Sanierungsstau bei deutschen Flughäfen Start- und Landebahnen werden zu Buckelpisten

Er ist der größte Feind der Flughafen-Manager: Der Betonkrebs verwandelt Start- und Landebahnen in Pisten mit Rissen und Aufblähungen. Ein neuer Bericht spricht von einem Sanierungsbedarf in Milliardenhöhe.
Durch Betonkrebs entstehen Risse und Aufblähungen. Quelle: Imago
Risse in einer Start- und Landebahn

Durch Betonkrebs entstehen Risse und Aufblähungen.

(Foto: Imago)

SaarbrückenNicht nur um Autobahnen und Brücken, sondern auch um die Start- und Landebahnen vieler deutscher Flughäfen ist es einem Zeitungsbericht zufolge schlecht bestellt. Innerhalb der nächsten Jahre würden 1,2 Milliarden Euro benötigt, um beträchtliche Schäden an den Pisten zu beheben, berichtete die „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf einen internen Bericht des Arbeitskreises Luftverkehr für die Verkehrsministerkonferenz, die am Donnerstag in Heringsdorf beginnt.

Derzeit würden die Betreiber vor allem durch „provisorische Maßnahmen“ dafür sorgen, dass die Sicherheit des Flugbetriebs nicht beeinträchtigt werde, schreibt das Blatt. Ursache für den schlechten Zustand der Pisten sei der sogenannte Betonkrebs, durch den Risse und Aufblähungen entstehen.

„Viele“ Flughäfen seien betroffen, die Schäden „erheblich“, heißt es laut dem Bericht in dem Papier. Konkret würden aber keine Airports benannt. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge 22 internationale Verkehrsflughäfen in Deutschland; hinzu kämen rund 70 regionale Airports. Laut der „Saarbrücker Zeitung“ wollen die Länder bei ihrer Konferenz den Bund dazu bewegen, bei der Sanierung mit Bundesmitteln zu helfen.

Die guten und die ganz schlechten Flughäfen
Platz 29: Flughafen Mannheim
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Eine Dornier 328 steht vor dem Tower und der Abflughalle des Mannheimer Flughafens (Archivbild). Der Airport weist laut der Studie teils erhebliche Mängel auf. Demnach fehlen an den Start- und Landebahnen dringend notwendige Auslaufzonen. Note: 3,6.

Die Betreibergesellschaft des Mannheimer City Airports kritisierte, dass der Check nur die reinen Ausstattungsmerkmale berücksichtige, nicht aber die Verkehrsmenge, die individuellen Maßnahmen zur Risikoabwehr oder das besondere Training der Crews. Die in Mannheim nicht vorhandenen Freiflächen würden durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen kompensiert, die es an anderen Flugplätzen so nicht gebe.

Platz 28: Flughafen Heringsdorf
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Der Regionalflughafen in Heringsdorf auf der deutschen Insel Usedom ist einer der ältesten Flughäfen Deutschlands. Er wurdet 1925 eröffnet. Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert und liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Garz und Zirchow. Zum Flugangebot zählen innerdeutsche Linienflüge, Charterflüge zu ausländischen Zielen für Urlauber und Geschäftsreisende sowie Rundflüge. Note: 2,9.

Platz 28: Flughafen Memmingen
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Der 2004 als Verkehrsflughafen zugelassene Platz in Memmingen, auch Flughafen Allgäu, ist der kleinste seiner Art in Bayern, und der am höchsten gelegene Airport in Deutschland. Note: 2,9.

Platz 26: Flughafen Lübeck
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Was für Mannheim gilt, gilt auch für den Flughafen Lübeck. Die von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) geforderte Auslaufzone am Ende der Landebahn sorgt dafür, dass ein Flugzeug im Fall eines Hinausrollens über die Piste abgebremst wird. In Lübeck mangelt es daran. „Trotzdem ist das Gesamtbild auch an diesen Flughäfen noch befriedigend“, sagte Studienautor und Flugkapitän Wolfgang Starke. Note: 2,9.

Platz 25: Flughafen Saarbrücken
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Der Airport Saarbrücken-Ensheim (Archivbild) ist defizitär und wäre 2014 fast geschlossen worden. Doch dann fiel die Entscheidung gegen den Flughafen im nur 30 Kilometer entfernten Zweibrücken aus – gut für Saarbrücken. Note: 2,5.

Platz 25: Flughafen Weeze
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Für die mangelhafte Auslaufzone auf dem Flughafen Weeze vergibt die Vereinigung Cockpit die Schulnote 4,0. Alle anderen Kriterien werden besser bewertet. Deswegen reicht es für die Note: 2,5.

Platz 25: Flughafen Westerland
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Der Flughafen Westerland auf Sylt liegt zwei Kilometer östlich des Zentrums des Hauptortes im Ortsteil Tinnum. Air Berlin fliegt Sylt ganzjährig ab Düsseldorf bis zu dreimal täglich an. Kritik der Tester: die Landebahnen und die Parkmöglichkeiten für die Flieger. Note: 2,5.

  • afp
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