Rennstrecke Nürburgring geht in die Insolvenz

Die EU-Kommission benötigt mehr Zeit für die Prüfung der beantragten Rettungshilfe. Doch die hat die Rennstrecke nicht. Das rheinland-pfälzische Kabinett hat die Insolvenz beschlossen - und Beck geht die Kommission an.
Update: 18.07.2012 - 11:55 Uhr 13 Kommentare
Der Nürburgring geht in die Insolvenz. Quelle: dpa

Der Nürburgring geht in die Insolvenz.

(Foto: dpa)

MainzDer Nürburgring geht in die Insolvenz. Das rheinland-pfälzische Kabinett hat am Mittwoch in Mainz beschlossen, dass die landeseigene Nürburgring GmbH von sich aus ein Verfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einleitet.

Grund ist nach Angaben von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), dass die EU-Kommission die vom Land beantragte Rettungsbeihilfe von 13 Millionen Euro voraussichtlich nicht vor dem 31. Juli genehmigen wird. Die EU-Kommission hat demnach für eine Finanzspritze von Rheinland-Pfalz an die staatliche Besitzgesellschaft mehr Prüfbedarf angemeldet und auf ein Problem hingewiesen. Die zu 90 Prozent landeseigene Nürburgring GmbH braucht aber dringend Geld.

Daraus folgt laut Beck, dass „mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Insolvenz zum Ende des Monats wegen mangelnder Liquidität“ eintreten würde. Dem komme man nun mit der Entscheidung für ein „geordnetes Insolvenzverfahren“ zuvor. Beck rechnet für Montag oder Dienstag mit dem Beginn des Verfahrens.

Beck kritisierte heftig die EU-Kommission, von der das Land bis vor wenigen Tagen noch positive Signale mit Blick auf die Genehmigung der Rettungsbeihilfe erhalten habe. Dass die EU die Entscheidung in dieser Frage nun einfach vertage, halte er für äußerst bedenkenswert: „Nicht entscheiden auf europäischer Ebene heißt Handlungsunfähigkeit für Rheinland-Pfalz“, kritisierte Beck. Das werde man nicht so stehen lassen und sowohl politische Initiativen über das EU-Parlament anstoßen, als auch Rechtsmittel prüfen.

Der Vertreter des Landes soll nun in der Gesellschafterversammlung dafür eintreten, dass die Nürburgring GmbH von sich aus ein Verfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einleitet, teilte die Landesregierung mit. Mit dem bisherigen Pächter, der Nürburgring Automotive GmbH, habe man sich unterdessen darauf geeinigt, dass Besitz und Betrieb zum 31. Oktober 2012 an die Nürburgring GmbH zurückfallen. Streitfragen sollen in einem Schiedsverfahren geklärt werden.

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13 Kommentare zu "Rennstrecke: Nürburgring geht in die Insolvenz"

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  • Stimmt.

  • Wieder eine Glanzleistung von Herrn Beck. Immerhin zeigt das seine ökonomische Kompetenz sehr nachhaltig und beeindruckend auf.

    Das einzige, das dieser Mann kann, ist die Verteilung von Geld, das er über den Finanzausgleich erhalten hat.

  • Ganz üble Provinz (Merkmal: seit 40 Jahren sehr bizarre Ministerpräsidenten in Rhein.-Pf.), massive Geldvernichtung in vielen obskuren Projekten, auf Basis Länderfinanzausgleich. Apropos Länderfinanzausgleich: Besonders lustig ist immer, mit dem Flugzeug zur rechten zeit die Strecke Berlin Frankfurt zu fliegen (Bundesratsitzungen..): Die Hessischen Minister, inkl MP, immer in Economy class, Beck und Genossen grundsätzlich in Businessklasse. Das Gesicht des früheren MP Koch bei derartigen Gelegenheiten war auch immer sehr sehenswert.

  • Beck muß ganz selbstkritisch werden !!! Ist n HAmmer, was der sich geleistet hat - nebenm den anderen "Schillernden" Figuren.
    Abgesehen davon: nicht einen €uro Subvention!!
    Sollen doch Ecclestone und Co. soviel für das Austragen solcher Rennen bezahlen, daß sich eine Rennstrecke amortisieren kann !!!
    Oder: es werden eben weniger Rennstragen benötigt!

  • Leider hat es der Nürburgring-Skandal nie in die Tagesschau geschafft. Die Schlüsselfigur neben Kurt Beck ist ein gewisser Kai Richter. Wo der "investiert" bleibt nichts als verbrannte Erde zurück. Über ein kaum durchschaubares Geflecht aus Firmen und Beteiligungen macht dieser Kai Richter Geschäfte mit sich selbst. Für Serviceleistungen seiner Firma A für seine Firma B berechnet er sich fette Provisionen. Die Verträge unterschreibt er für beide Beteiligten selbst. Sparsam ist der Herr nur mit eigenem Geld. Kurt Beck hat nie etwas bemerkt.

    Mehr über den Nürburgringskandal gibt es auf dieser Seite:


    http://motor-kritik.de/

  • Ach ja, da erinnere ich mich doch gerne an die Illner Sendung mit Beck und Lauer zurück. Da hat Beck immer noch behauptet, dass es eine gute Investion war und einen löwenanteil an Gewinn noch kommt. Zudem - so Becks Aussage damals - steckte das Land bisher mit keinem Euro drin sondern nur mit Bürgschaften.

  • Unabhängig wie die EU den Fall Nürburgring beurteilt, Herr Beck hat das Projekt durchgeboxt, er muß aus Respekt von seinem Amt den Hut nehmen!
    Statt fetter Pension, sollte er als Privatier die kleinen in die Pleite getriebenen Unternehmen lieber unterstützen, einen Neuanfang zu finden!

  • Beck ist ein Laie auf einem Politiker-Trohn. Völlig überfordert. Immer ein bischen alt-väterlich. Immer ein bischen naiv.

    Übertroffen wird er nur noch von Schäuble, Merkel, von der Layen, die vorsätzlich das Land mittels Euroretung runinieren.

  • Ich als Rheinlandpfälzer habe inzischen vollstes für Bayerns Klage gegen den Länderfinanzausgleich. Hätte Beck noch ein Stück Selbstachtung müsste er sofort zurücktreten. Aber die Rheinlandpfälzer wählen ihn ja immer wieder. Hierfür kann man sich nur schämen. Immerhin mit der FDP & Brüderle in der Regierung gab es kein Freizeitpark. Als Beck allerdings allein regiert konnte er tun und lassen was er wollte, das Geld kommt ja aus Bayern, BW und Hessen. Traurig traurig

  • Die EU-Kommission verbietet dem Land, ein eigenes Unternehmen mit eigenen Steuergeldern zu unterstützen. Dagegen fordert die EU Kommission aber die Rettung ausländischer Unternehmen/Banken mit deutschen Steuergeldern! Die gesamte Finanzkraft Deutschlands muss also für ausländische Belange reserviert bleiben. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

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