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SeguRisk, Dauerbrot Wie Notfall-Ausrüster von Hamsterkäufen profitieren

Hamstern für den Notfall – die Bundesregierung empfiehlt Bürgern, sich vorsorglich für einige Tage mit Lebensmitteln und Trinkwasser einzudecken. Bei ersten Anbietern lässt das bereits die Kassen klingeln.
25.08.2016 - 10:11 Uhr
„Prepper“ wie Bastian Blum fühlen sich bestätigt. Den Katastrophenschutz nimmt er allerdings lieber selbst in die Hand. Für den Ernstfall ist der Prepper jedenfalls gerüstet. Quelle: dpa
Boom bei Anbietern von Notfall-Paketen

„Prepper“ wie Bastian Blum fühlen sich bestätigt. Den Katastrophenschutz nimmt er allerdings lieber selbst in die Hand. Für den Ernstfall ist der Prepper jedenfalls gerüstet.

(Foto: dpa)

München/Berlin Wohin aufs Klo, und wie komme ich im Ernstfall an sauberes Trinkwasser und Essen? Der Krisen-Plan der Bundesregierung mag von manchen Kritikern als Panikmache verspottet werden, aber viele Bürger in Deutschland hat er offensichtlich ins Grübeln gebracht. Seit einigen Tagen verzeichnen Notfall-Ausrüster einen regelrechten Bestell-Boom.

Zwar empfiehlt das Konzept lediglich, einen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser für einige Tage anzulegen – doch mancher möchte lieber gleich für längere Zeit auf Nummer sicher gehen. Notfall-Pakete mit Trockennahrung, Tabletten zur Wasserreinigung, Einmaltoiletten, Kurbelradio, Sturmlaterne und Gaskocher finden derzeit verstärkten Absatz – ob vom Versandriesen Amazon oder vom kleinen Spezial-Anbieter.

„Seit Sonntagabend drehen die Leute am Rad. Wir arbeiten mehr oder weniger rund um die Uhr“, berichtet beispielsweise Benjamin Bleich vom Anbieter SeguRisk aus Hilden in Nordrhein-Westfalen. Schon oft hat sich der Unternehmer, der den Versand seit zehn Jahren betreibt, als eine Art Weltverschwörer belächelt gefühlt, weil sein Sortiment auf Krisenfälle abhebt. „Man muss das aber wie eine Versicherung sehen“, sagt Bleich. Die schließe man ja auch nur für den Fall der Fälle ab – und wenn man sie nicht braucht: umso besser.

Worauf Sie beim Hamsterkauf wirklich achten sollten
Seien Sie vorbereitet!
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Anfängern sei zunächst gesagt, selbst wenn die Sirenen heulen und auf den Straßen Panik herrscht: Sie sollten beim Hamsterkauf nichts überstürzen. Gute Planung schützt vor möglichen späteren Enttäuschungen...

(Foto: Screenshot shauntmax30.com)
Voraussetzungen
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Einige wichtige Punkte beim Hamsterkauf lässt das neue Zivilschutzkonzept der Bundesregierung leider völlig offen. So sollten unbedingt alle Familienmitglieder einverstanden sein, es sollte klar sein, wer mindestens einmal pro Woche den Käfig reinigt, und es darf keine Hamsterhaar-Allergie vorliegen ...

(Foto: picture-alliance / OKAPIA KG, Ge)
Hamsterkauf ist kein Kinderspiel
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„Den Hamster“ gibt es nicht. Mindestens 25 verschiedene Arten der possierlichen Nager findet man, vom syrischen Goldhamster über den eigensinnigen dsungarischen Zwerghamster bis zum chinesischen Streifenhamster.

Besonders wichtig: Hamsterkäufe sind nichts für Kinder, Tierschützer empfehlen ein Mindestalter von 12 Jahren ...

(Foto: dpa)
Haltung
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Die meisten Hamster sind Haustiere, das unterscheidet sie vom wildlebenden Feldhamster (Cricetus cricetus), der durch moderne Landwirtschaft und Verfolgung als Vorratsschädling sogar vom Aussterben bedroht ist. In freier Wildbahn findet man den scheuen Gesellen meist in der Nähe abgebrochener, millionenschwerer Großbauprojekte.

