Schleckers Kahlschlag Jede zweite Filiale macht dicht

Entsetzen bei Schlecker-Mitarbeitern: Der Insolvenzverwalter der Drogeriekette, Arndt Geiwitz, plant den radikalen Kahlschlag. Jede zweite der 6.000 Filialen wird dichtgemacht - und Tausende Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.
Update: 29.02.2012 - 17:11 Uhr 16 Kommentare
Bei Schlecker kehrt erstmal keine Normalität ein. Quelle: dpa

Bei Schlecker kehrt erstmal keine Normalität ein.

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FrankfurtFor you, vor Ort: So lautet der Werbeslogan der insolventen Drogeriekette, aber mit "vor Ort" wird es wohl bald vorbei sein. Bei Schlecker soll es brutale Einschnitte geben. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Ehingen dünnt sein Filialnetz extrem aus und macht jeden zweiten der 6.000 Läden dicht. Außerdem werden mehr als die Hälfte der rund 30.000 Arbeitsplätze gestrichen. Diese für die Mitarbeiter entsetzliche Nachricht verkündete das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt. Lediglich rund 13.500 Angestellte sollen ihren Arbeitsplatz behalten dürfen.

"Wenn diese tiefen Einschnitte nicht passieren, hat Schlecker keine Überlebenschance", sagt der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und ergänzt, dass die Analyse von Schlecker dramatische Ergebnisse gebracht habe. "Viele Probleme sind zu spät angegangen worden", kritisiert er die Unternehmensführung um den Firmengründer Anton Schlecker. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen jeweils zweistellige Millionenverluste erlitten und drastische Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Geiwitz sieht offenbar wenig Chancen, dass die Kinder von Anton Schlecker wie geplant den sanierten Konzern ihres Vaters aus eigener Kraft fortführen können. Statt dessen sei ein neuer Investor für Schlecker wünschenswert. Die Investmentbank Rothschild soll bei der Suche helfen.

Meike und Lars Schlecker hatten zuletzt noch Hoffnung verbreitet und angekündigt, das Unternehmen mit allen Filialen und Mitarbeitern nach der Sanierung weiterführen zu wollen.

Schlechte Aussichten für Schlecker-Mitarbeiter

Schlecker hatte in den vergangenen Jahren bereits mehr als 1000 Läden geschlossen. Bei der Modernisierung der Filialen war Schlecker im Januar das Geld ausgegangen. Schlecker und die Tochter Ihr Platz mussten Insolvenz anmelden - letztere ist mit rund 6.000 Arbeitsplätzen und 650 Filialen erst einmal ausgenommen. Über ihre Sanierung soll demnächst separat entschieden werden. Die verbliebenen Filialen will Geiwitz als Nahversorger in Städten oder Vorstädten aufstellen. Ein Dorfladen-Konzept, auf das einige Experten und Arbeitnehmervertreter gesetzt hatten, trage allein nicht. Die zuletzt eröffneten größeren "XL"-Märkte dürften damit keine großen Chancen mehr haben. "Der Schlecker-Markt wird ein Drogeriemarkt bleiben", betonte der seit einem Jahr amtierende Geschäftsführer Thorsten Rusch. Das Sortiment solle aber entsprechend der Kundenbedürfnisse ausgedünnt und teilweise ergänzt werden, die Preise müssten sinken, sagte Geiwitz. "Wir brauchen einen kompromisslosen Kulturwandel", betonte er. An der Marke Schlecker will er dennoch festhalten: Es sei leichter, das Negativ-Image zu verbessern, als eine neue Marke zu etablieren, die so bekannt sei.

Von der Pleite sind besonders die Schlecker-Frauen stark betroffen. Nach einer von der "Berliner Zeitung" am Dienstag veröffentlichten Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken sehen die Chancen der Verkäuferinnen am Arbeitsmarkt sehr schlecht aus. Im Januar kamen demnach auf 24.000 freie Stellen im Verkauf 300.000 Arbeitslose. Das weiß wohl auch Geiwitz, der heute sagte, es sei für langjährige Mitarbeiter "eine harte Konsequenz, ihren Arbeitsplatz zu verlieren". Dazu werde man in den kommenden Wochen einen Vorschlag erarbeiten, "der dies so sozialverträglich wie möglich macht".

