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Reisewarnungen Quarantäne statt Coronatest – Luftfahrt ist verärgert über neue Regeln

Der Vorschlag der Gesundheitsminister ist ein neuer Rückschlag für die Luftfahrt. Passagiere sollten nun umso genauer die Stornobedingungen beachten.
26.08.2020 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Der Großraum Paris ist seit Montagabend wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen Risikogebiet. Wer von dort zurückkehrt, muss demnächst vielleicht in Quarantäne. Quelle: dpa
Eiffelturm in Paris

Der Großraum Paris ist seit Montagabend wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen Risikogebiet. Wer von dort zurückkehrt, muss demnächst vielleicht in Quarantäne.

(Foto: dpa)

Frankfurt Noch ist es nur ein Vorschlag der Gesundheitsminister. Sollte er umgesetzt werden – und danach sieht es aus –, müssen sich Airlines und Passagiere auf noch mehr Hürden für eine Flugreise einstellen. Denn ab Mitte September, wenn das letzte Bundesland seine Sommerferien beendet hat, könnte gelten: Wer in ein Risikogebiet fliegt, muss nach seiner Rückkehr in Zwangsquarantäne. Frühestens nach fünf Tagen darf er einen Coronatest machen. Ist das Ergebnis negativ, ist die Quarantäne beendet.

Das Problem: Eine solche Quarantänepflicht kommt einer Reisebeschränkung gleich. Schon vor einigen Wochen hatte der weltweite Airlineverband IATA anhand von Buchungszahlen nachgewiesen, dass diese bei einer Quarantänepflicht genauso stark einbrechen wie bei einem kompletten Reiseverbot. Nicht jeder kann zwei Wochen von zu Hause arbeiten, um Quarantäne und Testergebnis abzuwarten. Und auch viele wichtige Dienstreisen würden durch eine Quarantänepflicht erheblich erschwert.

Entsprechend groß ist die Aufregung in der Luftfahrtbranche. „Für die europäische Tourismuswirtschaft, für die Luftverkehrswirtschaft und für die vielen Menschen, die Verwandte und Freunde besuchen wollen, geschäftliche Termine wahrnehmen müssen oder Urlaub machen wollen, ist das ein bitterer Rückschritt“, erklärte Peter Gerber, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und im Hauptamt Chef von Lufthansa Cargo: „Damit werden erneut rund 80 Prozent der Flugziele im Luftverkehr mit Deutschland durch pauschale Quarantänebestimmungen blockiert.“

Es sei richtig gewesen, im Juli die Quarantänepflicht durch einen kostenlosen Test zu ersetzen, so Gerber weiter: „Nachdem nun die Testinfrastruktur an den Flughäfen erfolgreich aufgebaut wurde, wäre eine Beendigung der Tests und ein Rückbau der Testinfrastruktur der völlig falsche Weg.“

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    Auch für die Fluggäste wird sich vieles verändern. Fast täglich kommen neue Länder auf die Liste der sogenannten Risikogebiete. Zwar ist das Robert Koch-Institut (RKI) dazu übergegangen, nicht sofort ganze Nationen zu solchen Zonen zu erklären, sondern nur bestimmte Regionen. So hat die Bundesregierung am Montagabend nach einer entsprechenden Einstufung durch das RKI eine Reisewarnung für den Großraum Paris sowie weite Teile der französischen Mittelmeerküste ausgesprochen. Betroffen sind häufig gerade die beliebten Reiseziele.

    Unklare Passagierrechte bei Quarantäne

    Die Fluggäste stehen damit vor der Entscheidung, eine Reise abzusagen oder mit dem Risiko im Gepäck auf Tour zu gehen, hinterher in Quarantäne zu müssen. Eine schwierige Entscheidung, denn die Rechte der Fluggäste sind in solchen Fällen nicht eindeutig geklärt.

    Grundsätzlich gilt: Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Allerdings wird eine Reisewarnung als recht klares Indiz dafür gesehen, dass außergewöhnliche Umstände vorliegen, die die Reise deutlich erschweren oder unmöglich machen. Wer eine Pauschalreise in betreffende Regionen gebucht hat, hat damit das Recht, diese kostenlos zu stornieren. Viele Veranstalter sagen die Reisen nach einer entsprechenden Warnung des Auswärtigen Amtes sogar von sich aus ab.

    Anders ist die Situation bei individuell gebuchten Reisen. Hier gilt: Kostenfrei stornieren kann ein Kunde seinen Flug oder auch sein Hotelzimmer nur, wenn die entsprechende Dienstleistung nicht erbracht wird, also etwa der Flug ausfällt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn ein Einreiseverbot für ein Land existiert.

    Corona-Auflagen, wie auch immer diese im Detail aussehen, werden dagegen nicht als Grund für eine kostenlose Stornierung anerkannt. Dazu dürfte auch die geplante Auflage zählen, nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne zu müssen.

    Der ADAC empfiehlt deshalb allen Reisenden dringend, sich vor der Buchung die Stornobedingungen sehr genau anzuschauen. Viele Anbieter hätten diese mit Blick auf Corona zuletzt verändert und angepasst. Eine Reise kostenlos aus Angst vor Ansteckung abzusagen geht nicht. In dem Fall muss der Kunde unter Umständen damit rechnen, dass die Airline ihm die Ticketkosten in Rechnung stellt. Hier ist der Fluggast auf die Kulanz des jeweiligen Anbieters angewiesen.

    Wer nach seiner Rückkehr ungeplant in Quarantäne geschickt wird, weil das Land, aus dem er kommt, kurzfristig zum Risikogebiet erklärt wurde, hat nach allgemeiner Auffassung ebenfalls keinen Anspruch auf Entschädigung. Er muss die Vorgaben wohl oder übel hinnehmen. Das könnte dem einen oder anderen Reisenden noch große Probleme bereiten. Denn unter Umständen muss er dann mit seinem Arbeitgeber klären, dass er noch länger ausfällt.

    Mehr: Das Mallorca-Problem: Was die Reisewarnung für die Tourismusindustrie bedeutet

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    1 Kommentar zu "Reisewarnungen: Quarantäne statt Coronatest – Luftfahrt ist verärgert über neue Regeln"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wird der Vorschlag tatsächlich umgesetzt, so wäre das ein Eingestehen das die bisherige Corona-Politik (bezogen auf Tourismus) gescheitert ist.

      Verstehe ich das richtig, dass Geld investiert wird um Testkapazitäten wieder zurückzufahren anstatt auszubauen? Ganz nach dem Motto, wenn wir weniger testen, dann haben wir weniger Infektionszahlen? Hat hier jemand zu lange mit Trump gesprochen???

      So blöd kann keiner sein!

      Das wäre eine absolute Frechheit so unverantwortlich mit Steuergeldern umzugehen!

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