Roboter in der Landwirtschaft Die Revolution hat gerade erst begonnen

Sense und Spitzhacke haben bereits länger ausgedient: Damit der Hunger der Welt gestillt werden kann, werden Drohnen, Roboter und vollautonome Landmaschinen den modernen Ackerbau grundlegend umpflügen.
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Feldroboter statt Landmaschine: Künftig könnten Dutzende der autonomen Maschinen ein Feld bewirtschaften. Quelle: David Dorhout

Feldroboter statt Landmaschine: Künftig könnten Dutzende der autonomen Maschinen ein Feld bewirtschaften.

DüsseldorfTaucht das Stichwort „Drohne“ in den Medien auf, geht es meist um zwei Themen: Die fliegenden Killer-Maschinen des US-Militärs oder das „Euro Hawk“-Debakel um den unbemannten Aufklärer der Bundeswehr. Drohnen sind also etwas Militärisches. Mitnichten.

Die größten Einsatzbereiche für Drohnen liegen nicht in den schwer zugänglichen Gebirgen am Hindukusch, sondern direkt vor unserer Haustüre: in der Landwirtschaft. Mittels der Aufnahmen aus der Luft lassen sich eben nicht nur Rückschlüsse auf die Bewegungen mutmaßlich feindlicher Kämpfer ziehen, auch der Zustand von Pflanzen kann genau beobachtet werden. Mit Wärmebild-Kameras kann der Landwirt krankheitsbedingte Veränderungen im Bestand schon zu einem frühen Stadium erkennen. Wachsen die Pflanzen auf einem Feld unterschiedlich schnell, können Dünge- oder Pflanzenschutzmittel gezielt eingesetzt werden.

Dank moderner Drohnen braucht es nur eine Person am Boden, um den Bestand zu überblicken – damit rechnet es sich auch für kleinere Betriebe. Satellitenaufnahmen waren bisher oft zu ungenau, bemannte Flugzeuge und Hubschrauber mit Fotografen an Bord kosteten oft mehr, als durch die Erkenntnisse eingespart werden konnte.

Drohnen sind im Agrarsektor zu einem Modethema geworden. Auch der Landmaschinen-Hersteller Claas arbeitet daran – Fotos soll das Fluggerät aber keine machen. „Wir entwickeln in einem Forschungsprojekt eine Drohne mit Infrarotkamera, die ein Feld vor der Ernte abfliegt und als Wildretter zum Beispiel Rehkitze aufspürt“, sagt Claas-Geschäftsführer Theo Freye.

Yamaha ist da bereits einen Schritt weiter: Die Japaner bauen bereits seit 1990 den Mini-Hubschrauber RMAX, der Reisfelder mit Pestiziden besprüht. 1995 besprühten bemannte Helikoptern in Japan noch 1.328 Hektar, 2011 waren es nur noch 57 Hektar. Im selben Jahr wurden rund 1.000 Hektar von unbemannten Helikoptern besprüht.

Laut einer im Auftrag der AUVSI (Association for Unmanned Vehicle Systems International) entstandenen Studie würden durch die Zulassung von privaten Drohnen im US-Luftraum alleine in den USA innerhalb von drei Jahren 70.000 neue Arbeitsplätze entstehen – das Stichwort ist dabei Präzisions-Landwirtschaft. Der deutsche Verband UAV Dach sieht ähnliches Potential in Deutschland, wenn Sprühmittelhubschrauber im Weinanbau in steilen Hanglagen durch Drohnen ersetzt würden.

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10 Kommentare zu "Roboter in der Landwirtschaft: Die Revolution hat gerade erst begonnen"

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  • OMG: "SIE" werden Gentechnik nutzen um hirnlose Feldarbeiter-Zombies zu züchten die sich von gekochten Maschinenteilen ernähren.

  • Und dann werden sie anfangen Biodiesel zu produzieren und ihre Reparaturen und (Re-)Produktion in die eigene Hand zu nhemen. Und dann fangen Sie an die Menschen vom Planeten zu vertreiben.

    Lieber Lohndumping und sozialer Abstieg dank Arbeitskräften die billiger Orangen pflücken
    als eine Maschine! Die Gloablisierung wird dafür sorgen daß der Lebensstandard indischer Slums auch in deustchen Städten Realität wird.

  • Ja sicher gibt es immer schwarze Scharfe wie Monsanto und Co. die das schamlos ausnutzen.

    Aber ohne Technologie ist das einfach nicht zumachen.
    Sicher ist es gefährlich neue Gene zunutzen aber solange man nur die natürlichen Mutationen geschleunigt und keine neue Features
    in die Pflanzen einbaut ist das absolut in Ordnung.

    Natürlich sollen die Bauern abhängig gemacht werden aber deshalb sollte man nicht gleich die gesamte Gentechnik in Frage stellen. Man kann es sehr wohl possitiv einsetzen.

    Leute die sagen das das Mist sei wollen im Zweifel auch nur
    überteuerte Bioprodukte an den Mann bringen.

