worden war, läuft bis 2055. Fraport zahlt für die Betreiberkonzession zusammen mit dem Konsortiumpartner Copelouzos  aus Griechenland insgesamt 1,234 Milliarden Euro. Außerdem wurden deutliche Investitionen in die Flughäfen zugesagt.

Die sind wohl auch notwendig. So wird berichtet, dass der eine oder andere Manager an den betreffenden griechischen Airports wenig begeistert über das zwischenzeitliche Veto der linken Regierung war. „Die wissen, dass dort dringend was geschehen muss und warten sehnlichst auf professionelle Partner wie etwa Fraport“, sagt ein Insider. Der ist nun offensichtlich im Anmarsch.

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7 Kommentare zu "Regionalflughäfen: Fraport darf in Griechenland landen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bravo Erdogan! Schlachte ruhig weiter die Kurden ab. Töte weiter Frauen und Kinder. Der Genozid an den Armeniern kann ja nur der Anfang gewesen sein. "Ironie aus"
    Thank you Herr Vendeta. You made my Day!

  • Hallo Herr Bauer,

    die von Ihnen beschriebenen Probleme kenne ich auch. Nur aus Deustchland und da heisst das öffentlicher Dienst bzw. Beamter. Die werden auch für den ganzen Tag bezahlt und sind kaum zu sprechen.

  • Da wünsche ich Fraport viel Glück! Als Freiberufler, der sein Geschäftsflugzeug selbst steuert, kenne ich die allermeisten dieser (meist) Inselflugplätze. Als erstes würde ich mir wünschen, dass die Betriebspflicht zumindest auf die Tagesstunden ausgedehnt wird. Diese Plätze sind meist nur zweimal am Tag für kurze Zeit geöffnet, wenn die Maschine aus Athen landet und wieder startet. Ansonsten Grabesstille. Die Gehälter werden aber zweifelsfrei für den ganzen Tag bezahlt. Und wenn man die Leutchen mit einer Landung etwas ausserhalb der "Betriebszeit" aufschreckt, werden sie bitterböse. Der Polizist verschwindet mit den Pässen und der Zoll will die Rettungsausrüstung aufdröseln (was sie unbrauchbar macht), um zu sehen, was da drin eventuell zollpflichtig ist. Tanken ist da sowieso unmöglich, das hat man vorauszuplanen, sonst bleibt man länger sitzen.

    Dafür gehen die Uhren auf den Inseln anders, was wiederum auch zu schätzen ist, wenn man vieeeeel Zeit hat.


  • Fraport darf eventuell griechische Flughäfen übernehmen
    -------------------
    Nur zu welchen Bedingungen?
    Bisher hatte sich Griechenland gegen eine Privatisierung geweigert. Tsipras wollte sie sogar rückabwickeln.
    Und was sagen die Gewerkschaften dazu?

  • Ja ja...da reiben sich die Deutschen die Hände. Das hatten die Deutschen exakt so geplant. Das geht bei den deutschen Politikern runter wie Baklava. 14(!!!) Flughäfen für läppische 1Mrd€ für je 30 Jahre!!!! Da sind die Griechen selbst schuld! Gott sei dank hat dieser Erdogan den zukünftig weltweit größten Flughafen nicht an Fraport "verramscht"! Alleine beim Gedanken stellen sich den deutschen Politikern die Nackenhaare ab :-D. Bravo Erdogan! Aber Griechenland ist exakt das Paradebeispiel dafür, wie sich deutsche Politiker Süd-Länder vorstellen: Mach Platz, mach Sitz, gib Pfötchen! Thank you Greece! You made my day!

  • Die sind verrückt. Die Griechen werden alles kaputt streiken!

  • Mit Phantasie-Buchgeld in Sachwerte, das war und ist das Ziel vom >>Unternehmen Deutschland<< !
    Der AUSVERKAUF beginnt, armselige Politik !

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