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Sondersitzung des Aufsichtsrats Deutsche Bahn prüft 26 dubiose Beraterverträge

Der Aufsichtsrat der Bahn sichert schonungslose Aufklärung zu. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Vertrag mit Ex-Vorstand Ulrich Homburg.
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Bereits in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen bekanntgegeben, Beraterverträge zu prüfen. Quelle: dpa
Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen bekanntgegeben, Beraterverträge zu prüfen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Deutsche Bahn untersucht inzwischen Verträge mit 26 Beratern. Das teilte der Staatskonzern nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrates mit. Unter den „auffälligen“ Verträgen sind auch die mit drei ehemalige Konzernvorständen wie den früheren Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg.

Bahn-Chefkontrolleur Michael Odenwald versicherte: „Wir setzen alle Kraft in die Aufklärung. Beraterverträge von ehemaligen Vorständen und Geschäftsführern am Aufsichtsrat vorbei darf es zukünftig nicht mehr geben.“

Als externe Ermittler sind die Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei Noerr sowie Compliance-Spezialisten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) eingesetzt. Diese haben den Aufsichtsrat am Donnerstag über ihre bisherigen Erkenntnisse informiert. Odenwald betonte erneut, dass er gemeinsam mit dem gesamten Aufsichtsrat schonungslos und ohne Ansehen der Personen die Aufklärung zügig vorantreiben werde.

Ausgelöst hatten die Ermittlungen Recherchen des Bundesrechnungshofes vor einigen Monaten. Der Rechnungshof prüft nach Informationen aus Bahnkreisen unter anderem die Abfindung für Ex-Bahnchef Rüdiger Grube, der im Januar 2017 im Streit um seine Vertragsverlängerung überraschend zurückgetreten war.

Bahnchef Richard Lutz und Aufsichtsratschef Michael Odenwald nahmen das zum Anlass, alle Beraterverträge im Zeitraum 2010 bis 2018 zu überprüfen. Dabei fielen Verträge auf, die nicht vom Aufsichtsrat genehmigt worden waren. Nach dem Aktiengesetz ist das bei ehemaligen Topmanagern notwendig.

Boom der Fernbusse soll Homburg unterschätzt haben

Homburg, der sich zu dem Thema nicht äußern will, war 2015 ausgeschieden. Ihm war unter anderem vorgeworfen worden, den Boom der Fernbusse unterschätzt zu haben. Der ehemalige Bahnmanager soll dann internen Informationen zufolge, S-Bahn-Tochtergesellschaften der Bahn für einen sechsstelligen Betrag beraten haben.

Vor allem um seine Verträge soll es jetzt gehen. Alle anderen Verträge spielten wegen ihres geringen Umfangs nur eine kleine Rolle, heißt es.

Dass die nicht-genehmigten Verträge jetzt Bahnchef Richard Lutz auf die Füße fallen könnten, dafür gibt es nach den bisherigen Ermittlungen keine Erkenntnisse, hieß es in Aufsichtsratskreisen nach der Sitzung. Wann die Überprüfungen abgeschlossen sein wird, ist allerdings offen.

Mehr: Die Bahn sperrt im Sommer die Strecke zwischen Essen und Duisburg komplett. Pendler müssen sich auf Einschränkungen einstellen.

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