Spektakulärer Seitenwechsel Bahn bricht ihr Schweigen im Fall Pofalla

Bahn-Chef Rüdiger Grube will dem Aufsichtsrat bis Ende März einen neuen Cheflobbyisten vorschlagen. Der könnte dann Ronald Pofalla heißen. Doch den Namen des Ex-Kanzleramtschefs nimmt die Bahn nicht in den Mund.
Update: 07.01.2014 - 18:31 Uhr 16 Kommentare
Ronald Pofalla könnte schon bald ein Vorstandsressort bei der Bahn übernehmen – offiziell ist der Seitenwechsel des Politikers aber noch nicht. Quelle: dpa

Ronald Pofalla könnte schon bald ein Vorstandsressort bei der Bahn übernehmen – offiziell ist der Seitenwechsel des Politikers aber noch nicht.

(Foto: dpa)

BerlinDie Deutsche Bahn hat erstmals eine Berufung von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla als Chef-Lobbyist für den Staatskonzern angedeutet. Bis Ende März werde dem Aufsichtsrat ein Konzept und ein Personalvorschlag für den Bereich „Wirtschaft, Politik und Regulierung“ vorgelegt, erklärten Bahnchef Rüdiger Grube und der Aufsichtsratsvorsitzende Utz-Hellmuth Felcht am Dienstag gemeinsam.

Darauf habe man sich bereits im Herbst 2013 verständigt. Grube und Felcht betonten, es sei Aufgabe des Vorstandschefs, Personalvorschläge für den Konzernvorstand zu machen, der Aufsichtsrat entscheide jedoch darüber.

Es müsse ein Nachfolger für die Aufgabe von Georg Brunnhuber gefunden werden, der bislang diesen Bereich unterhalb des Vorstandes verantwortet hat. Der CDU-Politiker scheidet demnächst aus Altersgründen aus. Der Name Pofalla wurde in der Erklärung nicht genannt. Bislang hatte die Bahn in der Debatte um die künftige Rolle des früheren Kanzleramtschefs geschwiegen.

Am Montag hatte die Bundesregierung jedoch bestätigt, dass Pofalla im November Bundeskanzlerin Angela Merkel über einen möglichen Wechsel zur Bahn informiert habe. Sie habe davon wiederum Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) in Kenntnis gesetzt. Merkel habe Pofalla zudem geraten, eine Karenzzeit zwischen seiner früheren Arbeit als Politiker und seiner neuen Aufgabe in der Wirtschaft einzulegen.

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16 Kommentare zu "Spektakulärer Seitenwechsel: Bahn bricht ihr Schweigen im Fall Pofalla"

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  • Nun also hat Herr Grube grünes Licht vom Kanzleramt erhalten, er darf zum Problem Pofalla vor die Presse.
    Seine Meinung ist, dass Herr Pofalla im Kanzleramt, schon immer eine Lanze für die Bahn brach. Dieses Argument ist sehr, sehr durchsichtig, oder andersformuliert, geht der Ochse nicht durch die vorder Tür müsse er eben durch die hinter Tür, aber auch hier passt Herr Pofalla nicht durch.
    Er soll vier Jahre in seiner Anwaltskanzlei richtig arbeiten, um zu sehen was er wirklich kann.
    Kein Frühstückdirektor Pofalla bei der Deutschen Bundesbahn.

  • 03.01.2014, 19:30 UhrRegistriertes MitgliedStreicher

    Pofalla soll dann wohl zwischen 1.3-1.8 Millionen Jahresgehalt bekommen.
    Zum vergleich. A.M. seine bisherige Vorgesetze kommt auf rd. 300.000 im Jahr.
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    Gysi äußerte scharfe Kritik daran, dass ein Mitglied des Vorstandes der Bahn das, wie er sagte, Siebenfache der Bundeskanzlerin verdiene.
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    Schön, dass nicht nur ich das so sehe.

  • bin ja mal gespannt, wann die bahn sich mit preiserhöhungen 2 mal im jahr meldet.
    Aber immerhin passen die sich schon an ihre nächsten unnützen mitarbeitergehälter an. Die bahnfahrkarten sind hier auf einigen strecken zwischen 4 und 6,2 % erhöht wurden. Und nicht wie viele denken nur 2,5% :-))

    Aber die verdummung klappt immer besser!

  • Ich habe die Schlichtungsgespräche zu S21 verfolgen können. Ich empfinde jetzt noch Ekel, wenn ich mich an die dreisten Lügen der Bahnleute erinnere. Besonders widerlich war das zynische Dauergrinsen des Technikvorstandes Kefer gefolgt von Mappus und Konsorten im Verbund mit den öffentlich rechtlichen Medien. Pofalla fällt dort gar nicht auf.

  • Selten einig sind alle Kommentare in der Ablehnung des Pofalla Deals. Ehe überhaupt solch eine breite Protestwelle gegen Pofalle entstehen konnte, hätte Pofalla selber und seine Beschützer einlenken müssen.

    Zum anderen wird zu wenig herause gestellt, dass die Kanzlerin grosse Defizite bei der Wahl ihrer Leute hat. Wie konnte Pofalla ein guter Kanzleramtschef sein, wenn seine Moral derart von egoistischen Antrieben bestimmt wird. Bei diesem Mann ist aber auch nichts mehr von Redlichkeit und Verantwortung gegenüber dem Bürger und Steuerzahler zu spüren. Und das hat die Kanzlerin in all den Jahren nicht festgestellt? Arme Merkel. Nach Wulff eine weitere grosse Blamage. Diese Frau ist wiedergewählt worden aufgrund ihrer Fähigkeit Seelenmassage auf den einfachen Bürger auszuüben, um damit ein Mutter-Kind Verhältnis im grossen sozialen Stil zu errichten. Nicht aufgrund irgendwelcher Verdienste, wie man immer wieder an ihren Entscheidungen sieht.

