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Secondhand-Mode Mode aus zweiter Hand boomt – Unternehmen wie Ubup krempeln den Onlinemarkt um

Kunden wollen nicht nur Markenmode günstiger, sie wollen auch nachhaltiger einkaufen. Secondhand-Plattformen profitieren so von mehreren Trends.
06.12.2020 - 11:08 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen ist eins von mehreren, die mit Plattformen für Secondhand-Produkte vom Trend profitieren. Quelle: obs
Online-Händler Ubup

Das Unternehmen ist eins von mehreren, die mit Plattformen für Secondhand-Produkte vom Trend profitieren.

(Foto: obs)

Düsseldorf Neuwertige Marken-Artikel zu günstigeren Preisen, zudem nachhaltig: das Prinzip „Secondhand“ ist nicht neu, erlebt in der Coronakrise aber einen Schub. Nachhaltiges Konsumverhalten gewinnt an gesellschaftlicher Bedeutung. Die Nachfrage nach weiterverwendeter Bekleidung in Deutschland wächst.

Dieser Trend soll sich einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) und Vestiaire Collective zufolge in den kommenden fünf Jahren fortsetzen. Die Studie geht davon aus, dass der Secondhand-Modemarkt in Industriestaaten bis zu 100 Prozent zulegt. „Höhere Kaufkraft verbunden mit erschwinglichen Preisen, Trendbewusstsein sowie den Wunsch einzigartige Stücke zu haben, ein großes Angebot und gestiegenes Umweltbewusstsein“, bestätigt BCG Luxus-Experte Felix Krüger. „Der Secondhand-Markt bietet viele Möglichkeiten, sowohl um das eigene Markenimage zu stärken oder neue Kunden zu gewinnen“, so der BCG Luxus-Experte Krüger.

Auch der Online-Secondhand-Händler Ubup hat zuletzt deutlich zugelegt und rechnet in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten von 50 bis 100 Prozent. Die Untermarke des Onlineshops Momox, treibt seit sechs Jahren den Trend voran. Im Gegensatz zu anderen Marktplattformen wie Kleiderkreisel oder Ebay, bei denen Verkäufer und Käufer direkt interagieren, tritt Ubup als eine Art Zwischenhändler auf.

Second-Hand-Handel mit Kleidung ist damit deutlich einfacher geworden. Wer ein Kleidungsstück verkaufen möchte, kann auf der Website Momox-Fashion.de Kategorie und Marke des Kleidungsstücks angeben und erhält einen fixen Ankaufspreis. Nach einer Qualitätskontrolle erfolgt der Verkauft durch das Re-Commerce-Unternehmen auf der zweiten Plattform, Ubup.com. Warenpräsentation, Zahlungsabwicklung und Logistik übernimmt das Unternehmen.

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    Momox erweitert auf Secondhand-Fashion

    Die Idee des Momox Online-Shops für Gebrauchtes entstand 2004 durch Zufall. Gründer Christian Wegner stellte fest, dass ein Buch günstig im Antiquariat gekauft und mit Gewinn online weiterverkauft werden kann. Zu Beginn verkaufte Wegner gebrauchte Medienartikel über bereits bestehende Online-Plattformen, wie Ebay und Amazon. Als die Nachfrage stieg, reichte dies nicht mehr aus. 2006 startete er mit Momox erstes Online-Ankaufsportal. Ein Jahr später folgte eine eigene Plattform für den Verkauf von gebrauchten Büchern und Medien namens Medimops.

    Heiner Kroke führt seit 2013 die Geschäfte von Momox. Er weitete seither das Geschäftsfeld auf Secondhand-Mode aus – Momox Fashion und Ubup gingen an den Start. Als ehemaliger Ebay-Manager und CEO der Schweizer Re-Commerce-Plattform Ricardo bringt der heute 51-Jährige viel Branchenerfahrung mit. Im vergangenen Jahr bescherte die Fashion-Kategorie der Plattform das größte Wachstum.

    „Die Prozesse dauern eine gewisse Zeit länger“, sagt Kroke in Hinblick auf die Corona-Pandemie. Die erworbenen Produkte kommen gereinigt im Lager an und verharren dort eine Weile bis sie weiterverkauft werden. Die Viren überleben ohne Wirt nur kurz, so dass kein Risiko für die Käufer besteht. Allerdings musste die Logistik wegen des Wachstumsschubs in der Pandemie aufgestockt werden. „Man braucht doppelt so viele Mitarbeiter, wenn man doppelten Umsatz machen möchte“, so Kroke.

    Momox erreicht mittlerweile ganz unterschiedliche Zielgruppe. Nachhaltigkeit ist aber für viele Kunden ein Grund, um die Plattform zu nutzen. Lässt sich ein Produkt nicht weiterverkaufen, wird es darum vom Momox recycelt. Aus Büchern wird Altpapier und aus Kleidern Putzlappen. Die Rate der Abschreibungen beträgt lediglich zwei Prozent.

