Shopping Center Warum der Boom der Einkaufstempel vorbei ist

Die Konkurrenz unter den Shoppingmalls wird immer härter, allein in Berlin gibt es schon 60. Neueröffnungen sind da kaum noch möglich. Jetzt feilen die Anbieter am Angebot für die Kunden.
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Im Herzen der Hauptstadt ist eine überdachte neue Fußgängerzone entstanden – mit 270 Shops, einem Hotel, Büros und Restaurants auf mehr als 100.000 Quadratmetern Gesamtfläche. Quelle: PR
Mall of Berlin

Im Herzen der Hauptstadt ist eine überdachte neue Fußgängerzone entstanden – mit 270 Shops, einem Hotel, Büros und Restaurants auf mehr als 100.000 Quadratmetern Gesamtfläche.

(Foto: PR)

DüsseldorfDer Boom bei den Shopping-Centern in Deutschland ist vorerst vorbei. Nachdem in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt mehr als 10 neue Malls pro Jahr an den Start gegangen sind, wurden im vergangenen Jahr gerade mal drei neue Center eröffnet. Das zeigt eine Studie des EHI Retail Institute aus Köln. Es bestehe bereits eine hohe Dichte an Shopping-Centern besonders in Innenstadt- und Stadtteillagen.

Zugleich werden die neuen Center im Schnitt deutlich kleiner als in der Vergangenheit. So blieben alle Neueröffnungen unter einer Mietfläche von 20.000 Quadratmetern. Das größte ist das Q6 Q7 in Mannheim, das auf knapp 19.000 Quadratmetern Platz für rund 60 Geschäfte bietet. Die Ems-Galerie in Rheine kommt auf 17.000 Quadratmeter, die Mercaden in Dorsten auf gerade mal 12.000 Quadratmeter.

Das war vor kurzem noch ganz anders. So lag die durchschnittliche Größe der Neueröffnungen noch zwei Jahre zuvor bei 40.000 Quadratmetern. Herausragendes Beispiel ist die im September 2014 eröffnete „LP12 – Mall of Berlin“ am Leipziger Platz. Im Grunde ist im Herzen der Hauptstadt eine überdachte neue Fußgängerzone entstanden – mit 270 Shops, einem Hotel, Büros und Restaurants auf mehr als 100.000 Quadratmetern Gesamtfläche.

Doch nun ist offenbar die Sättigung in den Metropolen erreicht. Der Markt trete von der Boom- in die Reifephase ein, stellt Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung des EHI, fest. Da für neue Center kaum noch Platz ist, wird wohl künftig viel mehr Geld in die Modernisierung der 479 bestehenden Shopping-Center in Deutschland gesteckt werden.

Denn die zunehmende Konkurrenz erhöht auch die Anforderungen. „Wenn ein Shopping-Center heute Konsumenten anlocken möchte, geht das nur mit einer Profilierung über Aufenthaltsqualität und Mietermix – das bedeutet also mehr Aufwand bei mehr Wettbewerb“, beschreibt Atzberger die veränderte Ausgangssituation für Verbraucher und Center.

Das bestätigt auch eine Umfrage des Beratungsunternehmens REC Partners unter Investoren. Danach sagen 72 Prozent der Befragte, dass beim Layout der Malls und bei der Zusammenstellung der Mieter nachgebessert werden muss. Gerade ältere Shopping-Center trifft die Konkurrenz des Onlinehandels besonders hart.

Das sind die größten Shopping-Center Deutschlands
Platz 15 – A10 Center, Wildau
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Die Zahl der Shopping-Center in Deutschland ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Insgesamt 469 Center zählen die Experten vom EHI Retail Institute, der Trend geht dabei zum Megacenter. Auf Platz 15 der deutschlandweit größten Shoppingmalls (gemessen an der Mietfläche) liegt das A10 Center in Wildau, mit 60.000 Quadratmeter Mietfläche.

Quelle: EHI Retail Institute

Platz 14 – Donau Einkaufszentrum, Regensburg
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Mindestens 30 neue Projekte sind in den nächsten Jahren geplant. Ältere Standorte geraten daher zunehmend unter Druck. Auf Platz 14 des Rankings steht das Donau Einkaufszentrum in Regensburg – Mietfläche: 68.200 Quadratmeter.

Platz 13 – Limbecker Platz, Essen
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Die durchschnittliche Größe der Malls in Deutschland ist zuletzt stark gestiegen. Betrug sie 2013 noch 24.000 Quadratmeter, waren es 2014 schon 40.000 Quadratmeter im Schnitt. Der Limbecker Platz in Essen liegt da noch deutlich drüber. 70.000 Quadratmeter Mietfläche bedeuten Platz 13.

Platz 12 – Elbepark, Dresden
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Nur knapp wird der Limbecker Platz vom Elbepark in Dresden geschlagen, dort gibt es 71.000 Quadratmeter Mietfläche.

Platz 11 – Nova Eventis, Günthersdorf
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Der Einkaufs- und Erlebnispark Nova Eventis in Günthersdorf zwischen Leipzig und Halle verpasst mit 76.000 Quadratmetern Mietfläche nur knapp die Top 10.

Platz 10 – LP 12 Mall of Berlin
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Ganze 500 Quadratmeter mehr als Nova Eventis – und damit 76.500 Quadratmeter Mietfläche – hat die LP 12 Mall of Berlin am Leipziger Platz und kommt damit auf Platz 10.

Platz 9 – Boulevard Berlin
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Die nächste Megamall in der Hauptstadt: Der Boulevard Berlin in Steglitz lockt mit 80.000 Quadratmetern Mietfläche und damit Platz 9 des Rankings.

Prominentes Beispiel dafür ist eins der ältesten Mega-Shopping-Center in Deutschland, der Ruhr Park in Bochum. Für 150 Millionen Euro hat der Betreiber Unibail Rodamco das Center 2015 modernisiert und erweitert. Dabei entstanden nicht nur 50 neue Ladenlokale, sondern die Kunden erwartet jetzt auch kostenloses Wlan im gesamten Center, Ladestationen für Smartphones und Tablets oder Baby-Lounges mit Still- und Wickelräumen.

Diese Entwicklung hatte sich schon vor einem halben Jahr angedeutet. So waren neu eröffnete Fläche im ersten Halbjahr 2016 nach einer Studie von Cushman & Wakefield um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Das zeigte sich nicht nur in Deutschland. Europaweit wurden Cushman & Wakefield zufolge 1,3 Millionen Quadratmeter Shopping-Center-Fläche neu eröffnet, was einen Rückgang von sieben Prozent im Vorjahresvergleich bedeutet.

Da in den Metropolen nur noch wenig Platz für Neubauten ist – allein in Berlin gibt es schon 60 Einkaufszentren –, gehen die Investoren mittlerweile zunehmend auch in Mittelzentren. So eröffnet in diesem Jahr zwar auch das Dorotheen Center in der Stuttgarter Innenstadt, in das der Händler Breuninger rund 200 Millionen Euro investiert hat. Die anderen absehbaren Neueröffnungen jedoch sind in Halver, Neutraubling und Weil am Rhein.

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