Ryanair steuert um Airline plant keine weiteren Flüge innerhalb Deutschlands

Köln-Berlin bleibt vorerst die einzige Inlandsstrecke, auf der Ryanair Lufthansa und Air Berlin angreift. Dennoch: Der Billigflieger will in Deutschland kräftig zulegen – und vermittelt nach Autos bald auch Unterkünfte.
Die Strecke Berlin-Köln soll vorerst die einzige innerdeutsche Strecke bleiben, die Ryanair anbietet. Quelle: dpa
Flughafen Weeze

Die Strecke Berlin-Köln soll vorerst die einzige innerdeutsche Strecke bleiben, die Ryanair anbietet.

(Foto: dpa)

BerlinNach dem Start auf der Strecke Berlin-Köln will der irische Billigflieger Ryanair zunächst keine weiteren innerdeutschen Verbindungen anbieten. „Inlandsflüge sind kein großer Teil unserer Pläne für Deutschland“, sagte Vorstandschef Michael O’Leary am Donnerstag in Berlin. Man sehe sich zwar interessante Strecken an, etwa Köln-Hamburg, aber Verbindungen von deutschen Flughäfen ins Ausland seien im Moment attraktiver. Ryanair hatte im vergangenen Herbst nach jahrelanger Pause wieder innerdeutsche Flüge ins Programm genommen und damit Unruhe bei deutschen Fluggesellschaften ausgelöst.

Das Unternehmen kündigte an, künftig auch Unterkünfte in Hotels, Hostels, Pensionen, Ferienhäusern und Privatunterkünften zu vermitteln. Das Angebot namens Ryanair Rooms starte am 1. Oktober. „Wir wollen den ganzen Unterkunftsmarkt aufmischen“, kündigte O’Leary an. Im vergangenen Jahr hatte die Fluggesellschaft eine Autovermietung eröffnet.

O’Leary gab das Ziel aus, die Zahl seiner Passagiere in Deutschland in drei Jahren auf 30 Millionen zu verdoppeln, davon eine Million auf Inlandsverbindungen. Der Marktanteil in Deutschland soll in fünf Jahren von 5 auf 20 Prozent steigern.

Mit diesen Airlines gibt es besonders oft Ärger
Entschädigung bei Verspätungen
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Passagiere sind es gewohnt, dass das Flugzeug pünktlich startet. Doch oft kommt es zu Verspätungen oder Ausfällen. Streiks, Wetter oder technische Probleme können den Abflug verzögern oder gar unmöglich machen. Das passiert auch in den Sommermonaten, wenn viele Reisende unterwegs sind. Ärgerlich – doch Passagiere haben manchmal einen Anspruch auf Entschädigung.

Der Entschädigungsdienstleister „Refund.me“ hat untersucht, welche Airlines besonders häufig für Verspätungs- oder Flugausfallverdruss bei den Passagieren sorgen. Datengrundlage sind mehrere tausend Forderungen aus den Monaten Juni bis September 2015. Von welchen Fluggesellschaften besonders häufig Entschädigungen verlangt wurden.

Platz 5 weltweit – British Airways
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Drei Prozent der Entschädigungsansprüche weltweit, insbesondere von englischen, französischen und spanischen Passagieren, richten sich gegen British Airways. Bei einem großen Angebot an Flügen ist eine Flugverspätung bei den Briten offenbar sehr häufig an der Tagesordnung.

Betroffene Fluggäste können sich an Unternehmen wie Refund.me wenden, die als eine Art Inkassodienst fungieren. Das macht es für die Passagiere oft einfacher, als selbst gegen die Fluggesellschaft vorzugehen.

Platz 4 weltweit – Air France
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Dauert die Verspätung länger als drei Stunden, steht Fluggästen eine zeitlich gestaffelte Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro zu. Gegen die größte französische Fluggesellschaft Air France richten sich weltweit dreieinhalb Prozent der Auszahlungsansprüche.

Platz 3 weltweit – Ryanair
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Insgesamt gingen bei Refund.me zwischen Juni und September Entschädigungsansprüche gegen 151 Fluggesellschaften ein. Auch Ryanair wurde dabei nicht verschont: fünf Prozent der Ansprüche der Fluggäste weltweit richten sich gegen die irische Billig-Airline.

Platz 2 weltweit – Easyjet
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Acht Prozent der Fluggäste aus der ganzen Welt gingen die britische Fluggesellschaft Easyjet vor. Müssen Passagiere am Flughafen länger warten, stehen ihren außerdem Essen und Getränke zu. In der Regel verteilen die Fluggesellschaften Gutscheine. Bei Erfolg vor Gericht kassieren Dienstleister wie Refund.me eine Provision. Sollte die Klage jedoch scheitern, trägt das Unternehmen die Kosten.

Platz 1 weltweit – Vueling
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Die meisten Entschädigungsansprüche der Passagiere weltweit richteten sich gegen Vueling: 13 Prozent. Die spanische Billigfluggesellschaft befindet sich in einer Wachstumsphase und baut ihr Streckennetz und ihre Flotte kontinuierlich aus.

Platz 5 Deutschland – Easyjet
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Während englische, französische und spanische Passagiere vor allem von den bereits erwähnten Fluggesellschaften Entschädigungen forderten, sah es bei den deutschen Flugreisenden anders aus: insgesamt gingen sie gegen 68 Airlines vor. Neben einheimischen Gesellschaften landet die britische Easyjet auch in dieser Auswertung, diesmal auf dem fünften Platz mit fünf Prozent.

„Deutschland ist unser am schnellsten wachsender Markt“, sagte O’Leary, im Zentrum stehe Berlin. Wann der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb geht, sei dafür nicht wichtig. „Wenn das Terminal eröffnet, wird es schon zu klein sein.“ Ryanair werde es nicht nutzen, sondern seine Passagiere am bisherigen Schönefelder Terminal einchecken lassen. Dort errichtet die Flughafengesellschaft einen kleinen Neubau für Ryanair.

Gewerkschaften kritisieren immer wieder, die Fluglinie tragen ihren Preiskampf auf dem Rücken der Beschäftigten aus, zahle Niedriglöhne und unterlaufe Sozialstandards. O’Leary sagte dazu, seine Leute brauchten keine Gewerkschaften. „Sie vertreten sich selbst.“ Ryanair garantiere jährliche Gehaltszuwächse und zusätzlichen Urlaub. Wie die Beschäftigten finanziell verglichen mit der Konkurrenz dastehen, könne er nicht sagen.

Der Airline-Chef warnte erneut vor einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Das würde zu weniger Wettbewerb und höheren Ticketpreisen führen. Im Fall eines Brexits werde seine Airline weniger im Vereinigten Königreich investieren. „Wenn sie in der EU bleiben, werden wir unsere Beschäftigtenzahl dort auf 6000 verdoppeln.“

  • dpa
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