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Restaurantkette Vapiano schließt die Öffentlichkeit von seiner Hauptversammlung aus

Der Restaurantbetreiber lässt die Presse zu seiner Aktionärsveranstaltung nicht zu. Dem Image tut die Geheimniskrämerei offenbar nicht gut: Der Kurs fällt weiter.
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Der angeschlagene Restaurantbetreiber hält an diesem Mittwoch seine Hauptversammlung ab. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Vapiano-Filale

Der angeschlagene Restaurantbetreiber hält an diesem Mittwoch seine Hauptversammlung ab.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Düsseldorf Unter sehr schwierigen Voraussetzungen tritt der angeschlagene Restaurantbetreiber Vapiano an diesem Mittwoch bei der Hauptversammlung vor seine Aktionäre. Im Grunde kann niemand wirklich darüber sprechen, wie es mit der Strategie des defizitären Unternehmens weitergehen soll.

Noch-Vorstandschef Cornelius Everke hat seinen Rücktritt für Ende August angekündigt. „Aus persönlichen Gründen“, wie es heißt. Deshalb kann er eigentlich nur einen Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr werfen. Und das sah mit einem Verlust von 101 Millionen Euro bei einem Umsatz von 372 Millionen Euro mehr als duster aus.

Auch die künftige Interimschefin Vanessa Hall kann keine Details zu ihrer Strategie verraten. Denn sie muss auf der Hauptversammlung zunächst als Aufsichtsratsmitglied wiedergewählt werden. Est danach kann sie der Aufsichtsrat wie geplant in den Vorstand entsenden, dem sie bis April 2020 vorsitzen soll – bis eine dauerhafte Lösung für den Posten des CEO gefunden ist.

Wie das Unternehmen in dieser Situation auf die drängenden Fragen der Aktionäre antwortet, wird aber zunächst nicht an die Öffentlichkeit dringen. Denn Vapiano hat überraschend die Presse zur Hauptversammlung nicht zugelassen.

Als Begründung gibt das Unternehmen auf Nachfrage an, dass es sich bei der Hauptversammlung nicht um eine öffentliche, sondern um eine geschlossene Veranstaltung für Aktionäre handele. Da es aufgrund der vielen Anmeldungen mit einer hohen Teilnehmeranzahl von Aktionären rechne, würden aus Platzgründen keine Gästekarten für Journalisten ausgeben.

Dass Unternehmen die Presse von der Hauptversammlung ausschließen, ist extrem selten, wie auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz bestätigte. Im vergangenen Jahr hatte beispielsweise die Fluggesellschaft Ryanair die Presse ausgeladen. „Wir wollen unseren Aktionären die Möglichkeit geben, all ihre Anliegen offen mit dem Board zu diskutieren, ohne dass diese Diskussionen für PR-Zwecke verfälscht werden“, hatte das Unternehmen damals mitgeteilt.

Aktienkurs eingebrochen

Vapiano hat sich mit einer starken Expansion übernommen. Wegen der schlechten Ergebnisse ist der Aktienkurs regelrecht abgestürzt. Hatte er beim Börsengang im Juni 2017 noch bei fast 23 Euro gelegen, liegt er nun unterhalb von vier Euro.

Die drängenden Fragen dürften aber hauptsächlich von den Kleinaktionären kommen, die lediglich knapp 20 Prozent der Anteile halten. Die restlichen 80 Prozent der Anteile liegen in den Händen von drei Großaktionären. Das sind die Familie Herz, die über ihren Mayfair-Beteiligungsfonds 47,4 Prozent hält, der Vapiano-Mitgründer Gregor Gerlach mit 17,75 Prozent und die Wella-Erben Hans-Joachim und Gisa Sander mit 15,5 Prozent.

Die Großaktionäre brauchen in der Regel keine Hauptversammlung, um ihre Fragen an den Vorstand loszuwerden. Hans-Joachim Sander hatte im Vorfeld der Hauptversammlung dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ gesagt, dass er trotz der aktuellen Probleme auf ein langfristiges Engagement bei Vapiano setze. „Wenn die Restrukturierung jetzt konsequent umgesetzt wird, bin ich gerne bereit, eine längere Durststrecke in Kauf zu nehmen“, sagte er.

So geduldig sind viele Kleinaktionäre offenbar nicht. Der Kurs der Vapiano-Aktie startete an diesem Mittwoch erneut mit starken Verlusten in den Handel und fiel unter die Marke von 3,90 Euro.

Mehr: Vapiano hat die Expansion bis an die Grenze ausgereizt. Statt noch mehr Filialen zu eröffnen, sollte der Restaurantbetreiber mit den Aktionären einen Kurs abstimmen, meint Handelsblatt-Reporter Florian Kolf.

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