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Sonoco Schock-Fotos auf Tabak kosten 100 Jobs

Bislang drohten die Tabakkonzerne lediglich mit Jobverlusten, wenn die EU-Pläne für große Warnhinweise umgesetzt werden. Jetzt kündigt ein Verpackungskonzern konkrete Werksschließungen in Deutschland an.
22.12.2015 - 16:23 Uhr
Zigarettenschachteln mit Schockbildern: Ähnliche Hinweise sind auch für runde Dosen mit losem Tabak vorgesehen. Quelle: dpa
Schockbilder auf Zigarettenpackungen

Zigarettenschachteln mit Schockbildern: Ähnliche Hinweise sind auch für runde Dosen mit losem Tabak vorgesehen.

(Foto: dpa)

Hamburg Die Schockfotos, die die Europäische Union ab dem kommenden Frühjahr für Tabakverpackungen vorschreibt, kosten offenbar erstmals konkrete Jobs in Deutschland. Zwei Tage vor Heiligabend kündigte der Verpackungshersteller Sonoco an, zwei Werke schließen zu wollen. Damit stehen 100 Arbeitsplätze im ostfriesischen Bunde und in Hockenheim auf der Kippe. Das einstige Familienunternehmen Weidenhammer war erst 2014 von dem internationalen Konzern übernommen worden.

Sonoco produziert in den beiden Werken runde Dosen für losen Tabak. Diese Verpackungen sind bislang bei Rauchern beliebt, die Zigaretten selbst drehen. Ursprünglich wollte die EU-Kommission solche Dosen komplett verbieten. Nach Intervention der Verpackungsbranche – auch von Weidenhammer – fiel dieser Plan flach. Der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote lobte noch 2013 als Vorsitzender des zuständigen Parlamentsausschusses den gefundenen Kompromiss, Mindestgrößen für Packungen und Größen für die Warnbilder festzulegen. Er hatte sich zuvor mit Lokalpolitikern in Hockenheim getroffen, um sich über die Produktion der Dosen zu informieren.

Doch die gefundene Regelung macht die Dosen für die Tabakkonzerne unattraktiver. Sie müssen zu zwei Dritteln Warnhinweise zeigen – das geht auf anderen Packungen wie Plastikbeuteln eleganter.

„Wir beschäftigen insgesamt 700 Menschen in Deutschland. Wir müssen unsere Produktionskapazitäten so anpassen, dass wir die Zukunft für die übrigen Mitarbeiter sichern“, sagte Sonoco-Europachef Séan Cairns dem Handelsblatt. Bislang stellt Sonoco zwei Milliarden Tabakdosen im Jahr her. Ab Mitte 2016 werde die Nachfrage jedoch voraussichtlich sinken, sagte Cairns. Sein Konzern reagiere regelmäßig auf veränderte Wünsche der Tabakproduzenten. In den beiden betroffenen Werken produziert Sonoco bislang jährlich insgesamt 230 Millionen Verpackungen.

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    Sonoco will jetzt mit den Betriebsräten über die beabsichtigen Schließungen verhandeln. Anderswo investiert der Konzern: In der Nähe von Leipzig steckt er 6,5 Millionen Euro in eine neue Technik, die das Bedrucken der Dosen-Deckel ermöglicht – mit Warnhinweisen, aber auch mit Markenlogos. Bis Ende 2016 soll so eines der effizientesten Werke des Konzerns entstehen. Sonoco beschäftigt weltweit 34.000 Mitarbeiter und kommt auf einem Umsatz von fünf Milliarden Dollar.

    Die Tabakproduktrichtlinie wird derzeit in deutsches Recht umgesetzt. Ab dem Frühjahr schreibt sie unter anderem schockierende Fotos auf Tabak-Verpackungen vor. Die Tabakindustrie drängt bei der Umsetzung in deutsches Recht auf längere Übergangsfristen. Diese seien vor allem technisch nötig, um die Verpackungen zu ändern, argumentiert die Industrie. Sonoco-Manager Cairns dagegen sieht seinen Konzern gut gerüstet: Er werde rechtzeitig alle Vorgaben erfüllen können, sagt er dem Handelsblatt.

    Die EU verschärft die Vorgaben für die Tabakindustrie, da europaweit nach EU-Angaben 700.000 Menschen jährlich am Tabakkonsum sterben.

    Diese Konzerne versorgen die Welt
    Platz 41 – Henkel
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    Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

    Quelle: OC&C

    (Foto: dpa)
    Platz 10 – L'Oréal
    2 von 11

    L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

    (Foto: Reuters)
    Platz 9 – Mondelez
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    Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

    (Foto: ap)
    Platz 8 – Tyson Foods
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    Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Platz 7 – AB Inbev
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    Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

    (Foto: Reuters)
    Platz 6 – Coca Cola
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    Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

    (Foto: dapd)
    Platz 5 – JBS
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    JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

    (Foto: dpa)
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