Der Kahlschlag bei den Schlecker-Märkten wird nicht ohne Folgen bleiben. Sie sind gerade in kleinen Dörfern oft quasi der "Tante-Emma-Laden" vor Ort. Überall in Deutschland, vor allem in den ländlichen Regionen, sind die Versorgungsstrukturen in den vergangenen Jahren kräftig ausgedünnt worden. Post- und Bankfilialen wurden vielerorts geschlossen, auch die Bahn hängte zahlreiche Gemeinden einfach ab. Oft wurde das mit Rentabilität und demografischem Wandel begründet. Die Landflucht wird damit noch verstärkt. Marktforscher und Gemeindevertreter betrachten das mit Sorge. Die Schlecker-Pleite bekommt da eine ganz andere Dimension.

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16 Kommentare zu "Schleckers Kahlschlag: For you. Vor Ort. Vorbei."

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  • Leicht gesagt als Außenstehender. Da geht's womöglich um Existenzen von Menschen und dann so ein Kommentar? Tut mir leid, Ihre Meinung kann ich nicht nachvollziehen.

  • Ähm die Banken verzichten auf 70%, die restlichen 30% sind da wirklich bald nur Peanuts.

  • Es wird nichts gerettet von Schlecker: Die besten Lagen gehen an die Konkurenz, die aktuell erzielten Rohgewinne größtenteils als Honorar an den Insolvenzverwalter und die Mitarbeiter zum Arbeitsamt. Realität ist, daß nichts zu retten ist. Schlecker ist einfach zu groß um saniert zu werden.

  • @DKFjlsdfjaksdfjasdljfkaskjdfjasd

    Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber wie kommen Sie (und in letzter Zeit immer mehr Leute) dazu einen Text ohne jedes Satzzeichen und Großschreibung zu verfassen.
    Wir wollen Ihren Beitrag ja lesen - aber so ist das wirklich quälend.

    Beste Grüße

  • Viele Filialen, viele Frauen als Angestellte, damit sich viele Frau von heute jederzeit und bequem und überall Parfüm, Duschgel, Hautcreme, Pampers und Tampon kaufen kann.

    Jetzt muss sie sich einen anderen Job suchen und weiter laufen zum Einkaufen. Na und ?? Bequem war eben gestern !

  • Nun schreien die nach Rettung , die Schlecker runtergemoppt haben. ver.di ick hör dir trapsen.

  • ich wills mal so sagen das ist ja wohl lange überflüssig gewesen ich kanns jetzt nur von uns hier sagen wo anders hab ich noch nicht drauf geachtet aber 1500 einwohner orft 2schleckerfilialen entfernung 300 meter

    20000einwohner stadt 10 min von dem 1500 einwohner ort weg auch zwei filialen entfernung 150 meter usw dann dann die nächste mittelgroße stadt 90000 einwohner da ist das noch extremer aber dann geht man rein in die filiale will sich eine mundspülung kaufen es stehen preisschilder von 8 sorten da allerdings stehen im regal nur noch 3 flaschen zwei flaschen von der eigenmarke und eine flasche für 4 euro 50 das mittelpreisige ist sowieso aus

    und das ist nicht nur mit dem gurgelwasser ich mein wir sind ja nicht in der ddr mit mangelwirtschaft da würde ich das vielleicht noch verstehen

    weiter gehts bei der kasse das model vorwiedervereinigúng glänzt durch gilb die werden wo anders fast schon in museen ausgestellt :D

    also ich kenne einen neuen laden da muss ich sagen das konzept hat mich eigentlich ziemlich überzeugt da waren die regale voll und auch die aufmachung usw ziemlich gut
    allerdings hat halt schlecker so ein so schlechts immage das da keiner mehr rein wollte von daher hätte die firma von einem investor übernommen werden müssen und sich mehr sozial darstellen müssen dann wäre es vielleicht wieder gelaufen aber mit verkäuferinnen die umotiviert sind und kutten aus den 70er jahre tagen lässt sich eben nichts reisen :D

  • Muahahaha, schon Wahnsinn, was hier abgeht!
    Gegen EX-Bundeswinkaugust Wulff ermittelt die Staatsanwaltschaft, das deutsche Parlament zofft sich, Merkel verliert Kanzlermehrheit, in Griechenland brennen die Barrikaden, Schlecker ist pleite, der Dax spielt total verrückt - und Finanzminister Schäuble spielt derweil im Bundestag Sudoku.
    Wahrlich ich sage euch, wir alle leben in Absurdistan!

  • Bekommen diese Leute eigentlich auch alle Ehrensold, so wie dieser unsägliche sogenannte Bundespräsident a.D. ?

  • @ bjarki

    "Wann endlich kapieren wir, dass wir soziales nicht essen können?" - ... Asotiales und Egoistisches aber auch nicht.

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