Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Schlecker-Mitarbeiter schockiert Die Hoffnung starb zuletzt

Viele Schlecker-Mitarbeiterinnen haben befürchtet, dass das Aus kommen würde. Doch als die Nachricht tatsächlich da ist, sind viele fassungslos. Aus vielen sprudelt der Frust nur so heraus.
7 Kommentare
Eine Schlecker-Mitarbeiterin muss die Abwicklung der Drogeriekette für sich verarbeiten. Quelle: dpa

Eine Schlecker-Mitarbeiterin muss die Abwicklung der Drogeriekette für sich verarbeiten.

(Foto: dpa)

Köln/Münster „Wir müssen raus!“ - Der Satz mit dem Ausrufezeichen ist orange eingerahmt. Er preist vor einem kleinen Schlecker-Markt im Münsterland 60-Watt-Glühbirnen und Fliegenklatschen an. Er beschreibt aber auch die bittere Zukunft der beiden Mitarbeiterinnen in der Filiale.

Die Frauen in weiß-blauen Kitteln sind die klassischen Schlecker-Verkäuferinnen: 56 Jahre alt, der Firma immer treu ergeben und jetzt vor dem Nichts. Vor einer Minute ist das Fax mit der Hiobsbotschaft angekommen: Die Kette wird abgewickelt. „Ich könnte den ganzen Laden auseinandernehmen“, sagt eine der Frauen. Dann verfällt sie in dumpfes Schweigen.

Aus ihrer Kollegin dagegen sprudelt der Frust nur so heraus. „Wir haben hier wie die Sklaven gearbeitet. Wir sind früh gekommen, spät gegangen, haben keine Pause gemacht. Wir haben die Toiletten saubergemacht, Fenster geputzt.“ Und jetzt das. „Wir sind wirklich sauer. Das ist eine Katastrophe.“ Die 56-Jährige schaut immer wieder ungläubig auf das mehrseitige Fax. „Ende Juni“, liest sie halblaut. Dann sollen die Filialen schließen.

Nur zögernd kommt die Leiterin einer Filiale in der Kölner Altstadt aus dem Personalraum. „Ich hab schon geahnt, dass das nichts mehr wird“, sagt sie und schluckt hart. Dabei laufe ihr Laden gut: „Hier kaufen viele Touristen, wir haben viele Stammkunden, die mit uns gezittert haben.“ Die Frau zuckt hilflos die Schultern. „Tja, jetzt werde ich arbeitslos, nach 20 Jahren hier. Es wird schwer sein, was neues zu finden“, meint sie.

Das Todesurteil kam per SMS
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schlecker-Mitarbeiter schockiert - Die Hoffnung starb zuletzt

7 Kommentare zu "Schlecker-Mitarbeiter schockiert: Die Hoffnung starb zuletzt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Jetzt appeliert der Insolvenzverwalter auch noch an die Mitarbeiterinnen bis zum Schluss "loyal" zu bleiben um eine ordentliche Abwicklung zu ermöglichen. Man kann den Mitarbeiterinnen nur raten sich auf der Stelle krank schreiben zu lassen, berechtigte Gründe dafür gibt es nach dem Stress genug. Dann sollen die Herren doch zusehen wie sie ihre Läden ausgeräumt bekommen.

  • Ben, so einen arroganten Bloedsinn kann nur jemand von sich geben der noch immer bei Mama wohnt oder vom Steuerzahler beschaeftigt wird.

  • @bjarki

    "Freie Unternehmer sind fehl am Platze"? Was ist denn das für ein Quatsch? Anton und Christa Schlecker waren als Arbeitgeber und Unternehmer völlig überfordert. Ihre Firma ist nicht an Mobbing zugrunde gegangen, sondern an einem Geschäftsmodell, das nicht funktionierte. Warum haben Götz Werner, Dirk Rossmann und Erwin Müller diese Probleme nicht? Weil sie bessere/cleverere "freie Unternehmer" sind. Die Schleckers haben ihre Angestellten doch nicht beschäftigt, damit Frauen in der Provinz Arbeit haben, sondern sie haben die Tatsache ausgenutzt, dass sich Frauen in der Provinz die Jobs nicht nach Belieben aussuchen können. Wenn der Laden trotz der traurigen Bezahlung des Personals nichts abwarf, lag das - wie inzwischen bekannt sein sollte - an den viel zu hohen Logistikkosten und den viel zu hohen Preisen. Schlecker war nicht konkurrenzfähig, so einfach ist das.

  • ...eine Sache istpositiv zu sehen. Jahrelang wurde auf Schlecker herumgehackt in geradezu unverschämter Art und Weise. Was für ein Sch... Arbeitgeber er sei, das hörte ich von einer Bekannten die dort lange Jahre arbeitete. Heute schreit dieselbe am Lautesten. Sie war am Niedergang Schlecker´s in meinen Augen mit beteiligt. Ein bischen gerecht geht es doch zu, wenn die grössten Schreihälse sich am eigenen Geschrei verschluckt haben. Schlecker passt in der Tat nicht mehr in das moderne Deutschland: Freie Unternehmer sind hier fehl am Platze und werden vom Strassenmob niedergebrüllt.

  • lustige Anagramme auf

    SCHLeCK(a)r

    und die schutz-"hells angel" nicht vergessen ...

    Arbeitslager SIBIRIEN, damit ARbeit wieder frei machtr, nicht Herr Steuerstalker ...

  • Entweder bist du Lehrer oder Hartz IV Empfänger.
    So einen saublöden Kommentar kann sonst keiner abgeben.
    Man braucht einen Arbeitsplatz ums Eck, damit man auch die Familie schaukeln kann. Wir waren echte Manager.
    Familie-Arbeit da kann man nicht in die 50 km entfernte Stadt fahren, weil man zu Hause schon sehnsüchtig von Mann und Kind erwartet wird. Da nimmt man schon einiges in Kauf.
    Du solltest uns bewundern und nicht mitschuldig machen, du Schnösel.

  • Es mag ein wenig hart sein, aber niemand wurde gezwungen bei Schlecker anzufangen zu arbeiten und dann auch nach den heftigen Erfahrungen, die man so hörte, dort weiter zu bleiben. jeder, der in einer Firma arbeitet, merkt doch irgendwann, ob das Ding eine Zukunft hat. Und wenn es bei Schlecker die schlimmsten Arbeitsbedingungen gab, warum haben sich so viele denen ausgesetzt - dass keiner von denen eine Alternative fand, glaub ich nicht. Oder sie haben eben der Illusion aufgesessen, dass an unmöglichen Standorten in der Prärie mit einer Drogeriekette Geld zu verdienen sei. Nun ja - auch dann haben sie selbst etwas Mitverantwortung dafür.