Ryanair-Chef Michael O’Leary „Wir werden den lächerlichen Forderungen nicht nachgeben“

Finanziell hat der Billigflieger Ryanair den Pilotenstreik gut verkraftet. Nun attackiert Airline-Chef Michael O’Leary die Gewerkschaften. Er fürchte sich nicht vor weiteren Streiks.
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Ryanair: Billigflieger provoziert weitere Streiks Quelle: AFP
Ryanair-Chef Michael O’Leary

Der Gründer des Billigfliegers nimmt im Konflikt mit den Piloten weitere Streiks in Kauf.

(Foto: AFP)

LondonMichael O’Leary ist keiner, der vor einer Auseinandersetzung zurückschreckt. Das wird auch bei Vorlage der aktuellen Quartalszahlen des irischen Billigfliegers deutlich, an dessen Spitze der streitlustige Ire seit rund 25 Jahren steht. Es seien wegen der bevorstehenden Verhandlungen mit Gewerkschaften Streiks zu erwarten, erklärte O’Leary in einer Videobotschaft an die Ryanair-Investoren.

Denn auch wenn er im vergangenen Jahr nachgeben musste und erstmals in der Geschichte der blau-gelben Airline mit den von ihm so verabscheuten Gewerkschaftsvertretern verhandeln musste – kampflos ergeben will sich der 56-Jährige nicht, schon gar nicht wegen „regionaler Störungen und negativer PR“, auf die er sich einstellt.

Im vergangenen Sommer hatte Ryanair bereits ein Desaster erlebt, als rund 20.000 Flüge der Gesellschaft ausfielen. Der Grund für die Flugausfälle: Es fehlte an Personal. Ryanair selbst führte die Ausfälle auf neue Vorschriften der irischen Luftverkehrsaufsicht zurück, zudem sei die Ausbildung neu eingestellter Piloten noch nicht abgeschlossen gewesen.

In der Branche wurde jedoch spekuliert, dass viele Piloten zur Konkurrenz gewechselt waren – aus Unzufriedenheit mit ihren Arbeitsbedingungen. Am Ende mussten Flüge gestrichen werden, wütende Kunden waren die Folge – und Ryanair konnte es sich in dieser Situation nicht mehr leisten, die seit Jahren geäußerte Kritik von Arbeitnehmervertretern zu ignorieren. Im Dezember, kurz vor Weihnachten, setzten sich Vertreter von Ryanair und von Gewerkschaften erstmals an den Verhandlungstisch. In einigen europäischen Ländern konnte man eine Einigung erzielen, in anderen noch nicht. Die Gespräche sollen dieses Jahr fortgesetzt werden.

Doch dabei werde Ryanair den „lächerlichen“ Forderungen der Piloten nicht nachgeben, kündigte der streitlustige Konzernchef nun an. Ryanair sei bereit, die damit verbundenen Beeinträchtigungen hinzunehmen.

Die Anerkennung von Gewerkschaften „zieht Risiken nach sich“, erklärt Börsenexperte Neil Wilson von ETX Capital: Sogar die Gewinnprognose für das Jahr hänge davon ab, dass die Gewerkschaften mitspielen, warnt Wilson. Streiks verschrecken schließlich nicht nur Passagiere, sondern führen auch zu höheren Kosten.

Ryanair selbst rechnet aktuell damit, in diesem Jahr 45 Millionen Euro für höhere Gehälter auf den Tisch legen zu müssen. Das sind Nachrichten, die bei den Aktionären nicht gut ankommen, die Aktie fiel an der Börse. Als kleines Trostpflaster für die Investoren will Ryanair weiter Aktien zurückkaufen. Zudem verspricht O’Leary, werde man sich von den Gewerkschaften nicht vom eingeschlagenen Weg abhalten lassen.

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  • Ja, wenn man die Wünsche der Mitarbeiter ignoriert hat man bald keine mehr - sie gehen zur Konkurrenz. Gut so.
    Meine "aus Versehen" Erfahrung mit Billigflieger smartlynx (habe bei Condor gebucht - wurde von smartlynx durchgeführt):
    Sehr alter Flieger - ohne Bemalung oder Namen - ganz in weiß - wirkte wie ein (am Schrottplatz oder Halte) abgestelltes, altes Flugzeug, dass wegen der hohen Flugauslastung aller Fluggeräte ausgekramt wurde.
    Obwohl eine Nase zur Verfügung stand, mussten die Passagiere über den Flughafen laufen - die Behinderten wurden mit dem Hubgerät für die Ladung nach oben gebracht!!!
    Der Flug dauerte länger als sonst und ich habe nie so viele Turbulenzen erlebt - normaler weise versucht der Kapitän die Zeiten einzuhalten und fliegt bei Gegenwind einfach etwas schneller und wählt eine Flugroute, die wenig Turbulenzen hat. Etliche Passagiere übergaben sich.
    Bei Ryaneir gibt es die Themen - WIR FLIEGEN WEGEN BREXIT NICHT
    - ODER -
    WIR FLIEGEN WEGEN URLAUBSZEITEN DER PILOTEN NICHT
    - ODER -
    WIR FLIEGEN WEGEN IRGENDWELCHEN GRÜNDEN NICHT
    Ich persönlich halte Ryainair für unzuverlässig.
    BILLIG IST BILLIG UND WER BILLIG WILL - GEHT BILLIG MIT SICH SELBST UM
    (den kann man dann auch alles zumuten.... auch Ryaneir und die Merkel)

  • Wer weiter Konzerne und Superreiche unterstützen will, kauft bei Amazon und fliegt mit Fluggesellschaften wie Ryanair.
    Auf diese Weise schaffen wir uns selbst Stück für Stück ab. Arbeitsplätze werden nach uns nach eingedampft oder immer schlechter bezahlt.
    Aber Hauptsache billig und sofort. Glücklicher macht das komischerweise keinen. Nur unzufriedener, weil die Konsumrate irgendwann nicht mehr weiter steigen kann. Das menschliche Hirn ist nicht auf diese Art Leben ausgerichtet.

    Der Mensch, so wie er heute ist, wird in einem großen Chaos untergehen. Maßlose Gier, maßloses Bevölkerungswachstum, aggressive Religionen, Digitalisierung ... die Zeit der Völkerwanderungen und Kriege wird kommen. Auch mit einer geplanten Totalüberwachung wird das nicht aufzuhalten sein. Nur verzögert.

  • Soweit bekannt sind viele Piloten bei Ryanair über Ich AG angestellt. Sie sind häufig nicht gewerkschafltich organisiert und erhalten kein Streikgeld. Ryanair kann einfacher die Verträge mit diesen Ich AG kündigen als dies in Europa mit festangestellten MA möglich ist. Das bedeuted, dass Ryanair streikmässig in einer besseren Position ist als z.B. die Lufthansa.

    Die Herausforderung besteht für Ryanair darin, dass er eine grosse Anzahl an Piloten benötigt, diese nicht ¨üppig bezahlt. Je nachdem wie die Marktlage für Piloten ist, werden sich diese eine andere Airline suchen.
    Die Kosten für die Flugzeuge laufen auch bei einem Streik weiter, Ryanair verliert Umsätze und Erträge. Dies schätzen die Aktionäre nicht allzu sehr.

    Insofern bin ich gespannt was bei dem Streik herauskommt.

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