Reisegeschäft dominiert künftig nicht mehr Für Tui liegt das Geld auf dem Wasser

Die geplante Übernahme der Container-Schifffahrtsgesellschaft CP Ships wird der Tui AG einen kräftigen Gewinnzuwachs bringen. Wie es in Konzernkreisen heißt, könnte der Kauf das Ergebnis in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln.
  • Dirk H. Heilmann und Eberhard Krummheuer
Die Colombo Express ist das größte Schiff der Hapag-Lloyd-Flotte und mit 335 Metern einer der größten Containerfrachter überhaupt. Foto: Hapag-Lloyd

Die Colombo Express ist das größte Schiff der Hapag-Lloyd-Flotte und mit 335 Metern einer der größten Containerfrachter überhaupt. Foto: Hapag-Lloyd

DÜSSELDORF/LONDON. Nach Angaben aus Konzernkreisen könnte der neue Container-Riese jährlich etwa 600 bis 700 Mill. Euro Gewinn abwerfen. Diese Schätzung wird auch in Branchenkreisen für realistisch gehalten. In der Touristik-Sparte strebt Konzernchef Michael Frenzel bis 2008 ähnlich hohe Ergebnisse an. Im vorigen Jahr hatte die Touristiksparte 362 Mill. Euro Ergebnis bilanziert, die Logistiksparte mit der boomenden Containerschifffahrt kam auf 290 Mill. Euro. Nachdem das Reisegeschäft bei der Tui bisher deutlich dominierte, würden mit der Übernahme Touristik und Logistik in etwa gleichauf liegen.

Tui hatte am Wochenende ein Angebot für CP Ships über 1,7 Mrd. Euro bekannt gegeben. Die kanadisch-britische Reederei soll in die Tui-Logistiktochter Hapag-Lloyd integriert werden.

Tui-Chef Frenzel hatte bereits auf der Bilanzpressekonferenz am 23. März von einer „Grundsatzentscheidung“ gesprochen: Der Konzern stehe „auf zwei Säulen“ – Touristik und Schifffahrt. In der Touristikbranche wird dies als erneuter Strategiewechsel Frenzels gesehen. Ursprünglich wollte er die ehemalige Preussag zum reinen Touristikkonzern machen, hatte aber in der renditeschwachen und von Terror bedrohten Branche bislang die Aktionäre nicht überzeugen können.

CP Ships bildet nach Einschätzung von Experten eine gute Ergänzung zu Hapag-Lloyd. Peter Wörnlein, Schifffahrtsexperte der Deutschen Verkehrszeitung, verweist darauf, dass sich die weltweiten Liniennetze und Schiffskapazitäten gut ergänzten. Nach dem kürzlich vollzogenen Zusammengehen der Wettbewerber Maersk und P&O Nedlloyd sei der Kauf konsequent.

Internationalen Spediteuren wie Kühne & Nagel sowie Schenker erscheint die Übernahme ebenfalls sinnvoll. „Als Nachfrager wünschen wir uns starke Dienstleister in einer sich konsolidierenden Branche“, sagte Thomas Lieb, Vorstand See- und Luftfracht bei Schenker. Hapag-Lloyd gewinne Stärken auf wichtigen Routen etwa nach Südamerika und nach Australien. Aus Kreisen der deutschen Hafenbetreiber heißt es, die Marktmacht werde immer größer, was letztlich den Druck auf die Margen erhöhe.

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