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Shell und PayPal kooperieren Tanken per App

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Brötchen bringen mehr als Benzin

Bye Bye Bargeld – So bezahlen wir in der Zukunft

Der Tankstellen-Interessensverband, der die Anliegen der Tankstellenpächter vertritt, bewertet das neue Angebot kritisch: Geschäftsführer Jochen Wilhelm befürchtet, dass die Erträge für die Pächter zurückgehen werden. „Die Pächter sind dringend auf das Shop-Geschäft angewiesen.“ Für jeden verkauften Liter bekommen die Tankstellenbesitzer zwar eine Provision von den Mineralölgesellschaften. Mehr als ein Cent pro Liter ist das aber nicht.

Der Blick auf das Ertragsmodell einer Tankstelle zeigt tatsächlich: Brötchen bringen mehr als Benzin. Inzwischen werden deutlich mehr als 60 Prozent des Einkommens der Tankstellen im Shop erwirtschaftet. Die Autowäsche und der Verkauf von Kraft- und Schmierstoffen steuern jeweils nur noch etwa einen Anteil von rund 15 Prozent zum Ertrag bei. Das Bezahlen per App, das dem Kunden den Weg in den Shop erspart, wäre dann aber kontraproduktiv – zumindest für die Tankstellenpächter. „Es kann tatsächlich sein, dass den Pächtern Shop-Umsätze verloren gehen“, schätzt Nikolas Beutin von PwC. „Das wird aber wahrscheinlich durch Mehrumsätze bei den Kraftstoffen bei den zuerst anbietenden Tankstellen sowie durch neue, attraktive Shop-Konzepte ausgeglichen werden können.“ Jeder zweite Kunde, das sagt Shell, würde die Station ohnehin nur besuchen, um zu tanken.

Der Mineralölkonzern hofft, dass er durch die neue Bezahlmethode auch neue Kunden gewinnen kann. „Zum Beispiel Kunden unter Zeitdruck, die bisher an einer belieben Station getankt hätten und nun gezielt die nächste Shell-Station anfahren“, sagt Marketingleiter Emre Turanli. Autofahrer, die nicht im Stress sind, so hat Shell in Befragungen herausgefunden, würden auch weiterhin den Shop aufsuchen – und für Umsatz beim Pächter sorgen. Ähnlich sieht das auch Aral: Würde der Kunde im Shop etwa ein schnelles Frühstück oder frisches Obst bekommen, würden viele Autofahrer auch weiterhin in den Shop gehen.

Der neue Service ist den bislang den 600.000 Shell-Kunden vorbehalten, die die App des Mineralölkonzerns auf ihrem Smartphone in der neusten Version installiert haben. Zudem muss der Kunde ein PayPal-Konto haben und es vor der ersten Benutzung mit der App verknüpfen. Die Partnerschaft zwischen Shell und PayPal ist exklusiv. Die App etwa mit der eigenen Kreditkarte zu verbinden, ist deshalb nur über den Umweg PayPal möglich. „Am Ende des Tages könne es für Mineralölkonzerne klüger sein, dem Kunden die Wahl zu lassen, welche Bezahlweise er innerhalb der App nutzen möchte“, sagt Marktbeobachter Beutin. Immerhin: 18,9 Millionen Deutsche bezahlen nach Unternehmensangaben schon mit PayPal. Für viele sollte die Nutzung des Bezahldienstes also keine Hürde sein.

Das neue Bezahlverfahren funktioniert so: Die App erkennt per GPS, an welcher Tankstelle sich der Autofahrer befindet. Der muss dann nur noch die Nummer der Zapfsäule eingeben und den Betrag, für den er tanken will. Das ist notwendig, damit PayPal die Transaktion genehmigen kann. Aus der Zapfsäule kommt nur solange Benzin, bis der eingegebene Betrag erreicht ist. Ist der Tank noch nicht voll, muss der Kunde sich nochmal autorisieren. Denkbar ist aber, einen höheren Betrag einzugeben, als man eigentlich zu tanken gedenkt. Denn am Ende wird nur das in Rechnung gestellt, was auch tatsächlich getankt wurde. Die Rechnung gibt es übrigens aufs Handy geschickt – sobald der Zapfhahn eingehängt wurde.

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