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Schickedanz-Familie gibt Anstoß für die Abspaltung des defizitären Lebensmittelhandels Karstadt-Kontrolleure greifen ein

Bei der Essener Karstadt-Quelle AG greifen die Hauptaktionäre nun offenbar auch ins Tagesgeschäft ein. Die beiden Aufsichtsratsmitglieder der Familie Schickedanz sollen Rewe-Chef Hans Reischl aufgefordert haben, für Karstadts Warenhaus-Lebensmittelabteilungen ein Übernahmekonzept zu präsentieren.
  • G. Lipinski (C. Schlautmann; Handelsblatt)

HAMBURG/DÜSSELDORF. Das erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Die Kapital- Verwaltungsgesellschaften der Familie, die Madeleine-Schickedanz- Vermögensverwaltung und die Riedel-Holding, die zusammen 48,6 % am Essener Konzern halten, wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Karstadts Sprecher wies die Darstellung zurück.

Ein Konzern-Aufsichtsratsmitglied berichtet, Karstadt-Quelle- Vorstandschef Wolfgang Urban sei das Angebot von Rewe nicht offiziell präsentiert worden. Der Konzernkontrolleur gibt aber zu bedenken, dass Urban die Führung des Warenhausgeschäfts bereits im Sommer an seinen Vorstandskollegen Helmut Merkel abgegeben habe.

Dennoch: Bei dem Deal geht es nicht um Kleinigkeiten. Der Lebensmittelhandel, den Karstadt bislang auf eigene Rechnung betreibt, erzielt nach Auskunft eines Rewe-Aufsichtsrats „zwischen 400 und 500 Mill. Euro Umsatz“. Die Zukunft von rund 4 000 Karstadt-Mitarbeitern sei davon betroffen, rechnet ein Betriebsrat des Konzerns vor.

Schon länger fahndet der Aufsichtsrat nach Einsparmöglichkeiten im Konzern, der möglicherweise im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit der Fusion von Karstadt und Quelle operativ in die roten Zahlen gerutscht ist.

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