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SodaStream & Co Lohnt sich ein Wassersprudler?

Kosten sparen mit einem Wassersprudler – das versprechen Hersteller wie SodaStream. Umweltfreundlicher soll das Selbst-Sprudeln auch sein – wir machen den Test.
  • Julia Ruhs
23.12.2019 - 09:43 Uhr Kommentieren
Wassersprudler im Test Quelle: dpa
Sprudelwasser selbst gemacht

Lohnen sich Wassersprudler? Unsere Autorin macht den Test.

(Foto: dpa)

Dieser Artikel ist am 23. Dezember 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Ein Knirschen ertönt, als der Pfand-Automat die Plastikflasche zerdrückt. Eine Einwegflasche nach der anderen wandert in den Schlund der Maschine und wird kleingepresst. Auf dem Weg zur Kasse greife ich mir einen neuen Sechserpack Wasser und wuchte ihn aufs Kassenband. Was habe ich sie gehasst, die nervige Pfandrückgabe und das Flaschen-Schleppen – das glücklicherweise  seit ein paar Monaten der Vergangenheit angehört.

Wassersprudler im Test: Selber sprudeln wird immer beliebter

Seitdem steht bei mir zuhause ein Wassersprudler. Hier heißt es: Leitungswasser in die Sprudelflasche einfüllen, in den Automaten einhängen, auf den Knopf drücken, und schon schießt Kohlendioxid ins Wasser.
Wassersprudler wurden in den letzten Jahren in Deutschland immer beliebter: Laut SodaStream sollen schon drei Millionen Menschen in Deutschland deren Wassersprudler nutzen. SodaStream-Geräte zählen zu den verbreitetsten Wassersprudlern. Das israelische Unternehmen ist Marktführer in Deutschland und wurde letztes Jahr vom Pepsi-Konzern gekauft – der damit wohl auf einen Trend aufspringen und sich ein gesünderes und nachhaltigeres Image zulegen wollte.

Die kleineren Wettbewerber in Deutschland heißen etwa SodaTrend, Aarke, Sodapop, Levivo, Wassermaxx und KitchenAid. Auch Aldi bot im August eine Eigenmarke namens Sodastar an. Und das deutlich billiger als die Konkurrenten. Aber kann ich mit so einem Sprudler wirklich Kosten sparen? Sind sie wirklich umweltfreundlicher und praktischer? Oder ist das alles am Ende nur Marketing?

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    Wassersprudler im Test: Ist selber Sprudeln wirklich billiger?

    Knapp 100 Euro kostet der günstigste Wassersprudler auf der Webseite von SodaStream. Andere, hochwertigere Sprudler sind noch teurer. Bis zu 200 Euro kosten sie, wenn du es vollautomatisch, mit Edelstahl oder Glaskaraffe haben willst. Die Luxus-Sprudler von KitchenAid kosten sogar bis zu 300 Euro. Genau schauen lohnt sich aber – auf Amazon oder bei anderen Anbietern kosten die Geräte oft deutlich weniger.

    Es lohnt sich, die verschiedenen Marken zu vergleichen. Dadurch kannst du mit etwas Glück auch für rund 50 Euro eines der günstigeren Fabrikate haben, das ich mir zugelegt habe. Aldi setzte im August noch einen drauf: Die neuen Sprudler sollen nur knapp 40 Euro kosten. Mit dabei im Sprudler-Set ist auch gleich eine CO2-Gaskartusche und eine dazugehörige Plastik- oder Glasflasche, die auf den Aufsatz des Sprudlers passt.

    Damit sind aber nur die Anschaffungskoten gedeckt: Ist der CO2-Zylinder leer, musst du den alten bei den Händlern gegen einen vollen umtauschen. Die kosten knapp sieben bis neun Euro. Du zahlst hier aber nur die Füllmenge: Je nachdem, wie viel du sprudelst, kommen also auch diese Kosten regelmäßig auf dich zu. Ist es also mit dem Wassersprudler tatsächlich billiger als mit Sprudelwasser aus dem Supermarkt?

    Wassersprudler im Test: Fünf Jahre, bis es sich rentiert

    Wir haben nachgerechnet: Für Mineralwasser in Flaschen sind in Deutschland zwischen 13 Cent und mehr als einem Euro pro Liter fällig. Vorausgesetzt, du sammelst das Pfand auch brav nachher wieder ein. Ein Liter Leitungswasser kostet dagegen nur 0,2 Cent, ist also so gut wie umsonst. Wir haben uns entschieden, mit dem günstigsten Supermarktwasser von 13 Cent pro Liter zu rechnen und mit einer CO2-Kartusche von sieben Euro.

    Wenn deine Soda-Kartusche an der Kasse sieben Euro kostet, kriegst du für denselben Preis 54 Liter Supermarktwasser. Hier rentiert sich also etwas mehr die Kartusche, denn da ist Gas für 60 Liter drin. Der Einkaufspreis ist hier aber noch nicht einbezogen. Kostet dein Soda-Gerät 50 Euro, so rechnet sich dieser erst über längere Zeit hinweg. Denn trinkst du jeden Tag zwei Liter Sodawasser, musst du jeden Monat eine neue Kartusche kaufen.

    Heraus kommt bei meiner Rechnung: Ich muss meinen 50 Euro-Wassersprudler mehr als fünf Jahre verwenden, damit ich wirklich Geld spare. Erst dann sind die Kosten für die Anschaffung und die Kartuschen wieder drin. Was bei der Rechnung noch nicht einbezogen ist: der Preis für das Leitungswasser.

