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Sleep Ink Dieser Trunk soll dir beim Einschlafen helfen – der Test

Schlafprobleme? Das Start-up „sleep.ink“ verkauft für 19,90 Euro ein Getränk, mit dem du schneller und erholsamer einschlafen sollst. Unsere Autorin Lena hat es ausprobiert.
06.09.2017 - 15:12 Uhr Kommentieren
sleep.ink: Werden Schlafprobleme gelöst?
Schlaftrunk

Einen Schluck vor dem Schlafen: Kann sleep.ink wirklich Schlafprobleme lösen?

Dieser Artikel ist am 06. September 2017 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Durchzechte Nächte im Club oder am Schreibtisch: Manchmal lässt sich das eigene Leben einfach nicht in 24 Stunden quetschen. Wer seinen Schlafrhythmus einmal aus den Latschen gehauen hat, weiß wie schwer es ist, wieder dahin zurück zu finden. Die Folgen sind tiefblaue Augenringe und reduzierte Leistungsfähigkeit.

Das Start-Up sleep.ink verkauft einen Trank, der angeblich auf natürliche Weise zu einem erholsamen und gesunden Schlaf verhelfen soll. Ich habe das vermeintliche Wundermittel sieben Tage lang eingenommen.

Zu den Zutaten von sleep.ink zählen Hopfen, Melatonin und Sauerkirschsaft

Meine Erwartungen waren klar: Ich wollte mich endlich wieder fit fühlen. Seit Wochen schleppe ich mich mit einer nervenzerreißenden Müdigkeit durch die Gegend, komme morgens kaum aus dem Bett und finde abends erst viel zu spät meinen Schlaf.
Ohne die Zeitzone gewechselt zu haben, stecke ich fest in einer Art Jetlag.

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    Ob sleep.ink da helfen kann? Schließlich rühmt sich das Startup damit, die erste natürliche Schlafhilfe zu sein und seinen Kunden zu einem optimalen Schlaf zu verhelfen. Ich bin gespannt. Aber was ist eigentlich drin in sleep.ink?

    Auf der Zutatenliste stehen nur sechs Inhaltsstoffe. An erster Stelle: Sauerkirschsaft. Sauerkirschen zählen neben Steinpilzen, Pistazien, kanadischen Trauben und Olivenöl zu den wenigen natürlichen Quellen des Schlafhormons Melatonin. Allein für den Geschmack wird dem Ganzen etwas Agavendicksaft beigemischt. Klingt eklig, hat aber angeblich keinen ausgeprägten Eigengeschmack. Wir werden sehen.

    Des Weiteren enthält sleep.ink die schlaffördernden Zutaten Hopfen und Passionsblume, sowie Melisse. Natürlich darf zu guter Letzt die goldene Zutat nicht fehlen: das Melatonin, das unserem Körper das Signal zum Einschlafen gibt.

    Wird mich der Schlaftrunk schnell einschlafen lassen?

    Eine halbe Stunde vor dem zu Bett gehen soll ich das erste Fläschchen trinken – 40 Milliliter, ein großes Schnapsglas. Es ist Dienstagabend, 22.30 Uhr. Ich beginne meinen Selbsttest. Das bedeutet: um 23 Uhr ist für mich heute Schlafenszeit. Viel früher als ich es sonst gewohnt bin.

    Als ich das erste Fläschchen öffne und daran rieche, werde ich direkt in meine Kindheit zurückversetzt. Der Trank riecht total nach dem berühmten Rotbäckchensaft. Den Geschmackstest besteht sleep.ink ebenfalls: Im Grunde schmeckt der Saft nur nach Sauerkirsche, bloß ein wenig süßer. Notiz an mich selbst: Für die nächsten Tage kommen die Ampullen in den Kühlschrank.

