Rote Zahlen Pensionsrückstellungen sorgen für Verlust bei Air France

Air France hat im vergangenen Jahr mächtig an Umsatz zugelegt. Doch das rettet die Fluggesellschaft nicht vor Verlusten.
Update: 16.02.2018 - 15:38 Uhr Kommentieren
Air France KLM: Pensionsrückstellungen sorgen für Verlust Quelle: dpa
Air France

Durch den Ausbau von Billigfliegern in Frankreich kommt auf Air France mehr Konkurrenz zu.

(Foto: dpa)

ParisTrotz eines starken Geschäftsjahres hat die französische Fluggesellschaft Air France-KLM im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Wegen hoher Kosten zur Refinanzierung von Pensionsrückstellungen stand unter dem Strich ein Minus von 274 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte. Der Umsatz legte hingegen dank gestiegener Passagierzahlen um vier Prozent auf 26 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis konnte die Fluglinie um 42 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro steigern. Auf Air France-KLM kommt zum Teil neue Konkurrenz durch Billigflieger zu.

So will der irische Billigflieger Ryanair sein Geschäft in Frankreich ausbauen. Zudem drängt zum Beispiel Norwegian Air Shuttle stärker in den Markt mit lukrativen Langstreckenflügen. In diesem Umfeld setzt Air France-KLM weiter auf die eigene Stärke. Die Kapazität soll im laufenden Jahr um bis zu vier Prozent steigen. Damit würde die Zahl der angebotenen Flugkilometer stärker zulegen als 2017.

Zudem sollen die Stückkosten - also die Kosten pro Passagier - sinken, wenn man die steigenden Treibstoffkosten ausklammert. Das will Air France-KLM durch den Ausbau der Billigflugmarke Joon, ein Plus an Produktivität und ein besseres Flottenmanagement erreichen. So dürfte das operative Geschäft im laufenden Jahr Geld abwerfen. Damit dürfte auch der Schuldenstand weiter sinken.

An der Börse war die Aktie von Air France in den vergangenen Wochen unter Druck geraten, nachdem sie im Jahr 2017 wie das Papier der Lufthansa deutlich an Wert gewonnen hatte. Zuletzt mehrten sich aber die Zweifel der Investoren, ob die Lage für etablierte Anbieter so günstig bleibt wie zuletzt.

Das sind die besten Airlines 2018
Platz 10: Japan Airlines (Japan)
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Jedes Jahr vergibt die australische Agentur Airline Ratings die „Airline Excellence Awards“. Dabei werden die Besten der Branche ausgezeichnet – vom Billigflieger bis zum kulinarischen Champion. Auf Platz 10 landet in diesem Jahr Japan Airlines.

Quelle: (AirlineRatings/CNN)

Platz 9: Cathay Pacific (Hongkong)
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Eingerechnet in die Wertung werden vier wichtige internationale Sicherheitsüberprüfungen, sowohl branchenintern als auch von Behördenseite. Dazu kommen das Alter der Flotte, Bewertungen der Passagiere, Profitabilität, Bonitätsnoten und die wichtigsten Produktangebote. „Wir schauen uns auch an, ob die Airline innovativ ist und neue Dinge ausprobiert, die das Erlebnis der Passagiere verbessern“, sagte Geoffrey Thomas, Chefredakteur von AirlineRatings.com. In diesem Jahr wird die Rangliste von Airlines aus Australien und Asien dominiert – wie hier Cathy Pacific aus Hongkong.

Platz 8: Korean Air (Südkorea)
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Die koreanische Airline wurde für die geräumigen Sitze in ihrer Economy-Klasse ausgezeichnet.

Platz 7: All Nippon Airways (Japan)
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Alle Fluggesellschaften auf der Liste haben eine Sicherheitsbewertung von sieben Sternen und stehen für Innovationen, erklärte Airline Ratings. „Egal ob Nummer eins oder Nummer zehn – alle diese Airlines sind die Besten der Besten, die Elite der Luftfahrt“, hieß es in der Begründung der Jury. „Sie sind die Trendsetter und der Maßstab, an dem alle anderen gemessen werden.“

Platz 6: Etihad (Vereinigte Arabische Emirate)
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In der Jury sitzen nach Angaben von Airline Ratings Experten, die seit 20 Jahren die Welt der Luftfahrt bewerten. Auch wenn vor allem Unternehmen aus Australien und Neuseeland ausgezeichnet wurden, erklärt Thomas, der Prozess sei „objektiv und nicht manipulierbar“. Trotz jüngster Turbulenzen in der Führung schneiden Airlines wie Etihad außergewöhnlich gut ab.

Platz 5: Virgin Atlantic (Großbritannien)
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Gleich zwei Mal ist Virgin in den Top Ten vertreten. Virgin Atlantic ist dabei die am besten bewertete europäische Airline.

Platz 4: Virgin Australia (Australien)
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Die Airline von Unternehmer Richard Branson wurde für die beste Business-Class ausgezeichnet. Die Luxus-Suite „The Business“ sei einzigartig in dem Segment.

Dagegen will Air France-KLM einen Verlust des zum Verkauf stehenden Partners Alitalia an Lufthansa und andere Konkurrenten vermeiden. Die Airline suche mit dem US-Partner Delta Air Lines nach Möglichkeiten, die krisengeschüttelte italienische Fluggesellschaft im gemeinsamen Nordatlantik-Bündnis und im Luftfahrtverbund Skyteam zu halten, ohne selbst als Käufer aufzutreten, sagte Konzernchef Jean-Marc Janaillac. „Es wäre ziemlich schlecht, Alitalia nicht mehr als Partner sondern als Konkurrenten auf den Nordatlantik-Routen zu haben.“ Angesichts der bekannten Interessenten für Alitalia, zu denen die Lufthansa, der britische Billigflieger Easyjet und der US-Finanzinvestor Cerberus zählen, bestehe aber dieses Risiko. 2017 lief es bei Air France rund: Dank der Air-Berlin-Pleite stiegen Passagierzahl und Gewinn.

Der Alitalia-Verkauf zieht sich wohl länger hin als vom Staat geplant. Industrieminister Carlo Calenda stufte kürzlich die Chancen auf einen Deal noch vor der Parlamentswahl am 4. März, wie ursprünglich von der Regierung geplant, als gering ein. Die Lufthansa, die mit dem eigenen Luftfahrtbündnis Star Alliance mit Air France konkurriert, trat zuletzt bei den Gesprächen über eine Übernahme eines Großteils von Alitalia auf die Bremse. Vorstandschef Carsten Spohr forderte vor einem möglichen Kauf eine gründliche Sanierung. Alitalia ging im Frühjahr 2017 in die Insolvenz, nachdem sich die Mitarbeiter gegen einen von Gewerkschaften und Management ausgehandelten Rettungsplan gestellt hatten. Seither steht die Airline unter staatlicher Verwaltung, die Regierung stützt sie mit einem Brückenkredit von 900 Millionen Euro.

  • dpa
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