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Reiseunternehmen Sommer auf dem Balkon

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Die Türkei ist mit acht Prozent Zuwachs der große Renner im Pauschalreisegeschäft. Das Preis-Leistung-Verhältnis sei dort ausgezeichnet, heißt es in der Branche übereinstimmend. So hätten die Türken das Fernbleiben ihrer russischen Kundschaft ausgleichen können. Was die Branche besonders freut: Für die Ferien über die Feiertage hatten viele Familien ihre zuvor schon mit Sorgen registrierte Buchungszurückhaltung abgelegt. Zahlen der Marktforschungsfirma GfK aus den Reisebüros belegen, dass auch für Familien die Kanaren, Türkei und Ägypten die beliebteten Ferienziele waren.

Wie es nach Ostern weitergeht, weiß die Reisebranche nicht. "Zumindest bis zu den Sommerferien fliegen wir erst einmal auf Sicht", beschreibt ein Air-Berlin-Sprecher die Situation. Der Branchenverband DRV macht sich dagegen Mut. In den letzten zwei Wochen vor Ostern seien die Buchungseingänge bei den großen Veranstaltern "bombig" gewesen, sagte ein Sprecher. Auch die Marktforscher würden bestätigen, dass die Konsumzurückhaltung allmählich nachlasse.

Der DRV rechnet damit, dass der Badeurlaub am Mittelmeer weiter im Trend liegt, mit einer deutlichen Verschiebung zu Zielen in der Türkei und Ägypten. Nicht zu vergessen das eigene Land: Petra Hedorfer, Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), sieht Deutschland im Sommer "potenziell auf der Gewinnerseite". Einer Studie zufolge könne der deutsche Markt seinen Anteil bei der Hauptreise von derzeit 30 Prozent gegenüber den Flugzielen weiter ausbauen, meint Hedorfer. Generell erwartet die DZT aber einen Rückgang der Übernachtungszahlen in Deutschland von zwei Prozent.

Dabei hätten einzelne Regionen und Produkte durchaus Wachstumschancen. Zum Beispiel Wellness-Hotels: Eine Umfrage des Marketingverbundes Wellness-Hotels-Deutschland unter Kunden und Mitgliedern ergab, dass man - wie im Vorjahr - mit einer zweistellig wachsenden Nachfrage rechne.

Die Hotellerie muss sich generell auf Konjunkturprobleme einstellen. Der Hotelverband Deutschland (IHA) rechnet mit einen Rückgang der durchschnittlichen Zimmererträge um fünf Prozent. Stärker betroffen, so eine allgemeine Brancheneerkenntnis, sind Geschäftsreisehotels. Wer in erster Linie Privatkunden bediene, so bestätigte auch die Buchungsplattform hotel.de, komme besser in der Krise zurecht.

Es gibt auch ausgesprochene Krisengewinnler. Der Ferienhausanbieter Belvilla kann sich wohl dazu zählen. Im Januar verzeichnete er bei seinen 15 000 Angeboten im Vergleich zum Vorjahr ein Buchungsplus von 30 Prozent, im März schon von 70 Prozent. "Das sind", so eine Sprecherin, "ungewöhnliche Zahlen, die entgegen all den Tendenzen in der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung gute Laune machen".

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