Reisen: 6000 Flüge gestrichen – Warum ein Lufthansa-Vorstand kein schnelles Ende des Flugchaos sieht
Auch in den kommenden Wochen wird es weiter Probleme im Luftverkehr geben.
Foto: dpaFrankfurt. Michael Niggemann ist Jurist und hält sich gerne an Fakten. Der Personalvorstand der Lufthansa versucht deshalb erst gar nicht, urlaubshungrigen Fluggästen für die kommenden Wochen wieder reibungslose Abläufe zu versprechen. „Die Möglichkeiten, die Engpässe kurzfristig zu beheben, sind leider begrenzt“, sagte der Manager dem Handelsblatt.
Überall im System Luftverkehr gebe es derzeit Probleme, sei es bei den Bodenverkehrsdiensten der Flughäfen, den Sicherheitskontrollen, der Flugsicherung oder bei den Airlines selbst. „Am Ende spüren jedenfalls alle Verwerfungen im Gesamtsystem immer unsere Passagiere und unsere Mitarbeitenden“, so Niggemann.
Dennoch will er die Zuversicht nicht verlieren: „Ich hoffe, dass es mit der Herausnahme von Flügen und unseren Maßnahmen gelingen wird, den Betrieb zu stabilisieren.“ Heißt aber auch: Der Mangel an Zuverlässigkeit lässt sich nur durch einen Mangel an Flügen ausgleichen.
6000 Flüge hat Lufthansa im Juli und August mittlerweile an den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen, um die Abfertigung von Passagieren und Fluggerät zu entlasten. Auch der Flughafen Frankfurt selbst reduziert ab kommender Woche den Richtwert für die stündlichen Flugbewegungen erneut auf 88 – zuvor hatte man ihn bereits von 106 auf 96 gesenkt.