    Indem Produkte weiterverkauft werden, wird der Lebenszyklus der Produkte verlängert. Das spart Ressourcen und verringert den CO2-Ausstoß. So geben, laut einer Studie des Händlers aus dem vergangenen Jahr, 83 Prozent der Ubup-Nutzer an, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit für sie Hauptgründe für die Nutzung der Plattform sind. Auf Platz zwei: der Sparfaktor. Ungefähr die Hälfte aller Deutschen hat bereits Secondhand-Kleidung eingekauft, unabhängig von der Einkommenshöhe.

    Die Konkurrenz wächst

    Die wohl bekanntesten Plattformen sind Ebay und Kleiderkreisel. Ebay bietet Käufern die Möglichkeit, generalüberholte B-Ware, Secondhand-Ware, Retouren und Vorführmodelle mit 100 prozentiger Funktionsfähigkeit zu erwerben. Sogenannte autorisierte Händler sollen den Kunden Klarheit verschaffen. Es sind trainierte Handelsvertreter, die Ware auf direktem Wege vom Hersteller erhalten. Mit einer speziellen Kennzeichnung sind solche Händler für Kunden sofort erkennbar. Über die Plattform Ebay Kleinanzeigen haben zudem private Händler die Möglichkeit, Produkte direkt zu verkaufen.

    Auch bei Kleiderkreisel und Mamikreisel kaufen und verkaufen Privatpersonen. Dabei fallen für keine Seite Gebühren an. Nur wenn die Käufer eine abgesicherte Transaktion wünschen, wird eine Servicezahlung fällig. Dadurch wird der Betrag zuerst an einen virtuellen Kleiderkreisel-Geldbeutel überwiesen. Erst wenn der Käufer bestätigt, dass er die Ware unbeschädigt erhalten hat, kann der Verkäufer über das Geld verfügen. Auf der anderen Seite können die Verkäufer optional gegen eine Gebühr ihre Angebote bewerben lassen.

    Zusätzlich nimmt Kleiderkreisel Geld durch Werbeanzeigen ein. Neben dem Verkauf von Kleidung, Kosmetik und Accessoires ist es auch möglich, diese Artikel zu tauschen oder zu verschenken. Nach eigenen Angaben zählt die wachsende Community des litauischen Unternehmens unter dem Namen Vinted 34 Millionen Mitglieder in Europa und sei damit das größte C2C-Unternehmen für Second-Hand-Mode in Europa.

    Seit dem 2. November werden auch die beiden Plattformen Kleiderkreisel und Mamikreisel, nach eigenen Angaben mit 8,5 Millionen Nutzern in Deutschland, unter Vinted zusammengeführt. Für CEO Thomas Plantenga ist das der nächste logische Schritt. Nun würden Secondhand-Kleidung, Accessoires, Schuhe und neuerdings auch Heimtextilien sowie kleine Dekoartikel gebündelt angeboten. „Mit dem Rebranding von Mamikreisel hin zum gender-neutralen Namen Vinted wollen wir verdeutlichen, dass alle Kategorien, auch die für Kinder, alle unsere Mitglieder mit einschließen“, sagt Plantenga.

    Die Wertschöpfung für Mode auf dem Zweitmarkt liegt aktuell bei 30 bis 40 Milliarden Dollar, so die Studie von BCG und Vestiaire Collective. Davon möchten immer mehr Unternehmen profitieren, Zalando etwa. Im September kündigte das Unternehmen den Start einer Secondhand-Kategorie an. Die neue Kategorie sei gut gestartet: „Die Kundennachfrage an unserer Pre-owned-Kategorie war von Tag eins an sehr groß. Wir freuen uns, dass die Reaktionen unserer Kunden durchweg positiv sind“, sagt Torben Hansen, als Vice President Recommerce bei Zalando für das Thema verantwortlich. Auch die Otto-Tochter About You bietet inzwischen Second-Hand-Mode an.

    Allerdings steigt das Secondhand-Angebot nicht nur bei Modeartikeln. Auch andere Branchen setzen darauf, zum Beispiel Ikea. Das Unternehmen kauft ab November 2020 gut erhaltene Möbelstücke zurück. Im Gegenzug erhalten die Kunden einen Gutschein. Wie auch viele andere Marken setzt Ikea diese Secondhand-Initiative im Rahmen eines Nachhaltigkeitsprogramm um. Bis 2030 möchte Ikea klimaneutral werden. Weiterverwertung kann auch Unternehmen helfen, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.
    Mehr: Luxusschmuck und -uhren werden verstärkt gebraucht gekauft.

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