Reisebranche Neuer weltweiter Touristenrekord

Die Tourismusbranche boomt und erreicht 2016 trotz Terror das siebte Mal in Folge eine neue Rekordzahl der Auslandstouristen. Doch die große Herausforderung der Reisebranche liegt in der Sicherheit ihrer Kunden.
Update: 17.01.2017 - 16:11 Uhr Kommentieren
Trotz der Unsicherheit durch den Terrorismus wird auch für das Jahr 2017 ein Wachstum in der Tourismusbranche erwartet. Quelle: dpa
Terrorismus

Trotz der Unsicherheit durch den Terrorismus wird auch für das Jahr 2017 ein Wachstum in der Tourismusbranche erwartet.

(Foto: dpa)

MadridDie Touristen trotzen dem Terror: Ungeachtet der Anschläge und der internationalen Konflikte ist im vergangenen Jahr ein weltweiter Urlauber-Rekord erzielt worden. Die Zahl der Auslandstouristen sei 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf gut 1,23 Milliarden gestiegen, teilte die UN-Tourismus-Organisation (UNWTO) am Dienstag in Madrid mit. Es sei bereits das siebte Wachstumsjahr in Folge gewesen, hieß es. Auch für 2017 sei ein Anstieg von etwa drei bis vier Prozent zu erwarten.

„Die Zahlen bedeuten, dass im Vergleich zu 2015 fast 46 Millionen Menschen mehr gereist sind“, sagte UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai. Die größte Herausforderung für die Branche sei es, die Sicherheit der Urlauber angesichts der Bedrohung durch Terrorismus zu gewährleisten. „Die Ziele sind oft Flughäfen, Bahnhöfe, Hotels, Museen, Strände – die gesamte touristische Infrastruktur also“, sagte Rifai.

Ein ähnlich stetiger Anstieg der internationalen Touristenzahlen wie in den vergangenen sieben Jahren war nach Angaben der UNWTO zuletzt vor einem halben Jahrhundert in den fernen 1960er Jahren registriert worden. Seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 sei die Zahl der Touristen um rund 300 Millionen Reisende geklettert. Noch ein Beispiel für die stetig wachsende Reiselust: In den vergangenen 20 Jahren verdoppelte sich die Zahl der Touristen.

Im Kontinentalvergleich zeichnete sich 2016 vor allem die Entwicklung in den Regionen Asien und Pazifikraum aus, die rund acht Prozent mehr Touristen als 2015 empfingen. Afrika konnte ein ähnliches Wachstum verzeichnen, der Kontinent empfängt aber nur fünf Prozent aller Auslandsreisenden und hat somit einen sehr kleinen Anteil am Weltmarkt. Der gute Anstieg sei jedoch nach den negativen Auswirkungen des Ebolafiebers sehr positiv, meinte Rifai.

Nach Süd-, Mittel- und Nordamerika reisten 2016 den Angaben zufolge rund vier Prozent mehr Touristen als im Vorjahr. Europa wuchs zwar nur um rund zwei Prozent, einige Länder (darunter vor allem Spanien) konnten hier aber von der Unsicherheit und Ungewissheit in anderen Regionen profitierten und feierten zweistellige Zuwachsraten. Um vier Prozent gingen die Zahlen unterdessen im Nahen Osten zurück.

Wo der Städtetrip teurer oder billiger wurde
Platz 10: Köln
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Köln gehört zu den zehn Gewinnerstädten: Die Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 steckten die Hoteliers in der rheinischen Domstadt besser weg als erwartet. Die Zimmerpreise stiegen 2016 um zwei Prozent auf durchschnittlich 104 Euro. Unerwartete Hilfe kam ausgerechnet aus der ungeliebte Nachbarstadt Düsseldorf. Deren Großmessen sorgten dafür, dass sich auch in Köln die Hotels füllten.

(Quelle: Hotelportal HRS)

Platz 9: Zürich
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Schon 2015 waren die Zimmerpreise in der Schweizer Bankenmetropole steil nach oben geschossen, weil sich der Franken gegenüber dem Euro stark verteuerte. 2016 setzten die Züricher Herbergsbetreiber noch einmal 2,4 Prozent oben drauf. Mit durchschnittlich 174 Euro pro Zimmer war die Stadt die teuerste Metropole Europas.

Platz 8: Madrid
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In Spaniens Hauptstadt macht sich der zarte Wirtschaftsaufschwung auch bei den Übernachtungspreisen bemerkbar. 2016 ging es um 3,2 Prozent nach oben – auf durchschnittlich 98 Euro.

Platz 7: Nürnberg
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Nach Düsseldorf galt Nürnberg 2016 zu den stärksten Preisgewinnern in der deutschen Hotellerie. Dank zahlreicher Messen verteuerten sich die Übernachtungen auf durchschnittliche 92 Euro, und damit um 4,5 Prozent.

Platz 6: Prag
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Mit durchschnittlichen Zimmerpreisen von 75 Euro ist der Touristenmagnet an der Moldau zwar immer noch ein Billiganbieter. 2016 aber ging es mit den Preisen immerhin um 5,6 Prozent nach oben.

Platz 5: Düsseldorf
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Das Preisplus von 6,3 Prozent machte Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt 2016 zum Spitzenreiter in Sachen Teuerung. Schuld waren vor allem die Großmessen „Drupa“ (Druck) und „K“ (Kunststoffindustrie), auf die Düsseldorf im Vorjahr verzichten musste. Im Schnitt kostete die Übernachtung 101 Euro.

Platz 4: Washington
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Mit durchschnittlich 206 Euro pro Nacht war die US-Hauptstadt zweitteuerste Stadt der Welt. Doch anders als beim Spitzenreiter New York ging es dort mit den Preisen weiter bergauf, und zwar um 6,3 Prozent. Fünf Prozentpunkte davon stammten allerdings aus der Dollaraufwertung gegenüber dem Euro.

Rifai wies daraufhin, dass 2017 von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ erklärt worden sei. „Wir müssen enger zusammenarbeiten, damit der Tourismus mehr zum Wirtschaftswachstum, zur sozialen Eingliederung, zum Schutz von Kultur und Umwelt und gerade in diese Zeiten von Respekt- und Toleranzmangel auch zum gegenseitigen Verständnis beiträgt“, betonte er.

Die UNWTO zählt als Touristen alle Reisenden, die wenigstens eine Nacht im Ausland verbringen. Nach ihren Angaben hat die Branche weltweit direkt und indirekt einen Anteil von fast zehn Prozent am Bruttoinlandsprodukt und stellt rund neun Prozent der Arbeitsplätze.

  • dpa
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