Riese der Bringdienste Lieferheld schluckt Pizza.de

Neuer Gigant bei den Essen-Bringdiensten: Der Online-Bestellvermittler Delivery Hero übernimmt den bisher größten Anbieter Pizza.de. Mit dem Schritt übertrumpfen die Berliner ihren bisher härtesten Rivalen.
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Lieferheld aus Berlin würde durch die Übernahme von Pizza.de unangefochtener Marktführer. Quelle: Michael Reitz 2012

Lieferheld aus Berlin würde durch die Übernahme von Pizza.de unangefochtener Marktführer.

(Foto: Michael Reitz 2012)

BerlinIn Deutschland gibt es einen neuen Marktführer für Essens-Bestellungen aus dem Internet. Das Berliner Unternehmen Delivery Hero („Lieferheld.de“) hat am Donnerstag den bisher größten Anbieter Pizza.de aus Braunschweig übernommen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte ein Sprecher. Beide Marken sollen erhalten bleiben. Eine Zustimmung der Kartellbehörden sei nicht erforderlich, da es sich nach wie vor um einen Nischenmarkt handele.

Dabei betreiben die Online-Vermittler, die gegen eine Provision Bestellungen für zehntausende Pizzabäcker, Döner- und Sushi-Lieferanten entgegen nehmen, längst ein riesiges Geschäft. Pizza.de wickelt derzeit rund 1,4 Millionen Aufträge im Monat ab. Bei Lieferheld sind es etwa 500.000 – auf etwa denselben Wert kommt der bisher schärfste Rivale Lieferando.de, der kürzlich von Takeaway.com aus den Niederlanden übernommen wurde.

Pizzabäcker wütend wegen höherer Provisionen
Nach dem Zusammenschluss dürften Lieferheld und Pizza.de hierzulande einen Marktanteil von rund 75 Prozent haben, heißt es aus der Branche. Beide Portale hatten im vergangenen Jahr ihre Provision erhöht und verlangen von den Pizza-, Döner- oder Sushi-Bringdiensten zwischen 13 und 14 Prozent vom Umsatz. Die Erhöhung sorgte für Ärger bei den Pizzabäckern und Dönerlieferanten, deren Geschäft sich mehr und mehr von telefonischen Bestellungen ins Internet verlagert.

Wo die Deutschen am liebsten essen
Platz 15: Joey's Pizza
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Bereits seit längerem wächst der Umsatz der Pizza-Kette Joey's kräftig. Im Jahr 2014 waren es bereits 135 Millionen Euro – sieben Millionen mehr als im Vorjahr.

Quelle: Jahresbericht Systemgastronomie der Dehoga

Platz 14: Starbucks
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Wie im Vorjahr bleibt Starbucks auf Platz 14, ebenfalls mit einem Umsatz von 135 Millionen Euro.

Platz 13: Block House
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Zu der Steak-Restaurant-Kette Block House gehört noch der Ableger Jim Block. Zusammen erreicht das Unternehmen 153,8 Millionen Euro Umsatz, fast neun Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 12 - SSP Deutschland
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Die Tochter des britischen Gastronomieriesen Select Service Partner ist in Eschborn beheimatet und betreibt Restaurants und Cafés an Bahnhöfen, Flughäfen und Autobahnen. Neben eigenen Marken wie Caffé Ritazza ist sie auch Franchisenehmer von Starbucks und Burger King. Der Umsatz in 2014: 163 Millionen Euro.

Platz 11: Vapiano
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Mit einem Umsatz von 175,1 Millionen Euro steigt Vapiano um einen Platz auf elf. Die Restaurant-Kette ist spezialisiert auf Pizza- und Nudelgerichte.

Platz 10: Edeka
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Mit seinen Bäckerei-Imbissen und anderen Gastronomien entert Edeka in diesem Jahr die Top 10. 180 Millionen Euro Umsatz sorgen für einen Sprung nach oben, immerhin zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Platz 9: Ikea
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Der Hunger der Deutschen nach den schwedischen Köttbullar-Fleischklopsen und Hot Dogs katapultieren auch den Möbilriesen unter die größten zehn Systemgastronomen. Einige sollen sogar nur zum Essen in die blau-gelben Möbelhäuser fahren. Der Umsatz der Gastronomie-Abteilung betrug im Jahr 2014 191 Millionen Euro.

Delivery Hero ist in 23 Ländern aktiv. Der Jahresumsatz dürfte sich nach Schätzungen des Handelsblatts zwischen 50 und 75 Millionen Euro bewegen. Laut eines Sprechers war das Unternehmen zwischenzeitlich profitabel. Um weiter wachsen zu können, nehme Delivery Hero nun aber wieder Verluste im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in Kauf.

Das Startup finanziert sich zu einem großen Teil mit Wagniskapital. Zu den größten Geldgebern zählen die beiden New Yorker Investoren Inside Venture Partners und Luxor Capital, die mit jeweils gut 60 Millionen Euro engagiert sind.

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  • Toller Deal. Geld ist ja bekanntlich nicht weg, sondern hat jemand anderes. Was mich an der ganzen Sache immenz stört ist, dass ein bereits vorhandener Markt mit Wagniskapital derart zugeschüttet wird, dass selbstfinanzierte Unternehmen keinen ordentlich und gesund funktionierenden Markt mehr vorfinden, wo ebenso ein gesunder Wettbewerb vorhanden ist.

    ich kann mich daran erinnern, dass lieferheld und auch der andere Clon lieferando mit falschen Marktdarstellungen sich die gunst der investoren aneignete, indem der markt falsch dargestellt wurde, indem der angeblich einzige konkurrent das telefon sei.

    naja, manchmal muss es sich über die zeit reglementieren, ob das ganze geld der invetsoren durch einen börsengang auch wieder einspielt. ich kann es mir nicht vorstellen, dass menschen in die gastronomie investieren. so wie die lieferdienste teilweise aussehen.

    nunja. toi toi toi. marktbereinigung bedeutet nicht immer automatisch, dass kleiner irgendwann einpacken und gehen müssen. mafrktbereinigung bedeutet auch, dass herr grote (inhaber pizza.de) verstanden hat, dass seine konkurrenten den marktpreis zerstört haben und es zeit ist die reissleine zu ziehen. würde mich nicht wundern, wenn er wieder etwas artgleiches aufbauen würde.

    ich kann es mir beim besten willen nicht vorstellen, dass einer von denen überhaupt gewinnbringend arbeitet. wir werden die zahlen in 2014 abwarten.

    Wie bitte schön bekommt man 300 mio. wieder in die kassen, wenn der markt sich selbst auch in bewegung befindet?

    wenn die gewinnspanne bei einigen branchen nicht die 10% marke hergeben, kann ich als portal auch keine bis zu 15% verlangen. da hinkt das geschäftsmodell kräftig.

    wieviele portale da nicht genannt werden www.frischergehts.net, www.bringbutler.de, www.onlinepizza.de und und und

    man wird es sehen. ich bin jedenfalls sehr gespannt, wieviel von dem ganzen geld übrig bleiben wird.

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