Serie - Logbuch 6. Tag Verfolgungsjagd auf hoher See

Mitten in der Nacht erreicht ein Notruf die Fregatte „Vasco da Gama“ im Golf von Aden - Piraten greifen an. Das Kriegsschiff geht auf Höchstgeschwindigkeit...
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Ein Offizier auf der "Vasco da Gama" kontrolliert in der Nacht am Kartentisch den Kurs der portugiesischen Fregatte. Quelle: Florian Brückner / Handelsblatt Online

Ein Offizier auf der "Vasco da Gama" kontrolliert in der Nacht am Kartentisch den Kurs der portugiesischen Fregatte.

(Foto: Florian Brückner / Handelsblatt Online)

Die Verfolgungsjagd kündigt sich mit einem Sirren an, einem Rauschen im Ohr wie von einem Düsentriebwerk. Das ganze Schiff vibriert, leicht, aber spürbar. Der Boden unter den Füßen fühlt sich an, als ob die „Vasco da Gama“ auf den Wellen reiten würde. Ganz so ist es zwar nicht, aber mitten in der Nacht pflügt die Fregatte fast mit Höchstgeschwindigkeit durch den Golf von Aden.

Die Diesel sind aus, die beiden Gasturbinen, Triebwerke ähnlich denen eines Düsenflugzeuges, sind eingeschaltet. Mit 28 Knoten rauscht das Kriegsschiff übers Meer. Die See schäumt. Ein Notruf der „Siva Ghent“ . 47 Meilen von der „Vasco da Gama“ entfernt hat die Crew des unter der Flagge Hongkongs fahrenden Produktentankers achtern zwei kleine Boote ausgemacht.

„Und nachdem sie über den offenen Kanal einen Funkspruch abgesetzt haben“, sagt Kapitänleutnant João Piedade auf der Brücke der Frigatte „sollen die Lichter der beiden Schiffe ausgegangenen und sie mit 25 Knoten abgedreht sein.“ In der Dunkelheit ist sein Gesicht nur noch schemenhaft zu erahnen. In einem Raum hinter der Brücke ziehen die Marines ihre Ausrüstung an.

Rings um Piedade herum sucht die Besatzung der Brücke mit Infrarot-Ferngläsern den Horizont auf. Der Radar kann kleine Boote, wie sie die Piraten in der Regel benutzen, nur innerhalb einer Entfernung von drei Meilen orten. Die „Vasco da Gama“ ist ein Schiff des kalten Krieges, ein Allrounder, gerüstet für viele Fälle - aber kein Piratenjäger. Die Suche nach den kleinen Schiffen der Piraten geht wie in alten Zeiten vonstatten: mit Fernglas und bloßem Auge. Die von der Fregatte aufgewühlte See leuchtet weiß im Mondlicht.

Im Ausguck neben der Brücke ist erst der Helm, dann das Scharfschützengewehr eines der Marines zu sehen. Aus dem Lautsprecher des Funkgeräts krächzt die Stimme des Hubschrauberpiloten. Bacardi, so der Operationsname des Helikopters, ist in der Luft. „Erst haben wir ihn zur Sicherung zu dem Tanker geschickt, nun sucht er nach den flüchtigen Booten“, sagt Piedade, während die Klimaanlage gegen die schwüle Luft ankämpft.

Kombüse bis Hangar - im Inneren einer Fregatte
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João Folgado Bargado ist Erster Offizier der "Vasco da Gama". Täglich macht er einen Rundgang durch die portugiesische Fregatte.

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Bargado steht vor einer Schautafel, auf der für den Schadensfall alle Kabinen und Sektionen des Schiffes verzeichnet sind.

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In Werkräumen wie diesem repariert und wartet die Mannschaft Maschinen und elektrische Geräte.

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Ein Teil der Mannschaft wird von Korvettenkapitänt João Piedade, Wachleiter der Operationszentrale, über den Einsatz im Golf von Aden  informiert.

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Eine Küche an Bord der "Vasco da Gama" aus der die Bootsleute versorgt werden.

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Bargado versucht auf seinem Rundgang mit möglichst vielen Soldaten zu sprechen, um ein Gefühl für die Stimmung der Mannschaft zu bekommen.

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Der schlafende Comic-Kater "Garfield" klebt an den Türen, hinter denen Crew-Mitglieder schlafen.

Wenige Stunden später jagt das Kriegsschiff erneut los
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