  • Der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim übte ebenfalls knallharte Kritik an einem möglichen Wechsel Pofallas zur Deutschen Bahn. „Für mich ist das eine Form der bezahlten Korruption”, sagte von Arnim der Nachrichtenagentur dpa in Speyer. (Aus der Bild-Zeitung: http://www.bild.de/politik/inland/ronald-pofalla/cdu-basis-im-wahlkreis-stinksauer-ueber-bahn-plaene-von-pofalla-34104280.bild.html) Ja, Herr von Arnim, Sie sprechen mir aus der Seele! Schade, da brennt jetzt aber der Baum am schönen Niederrhein. "In der nordrhein-westfälischen CDU kursiere eine Mail des CDU-Ratsmitglieds Christoph Andreas aus der Stadt Straelen. Darin heiße es: „Du hast deine Wähler und die CDU im Kreis Kleve jämmerlich im Stich gelassen. Man könnte sagen, du hast deine Wähler betrogen.“ Jaja, auch hier stimme ich voll und ganz zu! (Auch aus der BILD-Zeitung). Und noch was vom schönen Niederrhein:"Der CDU-Stadtverbandschef in Kleve, Jörg Cosar, habe erklärt, der Vorgang habe „mit politischer Kultur nichts mehr zu tun” und sei auch für die Chancen der CDU bei den anstehenden Kommunalwahlen „nicht gerade günstig”. (Auch ausse "Bild").
    Jaja, in Sachen Glaubwürdigkeit erscheint mir "Burning-Barbara", auch vom schönen Niederrhein und aus Kleve, wesentlich sympathischer. Ich kann mir ein Urteil erlauben, da ich beide persönlich im Jahr 2003 kennengelernt habe. Babsi hält Wort.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Pofalla künftiger Cheflobbyist der Bahn.

    Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes schrieb einmal: "Wir sollten – gerade auch dann, wenn es um die Einflussnahme von Lobbyisten jedweder Couleur auf Politik und Politiker geht – nicht vergessen, dass wir auf einen kraftvollen, lebendigen und in der Bevölkerung auf Akzeptanz stoßenden Parlamentarismus angewiesen sind."

  • So kommt`s zusammen und man kann verstehen, warum Pofalla leuchtende Augen bekam und seinen Wunsch, bei höchster Bezahlung und viel privater Freizeit, verwirklicht sehen konnte. Eine Beerbung von Georg Brunnhuber, der bei der DB AG, siehe untenstehenden Link, seine Hauptaufgabe darin sieht, "Ich gebe und besorge Informationen, so muss man sich meine Aufgabe vorstellen“, dem Wunschzettel Pofallas 100% entsprach.

    http://www.swp.de/heidenheim/lokales/heidenheim/Vom-Abgeordneten-zum-Lobbyisten-Georg-Brunnhuber-feiert-65-Geburtstag;art1168893,1856419

    Tja, es gibt eben viele Pofallas und da bleiben viele Gelder der Firmen. Der Schritt bis zu Subventionen und Fast-Insolvenz ist nicht mehr weit.

  • sehr geehrter lieber herr pofalla
    als rechte hand von frau merkel im bundeskanzleramt, selbst mit zwei linken händen ausgestattet war die nachfolgeplanung und -umsetzung für verdiente erfolgreiche politiker wie sie selbst und verdiente am willkürlichen und unberechenbarem - also völlig undemokratischem und unqualifiziertem wählerwillen gescheiterten politikern ihre tagearbeit. deshalb begrüße ich auch, dass sie bei aller belastung ihre eigene karriereplanung nicht vergessen haben. viele schöne erfolge sind ihnen gelungen, ich denke nur an ihre qualifizierten vorschläge für die nachfolge für den herrn bundespräsidenten wulf oder die EZB direktoren weber und stark- da wird ihnen auch jetzt in eigener sache ein erfolg nicht versagt bleiben.
    ihr dipolomatisches geschick -wer vergißt ihr geschrei mit herrn niebel, das den ganzen bundestag aufgewckt hat oder ihre pöbeleei mit herrn bosbach- verbunden mit einem sonoren männlichen timbre, das macht sie für die db vorstandsposition zum idealen kandidaten. und bitte geben sie nicht ihr bundestagsmandat auf. es handelt sich in beiden fällen eindeutig um halbtagstätigkeiten und auf der nutzung ihrer qualifikationen in beiden positionen sollte deutschland bestehen. bei ihrer exzellenten vernetzung und qualifikationen zu allen ministerien bin ich enttäuscht, dass niemand ihnen eine staatssekretär-position angeboten ja aufgedrängt hat.aber natürlich sie haben ja recht: ihre beiden früheren ehefrauen und ihre jetzt beabsichtigte familiengründung mit einer jungen dame verlangen eine bessere dotierung und bessere pension als das was ihnen politische ämter bieten. im übrigen, falls man sdumm wäre auf ihre ernnennung zum DB- Vorstand zu verzichten: bei der EZB ist ein ganz tüchtiger durchsetzungsstarker herr asmussen zurückgetreten, weil er sich stärker seiner familie widmen möchte. könnten sie nicht dort mit ihrem diplomatischem geschick und ihrem sozialwissenschaftlichen- juristischem 14 jährigen studium noch größeres für deuts

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