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Rekordtemperaturen Brütende Hitze behindert Bahnverkehr in Europa – Thalys und East Midland kapitulieren

Das Wetter erschwert den Bahnverkehr in ganz Europa. Betreibergesellschaften raten Fahrgästen, ihre Reisen zu verschieben. Auch die Deutsche Bahn zeigt sich kulant.
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Der Donnerstag war der heißeste Juli-Tag in Großbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen. Quelle: dpa
Die Luft über den Zuggleisen bei Ashford flimmert in der Hitze

Der Donnerstag war der heißeste Juli-Tag in Großbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen.

(Foto: dpa)

Brütende Hitze hat in Großbritannien Teile des Eisenbahnnetzes außer Gefecht gesetzt. Die höchsten je im Königreich gemessenen Juli-Temperaturen hätten die Oberleitung zwischen den Bahnhöfen London St. Pancras und Luton beschädigt, teilte der Betreiber East Midlands Trains mit.

Sämtliche Verbindungen dort seien blockiert, hieß es weiter. „Reisen Sie nicht“, twitterte das Unternehmen seinen Kunden.

In Cambridge kletterten die Temperaturen auf 38,1 Grad Celsius, wie das Meteorologische Amt mitteilte. Damit war der Donnerstag der heißeste Juli-Tag in Großbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der bisherige Temperaturrekord für Juli in Großbritannien stammte aus dem Jahr 2015, als 36,7 Grad Celsius gemessen wurden. Der britische Allzeitrekord liegt bei 38,5 Grad und stammt aus dem August 2003. Nach Angaben des Meteorologisches Amtes reichen die Aufzeichnungen zurück bis ins Jahr 1865.

In Deutschland, wo die Temperaturen auf bis zu 42,6 Grad gestiegen sind, hat sich die Deutsche Bahn zu einer Kulanzregelung entschlossen: Reisende im Fernverkehr der Deutschen Bahn können wegen der Hitze Fahrten bis einschließlich Freitag kostenlos auf einen kühleren Tag bis zum 4. August verlegen. Das kündigte Personenverkehr-Vorstand Berthold Huber am Donnerstag bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz an.

Das Angebot bezieht sich nach Konzernangaben auch auf Tickets mit Sparpreisen und Zugbindung. Die Platzreservierung werde kostenlos umgetauscht. Die Bahn will damit das Reisen wegen der hohen Temperaturen für Bahnfahrgäste komfortabler machen.

Weil in der Nähe von Neustadt (Dosse) in Brandenburg ein Acker in Brand geraten war, mussten sich aber Bahnreisende auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hamburg am Donnerstag in Geduld üben: Züge auf der ICE-Strecke wurden in beide Fahrtrichtungen wegen des Feuers und der Löscharbeiten für mehrere Stunden über Stendal umgeleitet. Das twitterte die Deutsche Bahn am frühen Abend. Für die Reisenden bedeutete dies eine um 90 Minuten längere Fahrzeit.

Thalys stellt Ticketverkauf ein

Der Betreiber des europäischen Hochgeschwindigkeitszugs Thalys hat wegen der Hitze den Verkauf seiner Tickets vorerst eingestellt. „Aufgrund schwerwiegender Störungen wegen der außergewöhnlichen Wetterbedingungen sind wir gezwungen, den Verkauf auf allen unseren Linien einzustellen“, schrieb das Unternehmen am Donnerstagabend auf Twitter.

Die Thalys-Züge sind unter anderem zwischen Paris und Nordrhein-Westfalen unterwegs. Zuvor hatte Thalys bereits darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Hitze zu Verkehrsbehinderungen zwischen Paris und Brüssel kommt. „Wir empfehlen unseren Reisenden, ihre für den 25. Juli geplante Reise zu verschieben wenn möglich“, hieß es.

Wegen der extremen Hitze hatte schon am Vortag auch die französische Bahn Kunden dazu aufgerufen, ihre Reisen zu verschieben. „Außergewöhnliche Wetterbedingungen bergen das Risiko von Zwischenfällen im Schienenverkehr“, teilte die Bahngesellschaft SNCF mit.

Die Schnellzüge würden aus Sicherheitsgründen in den betroffenen Regionen langsamer fahren. „Reisende, die dazu in der Lage sind, werden ermutigt, ihre Reise zu verschieben“, hieß es. Die Rückerstattung sei kostenlos.

Seit Anfang der Woche ächzt Frankreich erneut unter der „Canicule“, so nennen die Franzosen die Gluthitze. In mehreren Départements im Nordosten des Landes herrschte am Mittwoch Alarmstufe Rot – darunter auch in der Hauptstadt Paris. Dort wurde am Donnerstag ein neuer Hitzerekord gemessen.

Mit mehr als 42 Grad war es in der französischen Hauptstadt so heiß wie nie zuvor seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, wie der Wetterdienst France Météo mitteilte. Die bisherige Höchstmarke lag bei 40,4 Grad und stammte aus dem Jahr 1947.

  • ap
  • dpa
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