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Reisebranche Tui wettet auf die Rückkehr der Reiselust im Sommer 2021

Tui will mit mehr Kapazitäten in Spanien, Griechenland und Deutschland die Coronakrise überwinden. Kreuzfahrten und Pauschalreisen sind gefragt.
15.12.2020 - 14:02 Uhr Kommentieren
Der Reisekonzern setzt darauf, dass im kommenden Sommer wieder deutlich mehr Urlaub möglich ist. Quelle: dpa
Tui-Kunden auf Teneriffa

Der Reisekonzern setzt darauf, dass im kommenden Sommer wieder deutlich mehr Urlaub möglich ist.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es klingt paradox: Einen Tag bevor Deutschland wegen der Corona-Pandemie in den zweiten Lockdown geht, präsentierte Tui Deutschland sein Urlaubsprogramm für den kommenden Sommer. Doch Marek Andryszak ist zuversichtlich, dass das Kalkül des Unternehmens aufgehen wird: „Die Menschen werden nach Ostern in großen Zahlen zu uns kommen, um zu reisen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Tui Deutschland am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz.

Dafür geht das finanziell angeschlagene Unternehmen kräftig in Vorleistung: Die Kapazitäten, die unter den Namen der eigenen Hotelmarken laufen, werden ausgebaut. Unter anderem eröffnet die Marke Robinson im kommenden Sommer den ersten Club auf Zypern. Hinzu kommen sechs Tui-Blue-Hotels in Europa und auf den Malediven.

Auch auf Sylt ist ein neues Tui-Blue-Hotel im Angebot. Denn der Trend zum Heimaturlaub, ausgelöst durch die Pandemie, werde sich im kommenden Jahr fortsetzen, erklärte Stefan Baumert, touristischer Geschäftsführer von Tui Deutschland.

Insgesamt bietet das Unternehmen rund 2400 Hotels in Deutschland für die Urlaubsreise an. Die Ostseeküste wird nach Einschätzung von Baumert auf der Beliebtheitsskala der Kunden ganz oben stehen – neben dem Schwarzwald, dem Bayerischen Wald, dem Allgäu und den Ostfriesischen Inseln. Im Ausland liegen laut Baumert Spanien und Griechenland im Trend, vor allem bei Familien.

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    Für den Reisekonzern ist die Bereitstellung des geplanten Angebots ein Kraftakt. Tui ist wegen der Corona-Pandemie in eine tiefe Krise gerutscht. Das Unternehmen musste mit fast fünf Milliarden Euro – zur Verfügung gestellt vom Staat und den Eigentümern – vor dem Kollaps bewahrt werden. In dem im September beendeten Geschäftsjahr fiel ein Betriebsverlust von rund drei Milliarden Euro an.

    Management glaubt an rasche Erholung

    Doch dem Management bleibt kaum etwas anderes, als auf ein Comeback des Tourismus zu setzen. Denn nur wenn die Einnahmen fließen, können die Verbindlichkeiten getilgt werden. Damit die Erlöse reinkommen, muss aber erst einmal ein entsprechendes Angebot platziert werden.

    Geschäftsführer Andryszak ist überzeugt, dass dieses von den Kunden auch angenommen werden wird: „Die Kunden wollen reisen, sie können es aktuell nicht, es trauen sich auch noch nicht alle.“ Hier müsse Tui noch mehr über die Sicherheit beim Reisen aufklären.

    „Es braucht auch mehr Zuversicht in die persönlichen wirtschaftlichen Aussichten. Aber ich bin mir sicher, das wird kommen“, sagte der Tui-Deutschlandchef. Vielleicht werde man schon in dem aktuellen Geschäftsjahr, das im September kommenden Jahres endet, wieder an die Zahlen von vor der Krise anknüpfen, spätestens werde das aber Anfang 2022 der Fall sein.

    Ähnlich zuversichtlich blicken auch andere in der Branche auf das kommende Jahr: Der Deutsche Reiseverband (DRV) geht nach Umfragen bei seinen Mitgliedern davon aus, dass im neuen Jahr zwischen 50 und 60 Prozent des Vorkrisenangebots abgesetzt werden können.

    Interessant dabei: Corona könnte für ein Comeback der Pauschalreise sorgen. Hier sind die Urlauber am besten abgesichert, wenn externe Faktoren wie eine neue Coronawelle den Urlaub verhindern sollten. „Die Kunden schätzen, dass wir für die gesamten Komponenten der Reise verantwortlich sind und uns auch verantwortlich fühlen“, sagte Andryszak.

    Kreuzfahrten werden weiter stark nachgefragt

    Interessant ist zudem eine andere Prognose der Reiseexperten: Kreuzfahrten werden wieder stark gefragt sein, heißt es. Dabei waren es vor allem Kreuzfahrtschiffe, die zu Beginn der Krise für Schlagzeilen sorgten. Wegen Corona-Ausbrüchen an Bord mussten sie teilweise wochenlang vor Anker gehen, und Passagiere durften die Schiffe nicht verlassen. Erst kürzlich strandete wieder ein Schiff wegen eines Corona-Verdachts in Singapur, der sich später aber als falsch herausstellte.

    Aktuell seien größere Fahrten eher schwierig wegen der behördlichen Auflagen, sagte Andryszak. „Aus Kundenperspektive ist der Wunsch nach Kreuzfahrten aber groß. Wir sehen hier einen starken Buchungseingang.“

    Da sich viele Kunden trotz ihres Interesses am Urlaub mit konkreten Buchungen noch zurückhalten, versuchen die Anbieter, sie mit Frühbucherrabatten und weitgehenden Stornierungsmöglichkeiten zu locken. Bei Tui können Kunden, die ihren nächsten Urlaub zwischen dem 17. Dezember und dem Ende des Jahres buchen, diesen Trip bis zu 14 Tage vor der Anreise kostenlos umbuchen oder stornieren. Und in Tui-Hotels in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz gibt es spezielle Flex-Angebote, die eine kostenlose Stornierung bis 18 Uhr am Anreisetag erlauben.

    Mehr: Was ein Coronaschutz in der Reiserücktrittsversicherung bringt.

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