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Rücktritt zur HV Hochtief-Chef gibt im Kampf gegen ACS auf

Lange hatte er gegen die Übernahme durch die Spanier gekämpft. Nun gibt Hochtief-Chef Lütkestratkötter gegen ACS auf und gibt seinen Posten auf der Hauptversammlung ab.
11.04.2011 Update: 11.04.2011 - 09:55 Uhr Kommentieren
Herbert Lütkestratkötter, Vorstandsvorsitzender der Hochtief AG Quelle: dpa

Herbert Lütkestratkötter, Vorstandsvorsitzender der Hochtief AG

(Foto: dpa)

Berlin Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter streicht im Kampf gegen eine Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS die Segel. Auf der Hauptversammlung am 12. Mai gibt er seinen Posten auf, wie Hochtief in der Nacht zum Montag mitteilte.

Lütkestratkötters Nachfolger soll Vorstandsmitglied Frank Stieler werden. Er gehört dem Führungsgremium seit März 2009 an und leitet bislang den neu geschaffenen Europa-Bereich des Konzerns. Lütkestratkötter hatte lange erbittert um die Unabhängigkeit von Hochtief gekämpft. Zuletzt verhandelte er mit Großaktionär ACS über einen Vertrag, der das Zusammenleben in der Zwangsehe mit dem spanischen Angreifer regeln soll.

Frank Stieler hat Aufsichtsratskreisen zufolge die Rückendeckung des Großaktionärs ACS. ACS unterstütze die Ernennung Stielers, sagte eine Person aus dem Umfeld des Kontrollgremiums am Montag.

Doch nun sind seine Tage bei Hochtief gezählt. Zur Hauptversammlung am 12. Mai räumt er den Chefsessel. Das Aktionärstreffen wird zum Showdown im Machtkampf mit Großaktionär ACS. Dieser will dann die Zahl seiner Posten im Aufsichtsrat von derzeit zwei auf vier Mandate verdoppeln, um seine Position auszubauen.

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    Hochtief-Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp hat die Forderung zurückgewiesen. Dem als Präsident von Real Madrid bekannten ACS-Chef Florentino Perez spielen negative Nachrichten von Hochtief, wie die Verluste beim australischen Tochterkonzern Leighton, derzeit in die Karten. Denn wenn der Aktienkurs sinkt, wird die Übernahme weitere Anteile günstiger. Perez sammelt trotz des erbitterten Widerstands von Hochtief Aktien ein und will über die 50-Prozent-Schwelle kommen. ACS hatte jüngst erklärt, rund 41 Prozent der Hochtief-Anteile zu halten und bis zur Hauptversammlung weiter zuzukaufen

    Wegen der Probleme bei der australischen Tochter Leighton rechnet Hochtief in diesem Jahr mit einem etwa auf die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr reduzierten Vorsteuergewinn. Der genaue Wert sei vom Ergebnis und Umfang der geplanten Anteilsveräußerung der Infrastrukturtochter Concessions abhängig, hieß es in einer Mitteilung vom frühen Montagmorgen.

    Der Konzerngewinn solle im laufenden Jahr das Niveau des Vorjahres übertreffen. Hochtief bekräftigte erneut, die Gewinnziele für die beiden nächsten Jahre seien nicht beeinträchtigt.

    Leighton erwartet aus verschiedenen Bauprojekten in Australien Verluste beziehungsweise Abschreibungen oder einen geringeren Gewinn als zunächst geplant und muss Rückstellungen bilden. Um sich frisches Geld zu verschaffen, will die australische Hochtief-Tochter das Kapital um 757 Millionen australische Dollar erhöhen. Hochtief will seine Bezugsrechte bei der Kapitalerhöhung entsprechend seiner Beteiligung ausüben.

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