„Spaltung“ der Gesellschaft Unilever droht Facebook und Google mit Entzug von Werbemilliarden

Unilever gibt jedes Jahr Milliarden für digitale Werbung aus – Milliarden, die Facebook und Google künftig entzogen werden könnten.
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Das Unternehmen droht Facebook und Google mit dem Entzug von Werbegeldern. Quelle: dpa
Unilever

Das Unternehmen droht Facebook und Google mit dem Entzug von Werbegeldern.

(Foto: dpa)

LondonDer britisch-niederländische Konsumgüterhersteller Unilever droht seinen Werbeetat bei digitalen Plattformen wie Facebook und Google einzuschränken. Marketing-Chef Keith Weed sagte am Montag auf einer Konferenz in Kalifornien laut Redetext, man werde künftig nur noch Reklame machen, wo Kinderschutz gewährleistet sei und keine „Spaltung“ der Gesellschaft vorangetrieben werde. „Als zuverlässiger Anzeigenkunde will Unilever nicht auf Plattformen Werbung machen, die keinen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten“, sagte der Manager des Herstellers von Dove-Seife und Ben&Jerry's-Eis. Eine Verbreitung von anstößigen Inhalten in sozialen Medien schade Nutzern und unterwandere Demokratien. Das Unternehmen könne nicht weiter eine digitale Lieferkette stützen, die in Sachen Transparenz manchmal einem Sumpf gleiche. Zudem werde man das Thema geschlechtsspezifische Stereotypen angehen.

Die Warnung dürfte an den IT-Riesen nicht spurlos vorbeigehen, denn Unilever gehört zu den wichtigsten Werbekunden der Welt. Das Marketing-Budget beträgt CNN zufolge rund 9,8 Milliarden Dollar pro Jahr, ein Viertel der Anzeigen sei digital.

Facebook und Google dominieren wegen ihrer enormen Reichweite den Online-Werbemarkt seit Jahren. Schätzungen zufolge gingen mehr als 60 Prozent der digitalen Anzeigenerlöse im vergangenen Jahr an Facebook und Google.

Unilever selbst war voriges Jahr stark in die Kritik geraten wegen einer Dove-Werbung auf Facebook, die vielen als rassistisch galt. Das Unternehmen hatte sich daraufhin entschuldigt. Weed sagte, Konsumenten sei der Mehrwert für Werbekunden weitgehend egal. „Aber es geht sie sehr wohl etwas an, wenn sie ihre Marken sehen, die neben Anzeigen platziert sind, die Terror finanzieren oder die Ausbeutung von Kindern.“

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3 Kommentare zu "„Spaltung“ der Gesellschaft: Unilever droht Facebook und Google mit Entzug von Werbemilliarden"

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  • Unilever betreibt hier eklatant die Spaltung der Gesellschaft und verhindert Demokratie, indem Unilever Facebook und Google dazu nötigt, nur noch das zu erlauben, was ins Weltbild der aktuellen Unilever-Führung passt. Es wird Zeit, dass sich wirkliche Demokraten erheben und sich dagegen wehren, von Angehörigen einer sektengleichen Gutmenschen-Herrschaft bevormundet zu werden.

  • Interessant ist, dass sich ein Konsumgüterkonzern offen in die Politik einmischt.

    In Deutschland und anderen Ländern Westeuropas findet man in den Medien eine Einheitsberichterstattung zugunsten eines linken Establishments. In den USA gibt es eine differenziertere Medienlandschaft die jedoch auch überwiegend im Sinne eines linken Establishments berichtet.
    Kritiker dieses Establishments nutzen das Internets und Facebook als Plattformen um den Menschen eine weitere, andere Berichterstattung aus einem anderem Blickwinkel anzubieten. Präsident Trump hatte beispielsweise seinen Wahlkampf erfolgreich an den Qualitätsmedien vorbei geführt.
    Das linke Establishment ist überhaupt nicht begeistert und sucht diese neuen Plattformen zu zensieren. Dabei fällt auch der Begriff "Spaltung der Gesellschaft". Mit dem Begriff ist auf Deutsch gemeint, dass Google und Facebook ihre Plattform im Sinne des linken Establishments zensieren mögen so dass die Menschen erfolgreich mit einer linken Einheitsmeinung gehirngewaschen werden können.

  • Unilever droht Facebook und Google mit Entzug von Werbemilliarden -
    das ist vernünftig, zusätzlich sollte auch darauf geachtet werden, dass die Unternehmen, die von der Werbung profitieren AUCH STEUERN IN EUROPA ZAHLEN

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