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Reisekonzern Boeing-Desaster trifft Tui hart: Gewinn schrumpft, Aktie bricht ein

Tui rechnet wegen des Startverbots für die Boeing-Maschinen des Typs 737 Max 8 mit einem Gewinnrückgang. Die Aktie fällt auf ein Sechs-Jahres-Tief.
Update: 29.03.2019 - 11:44 Uhr Kommentieren
Flugverbot für Boeing 737 Max brockt Tui Gewinnrückgang ein Quelle: AP
Boeing 737 Max 8

Die Boeing-Maschinen müssen am Boden bleiben – das kostet Tui viel Geld.

(Foto: AP)

Hannover Den Tag wird sich Tui-Chef Fritz Joussen rot im Kalender anstreichen müssen: Zum ersten Mal seit seinem Antritt an der Spitze des weltgrößten Reiseveranstalters ist der Konzern aus Hannover weniger wert als bei der Amtsübergabe Mitte Februar 2013. An der Börse sackte der Kurs am Freitag zeitweise um mehr als acht Prozent auf 8,22 Euro. Vor gut sechs Jahren, als der heute 55-jährige Ex-Vodafone-Manager seinen Vorgänger Michael Frenzel ablöste, kostete die Aktie noch 8,30 Euro.

Der Kurseinbruch hat einen triftigen Grund: Zum zweiten Mal innerhalb von nur sieben Wochen muss Joussen seine Gewinnaussichten zurückschrauben. Dabei hatte er den Anlegern ursprünglich für das laufenden Jahr einen Gewinnsprung von zehn Prozent versprochen.

Waren es Anfang Februar noch der zu heiße Sommer 2018 und Überkapazitäten in Spanien, deretwegen Tui die Gewinnprognose für 2019 auf den Vorjahreswert zusammenstrich, ist es nun der Flugzeughersteller Boeing, der den Hannoveranern das Geschäft durchkreuzt.

Das Flugverbot für Maschinen des Typs 737 Max, meldete Tui nun, werde das Betriebsergebnis (Ebita) um 200 Millionen Euro zusätzlich belasten – und zwar unter der Annahme, dass Flüge mit der 737 MAX spätestens Mitte Juli wieder stattfinden können. Deshalb sei davon auszugehen, dass der Jahresertrag um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,177 Milliarden Euro schrumpfe.

Und es könnte noch schlimmer kommen. „Sollte sich in den kommenden Wochen nicht zeigen, dass Flüge mit der 737 Max bis Mitte Juli wieder stattfinden können“, teilte Tui mit, „wird angenommen, dass ein solcher zusätzlicher Einmaleffekt bis zum 30. September 2019 bis zu 100 Millionen Euro betragen wird.“

Vermutlich wegen Fehlern in der Software und einer mangelhaften Anzahl von Sensoren waren in den vergangenen Monaten zwei Flugzeuge dieses Typs abgestürzt. Bei den Unglücken der Fluggesellschaften Ethiopian Airlines und Lion Air kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Auch eine 737-Max-Maschine von Southwest Airlines musste in Florida notlanden, was die US-Fluggesellschaft veranlasste, ebenfalls eine Gewinnwarnung herauszugeben.

Beim Hannoveraner Reisekonzern, der in Deutschland mit der Flugmarke Tuifly antritt und zusammen 150 Maschinen betreibt, befinden sich derzeit nach eigenen Angaben 15 Flugzeuge vom Typ 737 Max am Boden. Weitere acht der unsicheren Boeing-Flieger sind bis Ende Mai 2019 zur Auslieferung vorgesehen.

Um den Ausfall auszugleichen, habe man Leasingverträge für andere Flugzeuge verlängert und neue hinzugeleast. Betroffen seien die Landesgesellschaften in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Schweden.

Dem Reisekonzern liegen keine bestätigten Termine vor, wann Anpassungen des Herstellers am heutigen Modell erfolgen. Auch wann mit einer Freigabe solcher Anpassungen durch die Federal Aviation Administration (FAA) und die European Aviation Safety Agency (EASA) zu rechnen sei, wisse man nicht.

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