    Nachdem ich brav meinen Saft getrunken habe, lege ich mich ins Bett und warte. Und warte. Und warte. Ich hatte gehofft, durch sleep.ink schnell müde zu werden und quasi von selbst in den Schlaf zu gleiten. Fehlanzeige. Ich lag genauso lange wach wie sonst auch… wachte aber am nächsten Morgen schon um 6:30 Uhr auf. Ohne Wecker und völlig ausgeschlafen.

    Das sagt der Gründer von sleep.ink zu meinen Erfahrungen

    So groß meine Begeisterung an den ersten beiden Morgen war, so groß war die Ernüchterung am dritten Tag. Der Wie-Neu-Geboren-Effekt war weg. Das Aufstehen fiel mir so schwer wie vor dem Experiment. Ich lag bis elf Uhr in den Federn und fühlte mich selbst dann noch geschlaucht – als würde mich das frühe Aufstehen der letzten beiden Tage einholen.

    Malte Gützlaff von sleep.ink wundert das. „Natürlich ist uns klar, dass solch ein Produkt – es ist ja keine Schlaftablette, die dir den K.O. verpasst – nicht bei allen gleich wirkt, aber wir hören selten, dass gar keine Wirkung eintritt“, sagt er. Nach zwei Monaten seien rund 800 Bestellungen bei dem Start-up eingegangen. Davon, erzählt mir Malte, waren nur drei Kunden unzufrieden mit dem Produkt.

    Ich fragte mich also, woran es liegen kann, dass die Wirkung des Schlaftrunks bei mir so schnell nachgelassen hat. Hat mein Körper sich vielleicht schon nach der kurzen Zeit an den Wirkstoff gewöhnt? Lässt die Wirkung deshalb nach, wie es bei der regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln der Fall ist?

    Laut Malte kann es nicht daran liegen. Melatonin habe im Gegensatz zu anderen Schlafmitteln keinen Gewöhnungseffekt auf den Körper.

    Was also war dann die Ursache für diesen Reinfall? Zum einen rauche ich. Bei Rauchern wird das Melatonin schneller abgebaut, weshalb der Effekt von sleep.ink schwächer ausfallen kann. Zum anderen erwischte mich ab dem zweiten Anwendungstag eine fette Erkältung, die meinen Körper zusätzlich erschöpfte.

    Auch, wenn sleep.ink somit seine eigentliche Wirkung bei mir verfehlte, kam ich so einem netten, positiven Nebeneffekt auf die Schliche: Dank der gesunden Zutaten und deren hohen Vitamin C-Gehalt (Sauerkirsche, Melisse) kam ich unerwartet schnell wieder auf die Beine. Diese Erkältungslinderung war sogar dem Team von sleep.ink bislang unbekannt.

    Fazit: Aufstehen klappt besser, Einschlafen nicht

    Der Schlaftrank sleep.ink ist kein Zaubertrank. Er wirkt von Person zu Person unterschiedlich und bietet keinen Ersatz für genügend Schlaf. Zwar merkte ich von der einschläfernden Wirkung am Abend nichts. Er kann aber durchaus helfen, morgens besser aus dem Bett zu kommen – und rettet so sicher einigen Weckern das Leben.

    Allerdings informierte mich Malte auch darüber, dass sleep.ink nicht für die tägliche Anwendung gedacht ist. Wenngleich keine schädlichen Nebenwirkungen bekannt sind, ist der Trank eher für die gelegentliche Einnahme gedacht.

    „Es geht primär um den Einsatz an Tagen, an denen man einfach nicht richtig abschalten kann oder der Stress die eigene Melatoninproduktion hemmt. In der Regel sollte es normal sein, kein Hilfsmittelchen zu benötigen.“ – Malte Gützlaff, sleep.ink

    Mit 19,90 Euro für sieben Fläschchen ist sleep.ink mir persönlich zu teuer. Leuten, die häufig in ferne Länder reisen und unter Jetlag leiden, kann das Mittelchen aber gut helfen… solange sie gesund und Nichtraucher sind.

    Mehr: Schlafstörungen? So können Sie besser zur Ruhe finden

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