Schlappe für Deutsche Bahn NRW-Großauftrag geht an DB-Konkurrenten

National Express und Abellio Rail stemmen ab 2018 wichtige Teile des Zugverkehrs in NRW. Der Auftrag geht nun endgültig an die Konkurrenten der Deutschen Bahn. Sorgen vor Lohndumping zerstreut die Gewerkschaft GDL.
2 Kommentare
Die Computerzeichnung zeigt ein geplantes Modell des RRX-Zuges der Firma Siemens. Quelle: dpa
Bahn-Konkurrenten gewinnen Riesenauftrag

Die Computerzeichnung zeigt ein geplantes Modell des RRX-Zuges der Firma Siemens.

(Foto: dpa)

Gelsenkirchen/DüsseldorfDer Großauftrag für fünf viel befahrene Zuglinien in Nordrhein-Westfalen ist endgültig an Konkurrenten der Deutschen Bahn gegangen. Nach Ablauf der zehntägigen Einspruchsfrist seien das britische Privat-Bahnunternehmen National Express sowie Abellio Rail NRW, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, jetzt offiziell beauftragt, sagte eine Sprecherin des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) am Dienstag auf Anfrage. Die Unternehmen übernehmen die fünf Regionallinien zwischen Aachen, Köln und dem Ruhrgebiet ab Ende 2018 von der Deutschen Bahn. Es ist einer der größten Nahverkehrsaufträge Europas.

Zugleich teilte die Lokführergewerkschaft GDL mit, dass sie mit National Express einen Tarifvertrag abgeschlossen habe. Die Lokführer würden künftig nach GDL-Flächentarif und damit „auf dem Niveau der DB“ bezahlt. Dies werde einen vernünftigen Übergang des Personals von der DB zum neuen Betreiber ermöglichen. Mit dem Tarifvertrag werde das „Märchen“ von der untertariflichen Bezahlung bei privaten Anbietern beendet, sagte der GDL-Bezirksvorsitzende in NRW, Sven Schmitte. Nach Angaben des deutschen Geschäftsführers von National Express, Tobias Richter, sollen die Lokführer im Schnitt 37.000 Euro brutto im Jahr verdienen, wobei das Gehalt nach Dienstalter variiert.

Die reibungslose Auftragsvergabe und der Tarifvertrag seien für National Express besonders wichtig, da ein anderer Großauftrag noch gerichtlich strittig sei, sagte Richter. Im Frühjahr hatte National Express den künftigen Betrieb des Nürnberger S-Bahn-Verkehrs und damit erstmals ein komplettes Großstadtnetz für sich entschieden. Gegen diese Entscheidung hatte die Bahn erfolgreich Widerspruch eingelegt. Der Fall wird beim Oberlandesgericht München am 9. Juli verhandelt.

So will die Bahn digitaler werden
Wlan
1 von 6

Wie angekündigt sind inzwischen 5200 Kilometer ICE-Netz ausgerüstet, die 255 ICEs der Bahn sollen es bis Ende 2015 sein. Die Nutzung in der ersten Klasse ist kostenfrei, in der zweite Klasse ist das erst später geplant.

Navigator
2 von 6

Seit dem Verkaufsstart der Apple Watch vor wenigen Wochen ist dafür auch der DB Navigator verfügbar. Der Navigator bietet Reisauskunft, Fahrkartenbuchung und Echtzeitinformationen über den Reiseverlauf. Noch im Juni ist ein Relaunch geplant mit neuer Optik und Funktionen. Die Reiseauskunft wird auf einer Karte visualisiert und ergänzt durch Standorte von Mietfahrrädern, Carsharing-Angeboten. Die Bahn arbeitet mit ihren „Flinkster“ Fahrzeugen (stationäre Mietwagen) und Car2go von Daimler (flexibles Carsharing) seit wenigen Tagen zusammen.

Digitales ICE-Portal
3 von 6

Speziell für ICE-Reisende gibt es ab Herbst ein neues Portal mit Reiseinformationen (Pünktlichkeit, Anschlüsse, Position auf der Karte, andere Reiseinfos) sowie Nachrichten. Das Portal ist kostenfrei.

Video-Reisezentren
4 von 6

Kleine Bahnhöfe, an denen sich bislang nur noch Fahrkartenautomaten befanden, werden mit Video-Reisezentren ausgestattet. Kunden können sich via Video mit einer Zentrale verbinden und dort wie in einem Reisezentrum beraten lasen und auch Fahrkarten kaufen. Nach Pilotprojekten sollen nun Bahnhöfe unter anderem in Bayern und Baden-Württemberg ausgerüstet werden.

Reise-App
5 von 6

Die Bahn arbeitet an einer Reise-App, die den Kunden am Bahnhof direkt zum richtigen Wagen mit dem reservierten Platz steuert.

Digitale Verkehrsdrehscheibe
6 von 6

Am Berliner Bahnhof Südkreuz wird gerade die digitale Verkehrsdrehscheibe erprobt. Elektronische Wagenstandsanzeiger verhindern das typische Problem, dass Züge in anderer Wagenreihung einlaufen als angegeben und Hektik beim Einsteigen ausbricht. An jeden Bahnsteigzugang gibt es detaillierte Zuginformationen mit Zwischenhalten. Umsteigewegweiser zeigen den Weg zu Taxen, Carsharing-Fahrzeugen oder Mietfahrrädern an.

Die fünf Linien in NRW werden bisher von der Bahn gefahren. Betroffen vom Betreiberwechsel sind 750 bis 800 Mitarbeiter. Sie sollen aber nicht arbeitslos werden, sondern auf andere Arbeitsplätze bei der Bahn versetzt oder von den neuen Betreibern übernommen werden.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Schlappe für Deutsche Bahn - NRW-Großauftrag geht an DB-Konkurrenten

2 Kommentare zu "Schlappe für Deutsche Bahn: NRW-Großauftrag geht an DB-Konkurrenten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Vollpfosten machen auch alles nach, entweder durch Kompetenzleere, oder man hat oder erwartet nach der politischen "Karriere" eine lukrative "Belohnung" !

    Man braucht sich nur die maroden privaten Britischen Wasser + Gasleitungen inckl. das Schienennetz anzuschauen und es wird einem sehr schnell klar, warum gewisse Bereiche nicht in privater Hand gehören !!!

    ROT/GRÜN hat die lobbyfreundlichen Deregulierungen im Arbeitsrecht und Finanzwesen mit Hilfe von Stiftungen kreiert !
    Der Privatisierungs-Wahn war nur eine logische Folge bei der Geburt des kranken Lobbyismus !

    Der Fraktionszwang und die Abgeordnetenliste muss beseitigt werden, damit u.a. die Abnicker-"Volksvertreter" endlich entsorgt werden können !

  • Und JEDER weiß wie toll das britische Bahnsystem funktioniert Ausser den Vollpfosten der grünroten Landesregierung in NRW. Deutschland wird abgeschafft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%