Bei den weit verbreiteten Gold- und Zwerghamstern gilt: Nimm zwei! Am besten ein Männchen und ein Weibchen. Da nur wenige Tierärzte die streichelweichen Fellknäuel kastrieren können, spart man sich spätere Hamsterkäufe durch die eigene Zucht.

(Foto: dpa)
Käfig und Freilauf
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Selbst ansonsten völlig untalentierte Hamster können schwimmen, sie gehören aber grundsätzlich nicht ins Aquarium! Der Käfig in den Mindestmaßen 40 x 80 cm mag uns Menschen wie ein Gefängnis vorkommen, aber gemäß den Genfer Konventionen ist er zulässig. Wichtiger ist seine Einrichtung: Laufräder, Einstreu und Nestbau-Materialien daher beim Hamsterkauf direkt mitnehmen!

(Foto: Screenshot Kiosk24.de)
Nachtaktivität
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Alle Hamster werden hauptsächlich in der Dämmerung und der Nacht aktiv, daher ist eine Unterbringung im Schlaf- und Kinderzimmer kritisch. Geeigneter ist das Arbeitszimmer des Daytraders. Doch sind Hamster als Haustier selbst zu diesen Zeiten nicht ständig aktiv – sie brauchen zwischendurch immer wieder Ruhephasen.

Womit vor allem Kinder nicht rechnen: Wird ein Hamster in seinen Ruhephasen geweckt, kann er sogar bissig werden. Ein Spaß für die ganze Familie!

(Foto: Screenshot shauntmax30.com)
Erwarten Sie nicht zu viel!
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Selbst wenn Sie bei der ganzen medialen Panikmache um Hamsterkäufe noch einen ergattern konnten, seien Sie bitte nicht enttäuscht. Das Hirn des Hamsters ist klein. Wer seine Erwartungen herunterschraubt, erspart sich möglicherweise Frust.

So gilt grundsätzlich, was Loriot sagte: „Wussten Sie schon, dass alle deutschen Goldhamster aneinandergereiht von der Erde bis zum Mond reichen würden, wenn sie nur nicht so dumm wären?“

(Foto: Screenshot shauntmax30.com)

Bisher zählten Anbieter wie SeguRisk vor allem Menschen zu ihren Kunden, die sich regelmäßig mit Vorbereitungen auf den möglichen Katastrophenfall auseinandersetzen – sogenannte Prepper. Der Krisen-Plan der Regierung ruft auch andere Teile der Bevölkerung auf den Plan. Stephan Brienen, Inhaber des Online-Händlers Prepper-Shop, hat solche Effekte schon häufiger beobachtet: Bei Medienberichten etwa über längere Stromausfälle oder eine Wasserknappheit in bestimmten Regionen machten sich die Leute eben Gedanken: Was ist, wenn so etwas auch hier in Deutschland passiert?

Das kennt auch Horst Magiera von der Dauerbrot GmbH im schleswig-holsteinischen Traventhal. Das Geschäft mit Dosenbrot explodiere regelrecht seit einigen Tagen, sagt Firmeninhaber Horst Magiera. Mit einem Dauer-Schub rechnet er allerdings nicht. „Das ist ein vorübergehender Hype, der sich in 14 Tagen wieder gelegt hat“, glaubt der Firmeninhaber.

Ganz billig ist die Notfall-Versorgung indes nicht. Ein Zehn-Tages-Paket, mit dem sich die Kunden für etwaige Ausfälle der Wasser-, Strom- oder Gasversorgung rüsten können, ist beim Prepper-Shop für 249 Euro zu haben. Wer sich für 90 Tage mit Fertignahrung eindecken will, muss beispielsweise beim Anbieter Conserva.de zwischen etwa 800 und 1.500 Euro hinblättern – je nach persönlichen Ansprüchen an die tägliche Zahl der Mahlzeiten und Geschmack. Die Palette reicht von Hühnchen süß-sauer über Rührei mit Kochschinken und Bratkartoffeln bis zu Kirschkuchen aus der Dose. Und auch Vegetarier müssen im Notquartier nicht hungern, wenn sie vorgesorgt haben: Es gibt auch fleischlose Notfall-Pakete.

„Es gibt nullkommagarkeine Veränderungen“
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