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Rekordsommer Lebensmittelpreise könnten wegen Dürreschäden steigen

Den heißen Sommer könnten Verbraucher auch in den kommenden Monaten noch spüren. Besonders Milchprodukte könnten knapp und damit teurer werden.
19.08.2018 - 10:31 Uhr Kommentieren
Die Folgen der Dürre in diesem Jahr könnten auch Verbraucher zu spüren bekommen. Quelle: dpa
Ernte

Die Folgen der Dürre in diesem Jahr könnten auch Verbraucher zu spüren bekommen.

(Foto: dpa)

Hannover / Bonn Die wegen des heißen und trockenen Sommers schlechte Ernte in Nordeuropa werden die Verbraucher voraussichtlich auch beim Lebensmittelkauf spüren. Allerdings sind die Auswirkungen unterschiedlich. Bei Milchprodukten wie Trinkmilch, Käse oder Butter sei es zum Beispiel denkbar, dass es auch über den Sommer hinaus zu einer Drosselung komme, sagte Andreas Gorn von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn Milch knapp bleibt, werden die Preise wahrscheinlich auch steigen.“ Sicher sei das aber noch nicht.

Bei Gemüse hängen die Preisauswirkungen sehr vom Produkt ab, wie AMI-Experte Hans-Christoph Behr sagte. Und beim Getreide sind die Weltmarktpreise zwar gestiegen. Aber da der Rohstoffpreis weniger als fünf Prozent am Preis für Brot und andere Backwaren ausmache, könne das keine Begründung für steigende Preise sein, sagte Herbert Funk von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Auch Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte: „Mit der Trockenheit begründete Preiserhöhungen, insbesondere bei verarbeiteten Produkten, wären derzeit nicht seriös.“ Das derzeitige Preisniveau für Weizen entspreche dem der 1980er Jahre.

Milch

Im Moment sind hitzebedingt die Milchmengen zurückgegangen. Wenn sich die Witterung nicht noch einmal drehe, könne Milch knapp bleiben. Dann spreche einiges dafür, dass bei den Verhandlungen im Herbst zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel der Preis für Milch steige, sagte Gorn. Bei Butter, Pulverprodukten und Käse seien die Preise schon gestiegen. Der Verbraucher werde die Auswirkungen möglicherweise spüren, zeigte sich der Experte vorsichtig.

Mehl

Die Weltmarktpreise für Getreide sind gestiegen. Deutsche Mühlen, die ihr Getreide zu 95 Prozent in Deutschland beziehen, werden darüber hinaus wahrscheinlich auch einen Preisaufschlag für die knappe Ware bezahlen, sagte Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen.

Dennoch lasse sich daraus nicht direkt auf den Verkaufspreis für Mehl schließen, den Endverbraucher und Bäcker zahlen müssten. Es gebe auch lang laufende Lieferverträge zwischen den Handelspartnern, die auch zu Zeiten hoher Weltmarktnotierungen stabile Preise garantierten. Und Kammerexperte Funk sieht den Weltmarktpreis derzeit relativ stabil: „Es müssten noch weitere Ausfälle hinzukommen, damit der Preis noch weiter steigt.“

Gemüse

Auch Gemüseanbauer spüren die Trockenheit. „Bei Salaten besteht schon ein etwas höheres Preisniveau“, sagte AMI-Experte Behr. Eisbergsalat etwa liege derzeit bei rund 1,02 Euro pro Stück – vor einem Jahr habe der Preis etwa 60 bis 70 Cent betragen.

Auch Möhren und Zwiebeln seien leicht im Preis gestiegen. Andererseits gebe es Gewächshauskulturen wie Tomaten, die lange Zeit sogar günstiger waren als im Vorjahr. Auch Zucchini sei tendenziell günstiger geworden, weil dieses Gemüse eine wärmeliebende Art sei.

  • dpa
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