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Slowenische Airline Adria Airways pleite – Lufthansa könnte möglicherweise Flüge übernehmen

Adria Airways ist insolvent. Die slowenische Regierung spricht mit der Lufthansa über eine mögliche Übernahme der Hälfte der nun ausfallenden Flüge.
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Mit der Lufthansa ist Adria Airways über die Luftfahrtallianz Star Alliance verbunden. Quelle: AFP
Adria Airways

Mit der Lufthansa ist Adria Airways über die Luftfahrtallianz Star Alliance verbunden.

(Foto: AFP)

Ljubljana, Frankfurt Die auch für die Lufthansa tätige slowenische Fluggesellschaft Adria Airways hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen sei zahlungsunfähig und der Flugbetrieb sei eingestellt, teilte die Airline am Montag mit. Sloweniens Wirtschaftsministers Zdravko Pocivalsek hatte kurz zuvor erklärt, die Pleite von Adria sei nicht mehr abzuwenden. Er habe Gespräche mit der Lufthansa und dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport als Eigner des Flughafens Ljubljana aufgenommen, ob die Hälfte der nun ausfallenden Flüge von der Lufthansa übernommen werden könnten.

Mit der Lufthansa ist Adria Airways über die Luftfahrtallianz Star Alliance verbunden. Sie übernahm komplett oder teilweise Flüge für die Kranich-Airline sowie die Schwester-Airlines Swiss und Austrian. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, der Konzern kümmere sich derzeit darum, diese Ausfälle provisorisch zu ersetzen. Es sei noch nicht abzusehen, wie sich die Lage dort auf längere Sicht weiter entwickele.

Die fast 60 Jahre alte Fluggesellschaft gehört seit 2016 mehrheitlich dem Münchner Finanzinvestor 4K Invest. Sie flog nach eigenen Angaben mit 20 Maschinen, die zuletzt allesamt geleast waren. In den vergangenen Tagen stellte die Airline wegen Finanzproblemen immer mehr Flüge ein. Mehr als 15.000 Passagiere sind davon betroffen. Die slowenische Luftfahrtaufsicht (CAA) hatte Adria eine Frist bis zum 2. Oktober gesetzt, um mit einem soliden Finanzplan die Betriebserlaubnis behalten zu können. Nach Medienberichten hat die Airline 90 Millionen Euro Schulden. Sie hätte zig Millionen Euro auftreiben müssen, um zu überleben.

Vergangene Woche erklärte der Wirtschaftsminister, die Regierung wäre grundsätzlich bereit, Adria zu unterstützen. Doch unter dem jetzigen Eigner würde sie dafür „nicht einen Euro“ ausgeben. Die Regierung ziehe außerdem in Betracht, eine neue Fluggesellschaft mit besseren internationalen Verbindungen von der Hauptstadt des Landes aus aufzubauen.

Unter dem starken Wettbewerbsdruck bei anhaltenden Überkapazitäten am Markt und höheren Kerosinpreisen gingen schon einige kleinere Airlines in Europa in Insolvenz. Der deutsche Ferienflieger Condor ist auf der Suche nach neuen Investoren, nachdem seine Mutterkonzern Thomas Cook vergangene Woche überschuldet aufgeben musste.

Mehr: Die Bundesregierung will erst in einigen Tagen über mögliche Millionenhilfen für die Airline entscheiden. Condor darf aber auf einen Überbrückungskredit hoffen.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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