    Wassersprudler im Test: Umweltfreundlicher als Plastikflaschen?

    Kaufst du eine teurere Sprudler-Variante für 100 Euro, musst du ihn länger als 10 Jahre nutzen, um genauso günstig wegzukommen wie mit Einwegflaschen. Kaufst du dir einen besonders teuren für 200 Euro sind es sogar mehr als 21 Jahre. Problem sind hier vor allem die Kartuschen, die du immer wieder brauchst.

    Klar ist natürlich auch: Kaufst du dir nicht das billigste Mineralwasser im Supermarkt, sondern ein teureres, kann sich der Wassersprudler schon viel früher lohnen. Genauso, wenn du nur wenig Kohlensäure in das Wasser pumpst – dann reicht das CO2 für mehr als 60 Liter Sprudelwasser.

    Billiger sind die Sprudler also meistens nicht. Aber vielleicht ökologischer? Die Hersteller versprechen, deutlich umweltfreundlicher als Plastikflaschen zu sein. SodaStream schreibt auf seiner Webseite: „Die gesparten Flaschen müssen nicht produziert, nicht zum Supermarkt transportiert, noch energieintensiv recycelt werden“. Mit der Nutzung einer SodaStream Flasche spare man im Durchschnitt 2000 Flaschen und Dosen pro Jahr, so das Unternehmen.

    Wassersprudler im Test: Das sagen Experten

    Rolf Buschmann, Referent für technischen Umweltschutz beim BUND, bestätigt das: „Bei den Wassersprudlern handelt es sich um ein Mehrwegsystem, es sind keine Wegwerfkartuschen. Auch deshalb schneiden sie ökologisch besser ab als Plastik- oder Glasflaschen aus dem Supermarkt.“ Außerdem falle auch der Transport weg, wenn das Wasser direkt aus dem Hahn kommt: „60 Liter sprudelt eine Kartusche etwa, das sind also 60 Ein-Liter-Flaschen, die nicht befüllt und nicht transportiert werden müssen.“

    Natürlich werde in die Kartuschen CO2 gepresst, welches nachher wieder freigesetzt wird. Das sei aber von der Menge her vernachlässigbar, außerdem werde bei Mineralwasser in Flaschen ebenso CO2 hineingepumpt. Auch hier habe ich nochmal nachgerechnet: Verbrauche ich wie gehabt zwei Liter Soda-Wasser am Tag, benötige ich eine Kartusche im Monat, also 60 Liter. Ich muss also keine 60 Liter Plastikflaschen-Wasser im Monat kaufen.

    Denn das wären 720 Liter im Jahr – und umgerechnet 480 1,5-Liter-Flaschen aus dem Supermarkt, die nicht in den Pfand-Automaten wandern. 2000 Flaschen, wie auf der Webseite von SodaStream angegeben, vermeide ich in einem Jahr also nicht. Rechnest du das aber hoch auf einen Mehrpersonen-Haushalt, stimmen die Schätzungen von SodaStream.

    Wassersprudler im Test: Ist die Sprudelei wirklich praktischer?

    Mehr Komfort gibt es vor allem bei einer Sache: Ich muss keine Flaschen mehr schleppen. Wenn ich zwei Liter Sprudelwasser am Tag trinke, müsste ich sechs bis sieben Sechserpacks Wasser im Monat kaufen. Ohne Auto oder Schlepp-Hilfe müsste ich also auch sechs bis sieben Mal zum Supermarkt gehen. Beim Sprudeln muss ich jedoch nur einmal im Monat die Kartusche an der Kasse umtauschen. Und die ist auch noch deutlich leichter.

    Die CO2-Kartuschen gibt es in vielen Supermärkten an der Kasse, in Elektro-Fachläden, Apotheken und Drogerien. Das Gute: Es ist meistens egal, von welchem Hersteller du deinen Soda-Sprudler hast. Die Kartuschen an der Kasse, zum Beispiel von SodaStream oder SodaTrend, passen trotzdem in dein Gerät. Und die Händler nehmen alle baugleichen Zylinder an und tauschen dir die CO2-Flasche gegen eine neue ein.

    Doch hin und wieder gibt es auch Probleme mit den Sprudel-Zylindern: In diesem Jahr waren die Kartuschen von SodaStream an den Kassen im Juli ausverkauft. Die meisten Kunden tauschten wegen der Hitze deutlich häufiger ihre Zylinder um, als von SodaStream erwartet. Das Blöde: Nur wenn du deine alte Gaskartusche mitnimmst, kannst du sie gegen eine neue tauschen, da du hier nur die Füllmenge zahlst und nicht die ganze Kartusche. Eine weitere kaufen könntest du dir schon, kostet dich aber auch wieder zwischen 20 und 30 Euro.

    Wassersprudler im Test: Teurer, aber viel praktischer und umweltfreundlicher

    Mein Fazit: Günstiger als Wasser aus dem Getränkemarkt ist die Sprudelei wirklich nicht. Es ist aber deutlich umweltfreundlicher, da keine Plastikflaschen verbraucht und Leitungswasser nicht transportiert werden muss. Und für mich ist das Sprudeln definitiv praktischer. Ich muss nicht mehr schleppen und keine Pfandflaschen mehr zurückgeben. Gesündester Nebeneffekt: Ich trinke mehr – denn zum Nachfüllen muss ich endlich nicht mehr in den Supermarkt.

    Mehr: Mineralwasser-Produktion steigt auf Rekord

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