  • Lieber Herrkon
    wenn ich Pflanzen züchte, nutze ich die natürlichen Möglichkeiten des Genmaterials.
    Wenn ich fremde Gene über Technik einschleuße, dann tu ich etwas, was in der Natur nie vorkommen würde. Die Gefahren, die dadurch entstehen, sind unberechenbar. Auf der anderen Seite ist eine einmal in die Natur entlassene Genmanipulation niemals wieder rückgängig zu machen. Man spielt Russisches Roulette und nach mir die Sintflut.

    Am schlimmsten ist, dass diejenigen, welche das machen immer wieder behaupten, sie wollen den Hunger bekämpfen oder was Gutes tun. Das ist gelogen. Es geht um Geld und nichts anderes. Untersuchungen haben gezeigt, dass Genpflanzen nach wenigen Jahren stark im Ertrag sinken und viel anfälliger für Krankheiten werden als nicht manipulierte Pflanzen. Aber dann sind die Bauern bereits so abhängig vom Anbieter, dass sie kaum noch eine Wahl haben, als weiter den gleichen Mist anzubauen.

  • Das ist genauso wie DNA-Optimierungen bei Pflanzen und Tieren
    Hunderte Jahre Züchtung rufen auch Mutationen hervor.

    Von daher finde ich schon das man solche Möglichkeiten nutzen sollte
    um mehr Lebensmittel herzustellen.

    Das senkt im Zweifel auch immer etwas die Preise.
    Spekulationen an der Börse hingehen mit solchen Dingen gehören verboten.

    Auch sollte Deutschland mal mit einem gutem Beispiel vorran gehen
    und eine Art Fleischsteuer einführen.

    Denn wenn die Leute weniger Feisch essen würden könnte wir die Futtermittel der Tiere zur Grundversorgung nutzen und so effektiv
    etwas gegen den Hunger in der Welt unternehmen.

    Laut Weltbank und vielen anderen Institutionen reicht die aktuelle
    Produktion bereits aus um sogut wie alle Leute sicher über die Runden zu zu bringen.

  • Die industrielle Landwirtschaft ist Hauptverursacher von Bodenverlust, Ertragsschwund, Artenschwund und einer Verseuchung der Umwelt mit Giften ohnegleichen. Das Argument, ohne diese Technik gäbe es Hunger ist absurd. Wenn man nur die Hälfte der heutigen Flächen, die zum Anbau von Futtermittel benutzt werden, für die Nahrungsmittelproduktion nutzen würde, könnte man doppelt so viele Menschen satt machen, wie heute leben. Wir brauchen keine Technik, wir brauchen mehr Bioanabau und Kleinbauern. Diese schonen den Boden und haben dauerhaft höheren Ertrag bei weniger Energieeinsatz.
    Technik dient dazu, die Erde auszubeuten. Investoren kaufen riesige Flächen um Monokulturen anzubauen und solange es geht, Gewinne zu machen. Das zum Schluss unfruchtbares, vergiftetes Land übrigbleibt, interessiert die Investoren nicht. Es geht ums schnelle Geld nicht um die Versorgung der Menschen mit Nahrung.
    Durch zuviel Technik verliert der Landwirt den Bezug zum Land und wird zum Industriearbeiter. In der Massentierhaltung sieht man das deutlich. Lebende Wesen werden zu Stückgut. Es zählt die Menge und die Kosten pro Stück. Nicht Qualität noch Tierschutz. In der Landwirtschaft bahnt sich ähnliches im Pflanzenbau an. Das wird eine Katastrophe für die Erde.

  • Traktoren, Dünger, Fahrzeuge, Förderbänder, Presslufthammer etc. All das senkt die nötigen Arbeitskräfte. Trotzdem erhöht es den allgemeinen Wohlstand, auch wenn es Arbeitsplätze kostet. Ohne Hilfsmittel hätte zwar jeder einen Job, aber am Winter gäbs Hungertote und Dienstleistungen gäb es fast gar nicht, wir würden den ganzen Tag arbeiten und hätten keine Freizeit. Kälte- und Seuchentote gäbe es auch im Übermaß. In unserer Dienstleistungsgesellschaft entstehen auch neue Jobfelder, auch wenn wir natürlich immer einige Arbeitslose haben. Aber die Alternative ist schlechter.

  • Geringe Kosten und mehr Gewinne führen zu Anreizen, mehr zu produzieren. Die Gütermenge wird erhöht, die Konzerne profitieren, die Bevölkerung (außer arbeitslose Bauern) auch.
    So läufts nunmal im Kapitalismus. Win-Win.

  • Alle, die frueher in der Landwirtschaft gearbeitet habe, die bekommen Sozial-Hilfe. Das Feld mit Roboter wird menschenfreie Zone.Als naechstes kommt der tierfreie Stall. Auf alle Faelle: der Verbraucher bekommt vom Staat das Geld zum Verbrauchen.

  • "Damit der Hunger der Welt gestillt werden kann, werden Drohnen, Roboter und vollautonome Landmaschinen den modernen Ackerbau grundlegend umpflügen. "
    Es geht nicht um den Hunger in der Welt, es geht um maximale Gewinne! Einsparung von Arbeitskräften. Das spült Geld in die Taschen der Eigner und beseitigt lästige Konkurrenz der Kleinbauern.
    Ist wie mit der grünen Gentechnik. Entwickelt wurden zuerst einmalkeimende Getreidesorten, um auf dem Hunger der Menschen Maximalprofite zu generieren!

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