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Ryanair Höhenflug der Billigheimer

Europas größter Low-Cost-Flieger Ryanair hebt erneut die Prognose an. Der wachsende Erfolg der Billig-Airlines wirft ein Schlaglicht auf die Nöte der Lufthansa. Die sieht sich gezwungen, drastisch die Kosten zu senken.
09.09.2015 - 15:42 Uhr
Der Ryanair-Chef will weiter expandieren: „Deutschland ist ein wichtiger Wachstumsmarkt.“ Quelle: Reuters
Überflieger Michael O'Leary

Der Ryanair-Chef will weiter expandieren: „Deutschland ist ein wichtiger Wachstumsmarkt.“

(Foto: Reuters)

London Michael O'Leary ist noch immer für einen derben Scherz zu haben. Als Europas größter Billigflieger Ryanair jüngst in einem Londoner Kino über seine Fortschritte beim Strategiewechsel berichtete, ließ sich der Vorstandschef stilgerecht in einem Kostüm des Star-Wars-Bösewichts Darth Vader für ein Filmplakat ablichten. Neben dem Bild von Leary platzierten die Macher unter Anspielung auf die Service-Offensive der Iren noch eine Sprechblase: „Wenn ich gewusst hätte, wie gut der Wechsel auf die helle Seite des Lichts funktioniert, wäre ich bereits vor Jahren ein Guter geworden.“

Doch O’Leary kann sich den Übermut leisten. Nach Rekordbuchungen im Sommergeschäft schraubte die irische Billig-Airline ihre Gewinnprognose am Mittwoch um satte 25 Prozent hoch. Ryanair sei überrascht worden von den vielen Last-Minute-Buchungen im Sommer, erklärte O'Leary.

Der Höhenflug der Billigflieger nimmt damit die nächste Umlaufbahn. Nach der neuen Prognose der Iren wird sich der Nettogewinn zum Ende März 2016 auslaufenden Geschäftsjahr voraussichtlich zwischen 1,175 und 1,225 Milliarden Euro bewegen. Im Mai hatte das Luftfahrtunternehmen noch mit einem Gewinn zwischen 940 und 970 Millionen Euro gerechnet. Ryanair profitierte zum einen von der guten Konjunktur, die sich in hohen Passagierzahlen widerspiegelt, und von den niedrigen Kerosinkosten, die auf Jahressicht um zehn Prozent niedriger ausfallen als veranschlagt.

Mit diesen Billigfliegern kommen Sie pünktlich
Platz 10 – Air Asia (Malaysia)
1 von 10

Air Asia beförderte im vergangenen Jahr mehr als 28 Millionen Menschen. Die Experten von Flightstats haben insgesamt 157.775 Flüge ausgewertet. Demnach waren 78,08 Prozent der Flüge pünktlich. Die Airline geriet zuletzt in die Schlagzeilen, weil ein Airbus am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt war. Alle 162 Menschen an Bord kamen ums Leben.

(Foto: dpa)
Platz 9 – Jetstar (Australien)
2 von 10

Jetstar brachte seine Kunden in 82,25 Prozent der Fälle pünktlich ans Ziel. Die australische Billigfluggesellschaft verzeichnete 2014 insgesamt 115.009 Flüge und beförderte mehr als 21 Millionen Menschen.

(Foto: Reuters)
Platz 8 – Virgin America (USA)
3 von 10

Die US-amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz in Burlingame (Kalifornien) landet auf dem achten Platz. 82,42 Prozent der insgesamt 58.784 Flüge im Jahr 2014 waren nach Berechnungen von Flightstats pünktlich. Die Airline transportierte im vergangenen Jahr mehr als acht Millionen Menschen.

