Schnellstrecke Frankfurt-Köln Technischer Defekt war Ursache für ICE-Brand – Strecke bleibt mindestens eine Woche gesperrt

Der Brand von ICE 511 hat eine technische Ursache, Details sind noch nicht bekannt. Der Zug wurde am Tag vor dem Feuer wegen Schmorgeruchs untersucht.
Update: 13.10.2018 - 19:09 Uhr Kommentieren
Von dem betroffenen Wagen des ICE 511 sind nur noch verbrannte Trümmer übrig. Quelle: dpa
Verkohltes Wrack

Von dem betroffenen Wagen des ICE 511 sind nur noch verbrannte Trümmer übrig.

(Foto: dpa)

DierdorfDas Feuer in einem ICE auf der Schnellstrecke Frankfurt-Köln ist von einem technischen Defekt ausgelöst worden. Das teilte die Bundespolizei am Samstag mit. Weitere Details des Vorfalls vom Freitag sind aber weiterhin unklar. „Das kann der Trafo gewesen sein, das kann auch etwas anderes gewesen sein“, sagte ein Sprecher. Eine Einwirkung von außen schloss die Bundespolizei aus. Einzelne Teile sollen nun im Labor untersucht werden. Die Ermittlungen könnten mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Der Zug war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erst kurz vor dem Brand in einem Werk technisch untersucht worden – am Donnerstag wegen Schmorgeruchs. „Dabei wurde eine Klimaanlage aufgrund einer defekten Steuerung ausgeschaltet“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Sie betonte aber: „Diese Reparatur in einem anderen Wagen des Zuges steht in keinem Zusammenhang mit der Brandursache.“

Das Feuer war am Freitagmorgen in dem ICE bei Dierdorf in der Nähe von Neuwied in Rheinland-Pfalz ausgebrochen. 510 Passagiere wurden aus dem stehenden Zug gebracht. Fünf Menschen erlitten laut Polizei leichte Verletzungen. Der Brand war der Bahn zufolge nach Rauchentwicklung an zwei Wagen entstanden. Die Passagiere hatten Glück im Unglück.

Ein Bundespolizist und weitere Angehörige von Hilfsorganisationen waren an Bord. Die DB will den Reisenden des ICE den Ticketpreis erstatten und für beschädigtes Gepäck aufkommen. An der Brandstelle gingen die Aufräumarbeiten am Samstag weiter. Spezialisten wollten Gleise, Oberleitung und Signaltechnik prüfen.

Die Strecke bleibt bis voraussichtlich Ende kommender Woche gesperrt. Das teilte die Deutsche Bahn am Samstagabend mit. Während der Sperrung werden die Fernzüge weiterhin zwischen Köln und Frankfurt über Koblenz und Mainz umgeleitet und fahren deshalb bis zu 80 Minuten länger. Sie fahren nicht nach Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg Süd.

„Wir tun alles dafür, den Betrieb auf der Strecke schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können“, erklärte Berthold Huber, DB-Vorstand für Personenverkehr. Er sei froh, dass der Zug schnell und sicher durch alle Beteiligten evakuiert worden sei.

Der Karlsruher FDP-Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitiker Christian Jung forderte von der Deutschen Bahn Aufklärung über den Brandschutz in allen ICE-Zügen. Die Deutsche Bahn warnte vor einer verfrühten Debatte, bevor die genaue Ursache des ICE-Brandes aufgeklärt sei. „Darüber hinaus gelten natürlich auch für Züge Brandschutzbedingungen, die rechtsgültigen Brandschutzvorgaben entsprechen“, sagte eine Sprecherin. Zum Brandschutz gehörten schwer brennbare Materialien, Brandschutztüren und genug Feuerlöscher.

Die Bahn ging auch auf den Vorwurf mangelnder Kommunikation gegenüber den Fahrgästen beim Brand ein. „Oberste Priorität in einem solchen Falle ist, dass die Fahrgäste schnell und sicher den Zug verlassen“, sagte die Sprecherin. Das sei „sehr gut gelungen“.

  • dpa
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