Softbank investiert in Gebrauchtwagen-Portal Der große Deal der Auto1-Gründer

Über seinen Technologiefonds steckt der japanische Telekomkonzern Softbank fast eine halbe Milliarde Euro in Auto1. Das Berliner Gebrauchtwagen-Portal will den Direktverkauf von Autos ausbauen – und weltweit expandieren.
Update: 15.01.2018 - 10:34 Uhr Kommentieren
Auto1: Softbank setzt auf deutsches Gebrauchtwagen-Portal Quelle: Dominik Butzmann für Handelsblatt
Auto1-Gründer

Christian Bertermann (l.) und Hakan Koc bekommen offenbar eine Finanzspritze von Softbank.

(Foto: Dominik Butzmann für Handelsblatt)

BerlinDas Berliner Start-up Auto1 hat einen prominenten Investor gewonnen. Der japanische Telekomkonzern Softbank steckt über seinen Technologiefonds Vision Fund 460 Millionen Euro in die Gebrauchtwagen-Plattform, bestätigte das Unternehmen am Montag Berichte der Nachrichtenagentur Reuters und der „Financial Times“.

Der Softbank-Einstieg macht laut Firmenmitgründer Hakan Koc einen Börsengang zunächst unnötig. Die Summe von 460 Millionen Euro sei das, was wohl auch ein Aktienmarktdebüt gebracht hätte, sagt Co-Chef Koc am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Deswegen steht ein Börsengang erstmal nicht an“, so Koc, ohne dies für die Zukunft auszuschließen. Das neue Investment bewertet die Gebrauchtwagen-Plattform, die in Deutschland vor allem für Wir-Kaufen-Dein-Auto.de bekannt ist, mit 2,9 Milliarden Euro.

Das frische Kapital will die vor sechs Jahren gegründete Firma vor allem für den Ausbau zusätzlicher Standbeine wie den Direktverkauf von Autos und Finanzierungsmöglichkeiten für Händler nutzen. Auch die Expansion in neue Länder wird angestrebt. Bereits jetzt ist das Unternehmen, das 2016 1,5 Milliarden Euro umsetzte, in mehr als 30 Ländern aktiv und arbeitet mit 35.000 Gebrauchtwagen-Händlern zusammen.

Bei der letzten Finanzierungsrunde im vergangenen Mai hatte Auto1 360 Millionen Euro eingenommen. Damals sollen sich Medienberichten zufolge die Finanzinvestoren Baillie Gifford und Target Global beteiligt haben. Softbank hat sich in jüngster Zeit einen Namen als Geldgeber für Technologieunternehmen gemacht. Der Vision Fund gehört mit mehr als 90 Milliarden Dollar zu den derzeit größten Fonds der Welt. Das Geld kommt zu großen Teilen aus Saudi-Arabien und Abu Dhabi.

Zu den bisherigen Schwerpunkten der „Vision“-Investitionen gehörten Robotik und Mobilitätsdienste, investiert wurde aber auch in den Büroflächen-Anbieter WeWork und den Messenger-Dienst Slack.

Auto1 passe in diese Strategie, sagte Co-Chef Hakan Koc. Die deutsche Firma habe eine effiziente datengestützte Plattform für den Gebrauchtwagenmarkt entwickelt, erklärte Softbank-Manager Akshay Naheta.

Bei Auto1 hält Softbank laut Koc zusammen mit den Gründern nun mehr als die Hälfte am Unternehmen. Diese wiederum sind mit etwas mehr als 30 Prozent beteiligt. Der ehemalige Deutsche-Bank-Manager und heutige Partner bei Softbank Investment Advisers, Akshay Naheta, erhält einen Sitz im Aufsichtsrat. Diesem steht der scheidende Siemens-Chefkontrolleur Gerhard Cromme vor.

  • rtr
  • dpa
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