(Foto: AFP)
Platz 7 – Indigo (Indien)
4 von 10

Die Mehrzahl der Flüge von Indigo sind indische Inlandsflüge – davon gibt es allerdings jede Menge. Insgesamt wertete Flightstats 183.515 Flüge der Billig-Airline aus, 83,31 Prozent der Flieger landeten pünktlich. Indigo beförderte 2014 rund 33 Millionen Passagiere.

(Foto: dpa)
Platz 6 – Norwegian Air (Norwegen)
5 von 10

84,96 Prozent der Flüge von Norwegian Air waren 2014 pünktlich am Ziel. Die norwegische Billigfluggesellschaft mit Sitz in Bærum-Fornebu nahe der Hauptstadt Oslo verzeichnete 172.277 Flüge und beförderte mehr als 31 Millionen Menschen. Zu den Reisezielen in Deutschland gehören Berlin, München, Hamburg und Köln-Bonn.

(Foto: Reuters)
Platz 5 – Easyjet (Großbritannien)
6 von 10

Einen guten fünften Platz im Pünktlichkeitsranking belegt Easyjet, das seine mehr als 72 Millionen Passagiere in 85,12 Prozent der Fälle pünktlich ans Ziel bringt. Easyjet ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft Europas und fliegt in Deutschland unter anderem von Düsseldorf, Köln-Bonn, Hamburg und Berlin. 2014 hob die Airline insgesamt 443.898 Mal ab.

(Foto: dapd)
Platz 4 – Niki (Österreich)
7 von 10

Daumen hoch von Gründer Niki Lauda, ehemaliger Formel-1-Fahrer: Niki mit Sitz in Wien transportierte in 24.426 Flügen rund 3,8 Millionen Menschen – oft pünktlich. 86,22 Prozent der Flüge der heutigen Air-Berlin-Tochter landeten planmäßig.

(Foto: ap)

Im Juli hatte Ryanair nach eigenen Angaben als erste Fluggesellschaft überhaupt mehr als zehn Millionen Passagiere in einem Monat auf Auslandsflügen befördert. Die Flugzeuge seien im Juli und August zu 95 Prozent ausgelastet gewesen, obwohl die Ticketpreise zwei Prozent teurer geworden seien. Auch im September seien die Buchungszahlen gut.

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    Es ist das deutlich sichtbare Zeichen, dass der Strategieschwenk der Iren Früchte trägt. Die führende Billig-Airline, seit Jahren mit plakativer Werbung und O'Learys frechen Sprüchen im Angriffsmodus gegen die etablierten Konkurrenten agierte, hatte nach einem ungewohnten Hänger im Jahr 2013 ihr Geschäftsmodell angepasst und eine Neuausrichtung eingeleitet.

    Ryanair führte eine Art Business Class ein, um sparsame Geschäftskunden zu gewinnen und strich viele der berüchtigten Sondergebühren. Künftig wollen die Iren deutlich stärker als bisher neben Regionalflughäfen auch sogenannte Primary Airports, große Flughäfen wie Berlin oder Hamburg, anfliegen. Die Airline, die für viele Kunden für „billig und gemein“ stand, will künftig als „billig und liebenswürdig“ gelten – ein Konzept, das offensichtlich aufgeht.

    Doch Ryanair steht mit seinem Erfolg keineswegs allein da. Auch der britische Rivale Easyjet, die Nummer zwei unter den Low-Cost-Airlines in Europa, rechnet in diesem Sommer mit einer Rekordzahl von 14 Millionen Passagieren zwischen Mitte Juli und Ende September. Erst vor wenigen Tagen hatte auch Easyjet-Chefin Carolyn McCall die Prognose für das in diesem Monat endende Geschäftsjahr auf den Rekordwert eines Vorsteuerergebnisses zwischen 675 und 700 Millionen Pfund nach oben geschoben. Easyjet habe allein im August mit 7,06 Millionen Passagieren nach eigenen Angaben eine neue Bestmarke an Fluggästen gezählt, wie McCall freudestrahlend verkündete.

    Frontalangriff auf die Lufthansa
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