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Schadsoftware „Petya“ Cyberangriff trifft größte Reederei der Welt heftig

Wem gehört dieser oder jener Container? Eigentlich kann die größte Reederei der Welt das jederzeit beantworten. Doch ein Hackerangriff wirbelte die Betriebsabläufe durcheinander. Teilweise wurden Riesenschiffe per Hand entladen.
Update: 28.06.2017 - 13:20 Uhr 1 Kommentar

Trotz Cyberangriffe: Deutsche Unternehmen schützen sich nicht

Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit: Die Schiffe der größten Container-Reederei Maersk sind heute auf den Weltmeeren unterwegs, die Kommunikation funktioniert, und die Crews steuern sicher auf ihren Routen. Doch dass das Unternehmen diese Selbstverständlichkeit erwähnen muss, zeigt, wie heftig eine Cyberattacke mit der Schadsoftware „Petya“ den Konzern getroffen hat.

A.P. Møller-Maersk hatte einige Systeme wegen des Angriffs heruntergefahren und prüft weiterhin die vollen Auswirkungen auf die Computernetzwerke. Die dänische Großreederei hat ihre Systeme mittlerweile durch Teilabschaltungen wieder in den Griff bekommen. Das Problem sei unter Kontrolle, teilte die Unternehmensgruppe am Mittwoch mit. Man habe einige Systeme heruntergefahren.

Die Containerterminals in einer Reihe von Häfen seien betroffen gewesen. Die Schiffe der Maersk Line seien aber manövrierfähig und könnten kommunizieren. Die Besatzungen befänden sich in Sicherheit. Die Webseite der Maersk-Line war am Mittag nicht zu erreichen.

Møller-Maersk erklärte, man arbeite mit Computerspezialisten und Cybersicherheitsfirmen an einem Plan zur Reparatur der Systeme. Dabei sollten Kunden und Geschäftspartner möglichst wenig beeinträchtigt werden. Geschäftsbereiche wie Ölbohrungen und Tanker seien gar nicht betroffen.

Wo die Hacker diesmal für Chaos sorgten
Moeller Maersk
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Sechs Wochen nach der globalen Attacke des Erpressungstrojaners „WannaCry“ hat erneut ein Cyberangriff Dutzende Unternehmen und Behörden lahmgelegt. Auch die weltgrößte Reederei Moeller Maersk kämpfte am Mittwoch weiter mit den Folgen. Derzeit könne man keine Aufträge entgegennehmen, sagte der Maersk-Manager Vincent Clerc der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei auch noch nicht absehbar, wann sich die Abläufe wieder normalisieren würden und wie hoch am Ende der Schaden sein werde.

(Foto: Reuters)
SNCF
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Der französische Bahnkonzern war ebenfalls betroffen. Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um eine Version der bereits seit vergangenem Jahr bekannten Erpressungs-Software „Petya“, der Computer verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Der Trojaner habe sich zumindest zum Teil über die selbe Sicherheitslücke in älterer Windows-Software verbreitet wie auch „WannaCry“ im Mai, betonten die IT-Sicherheitsfirma Symantec und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

(Foto: dpa)
Rosneft
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Der russische Energiekonzern sprach bei Twitter von einer „massiven Hacker-Attacke“. Die Ölproduktion sei aber nicht betroffen, weil die Computer auf ein Reserve-System umgestellt worden seien. Auch die Tochterfirma Baschneft wurde in Mitleidenschaft gezogen.

(Foto: Reuters)
Merck & Co
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Auch der US-Pharmakonzern meldete Störungen in seinem Computersystem. Mitte Mai hatte die „WannaCry“-Attacke hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern mit dem Betriebssystem Windows betroffen. Betroffen waren damals vor allem Verbraucher - aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn und Renault.

(Foto: AP)
Mondelez
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Der Hersteller von Süßwaren wie „Oreo“ und Milka-Schokolade berichtete bei Twitter ohne weitere Details von einem „IT-Ausfall“. Man sei auf der Suche nach der Ursache.

(Foto: AP)
Metro
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Der Handelsriese ist ebenfalls Ziel der Hacker geworden. Die Großmärkte des Düsseldorfer Konzerns in der Ukraine seien von Cyberangriffen betroffen, sagte eine Metro-Sprecherin am Dienstag. Metro analysiere die Auswirkungen.

(Foto: Reuters)
Beiersdorf
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Der Hamburger Nivea-Hersteller wurde ebenfalls Opfer des Hackerangriffs. Dieser habe zum Ausfall der IT- und Telefonsysteme geführt. Davon seien neben der Hamburger Zentrale alle Standorte betroffen. Beiersdorf habe Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf die Kunden und Geschäftspartner so gering wie möglich zu halten.

(Foto: dpa)

Auch die Sparte APM Terminals, die 76 Häfen und Umschlagplätze in 59 Ländern betreibt, war an einigen Standorten betroffen – unter anderem der Hafen von New York und New Jersey, der größte Hafen an der US-Ostküste. Auch Rotterdam war betroffen, Europas größter Hafen.

Ein von Maersk betriebenes Terminal in der Nähe der indischen Metropole Mumbai konnte am Mittwoch keine Container be- oder entladen wegen des Angriffs. Das „Gateway Terminal India“ war nicht in der Lage festzustellen, welche Schiffsladung wem gehört. Der Hafen reagierte darauf mit manuellen Ladevorgängen, erklärte der Verwaltungsratschef Anil Diggikar.

Maersk-Kunden müssen mit Verzögerungen rechnen

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

(Foto: dpa)
„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

(Foto: dpa)
Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

(Foto: AP)
COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

(Foto: AP)
Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

(Foto: dpa)
UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

(Foto: ap)

Die jüngste Attacke ähnelt dem „WannaCry“-Virus und hat über Nacht Asien erreicht, nachdem am Dienstag Europa und die USA erfasst worden waren. Unternehmen und Regierungssysteme waren betroffen. Die Hackersoftware fordert 300 Dollar in Form von Digitalwährungen, um infizierte Rechner zu befreien.

Maersk-Kunden müssten mit Verzögerungen bei Lieferungen rechnen, sagt Vorstand Vincent Clerc der Nachrichtenagentur Bloomberg: „Es wird einige Auswirkungen haben auf Aufträge, die wir derzeit ausführen.“ Und er ergänzt: „Ich glaube, es hat nicht die Dimension, den globalen Handel zu beeinträchtigen. Aber es beeinträchtigt unsere Arbeit.“

Die Containerschiffe von Maersk transportieren etwa 15 Prozent der über die Weltmeere verschifften Güter. Der Angriff trifft das Unternehmen in einem Moment, da es eine neue Digitalisierungsstrategie umsetzt, um eine Branche zu modernisieren, in der die meisten Buchungen immer noch per Telefon getätigt werden.

Maersk habe keinerlei Lösegeld an die Hacker gezahlt, versicherte Clerc. „Nach unseren Kenntnissen haben Regierungen die von den Hackern genutzten Zahlungskanäle stillgelegt.“

  • Bloomberg
  • ap
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1 Kommentar zu "Schadsoftware „Petya“: Cyberangriff trifft größte Reederei der Welt heftig"

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  • Eine kurze Frage, wie entlade ich denn ein 20.000 TEU Schiff per Hand..? Vier Mann vier Ecken und dann wird der Container vom Schiff getragen?

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