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Spekulationen um den Absturz Die Ungereimtheiten des Germanwings-Fluges 4U 9525

Die Ursachen für den tragischen Absturz des Germanwings-Fluges 4U 9525 sind weiterhin völlig unklar, die Erklärungsversuche daher zahlreich. Doch die Spekulationen erweisen sich häufig als wenig fundiert.
25.03.2015 - 12:59 Uhr 20 Kommentare

Ratlos nach der Katastrophe

Düsseldorf Wenn eine Tragödie groß genug, ihre Ursache aber weitestgehend unklar ist, dann schießen die Spekulationen ins Kraut. Die offenen Fragen, die der Flug 4U 9525 hinterlässt, verunsichern Passagiere und Flugpersonal. Klarheit müssen nun die Behörden und die Lufthansa liefern. Handelsblatt Online sucht nach Antworten auf die drängendsten Fragen zum Unglück.

Warum wurde kein Notruf abgesetzt?

Die Besatzung von Flug 4U 9525 hat nach Angaben der französischen Flugaufsicht keinen Notruf abgesetzt. Auch Germanwings bestätigte, dass es keinen Kontakt zwischen Crew und Bodenkontrolle gegeben hatte. Warum die Piloten keinen Notruf abgesetzt haben, ist noch unklar.

Grundsätzlich gilt für die Crew in einer Notfallsituation die Regel „Aviate, Navigate and lastly Communicate“. „Die Piloten versuchen zuerst, das Problem in den Griff zu bekommen und das Flugzeug in der Luft zu halten“, erklärte Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt auf Handelsblatt-Anfrage. Danach gelte es, die Maschine zu navigieren. Erst im letzten Schritt werde ein Notruf abgesetzt. „Die Flugsicherung am Boden kann den Piloten an Bord ohnehin nicht helfen“, erläutert Großbongardt. Dass kein Notruf abgesetzt wurde, sei ein Indiz dafür, dass die Piloten unter einer „extrem hohen Arbeitsbelastung“ gestanden hätten.

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    Der Sinkflug der Germanwings-Maschine dauerte mit acht Minuten viel länger als üblich. „Das deutet darauf hin, dass es technische Probleme gab“, schätzt der Luftfahrtexperte. Die Geschwindigkeit der Germanwings-Maschine war während des Sinkflugs aber konstant hoch. „Das spricht dafür, dass der Sinkflug durchaus kontrolliert war.“ Warum es den Piloten aber nicht gelungen ist, einen der umliegenden Flughäfen in Marseille, Lyon oder Nizza anzufliegen, kann derzeit nur spekuliert werden. Genaue Erkenntnisse kann allein die Auswertung des Flugschreibers liefern.

    Hatte die Unglücksmaschine technische Probleme?

    Ob technische Probleme für den Absturz verantwortlich sind, ist noch völlig unklar. Bisher ist bekannt, dass die abgestürzte Maschine am Tag vor dem Unglück wegen Problemen an den Bugradklappen mehrere Stunden am Flughafen Düsseldorf repariert wurde. Allerdings gelten solche Probleme unter Experten als nicht sicherheitsrelevant. In der Huffington Post erklärt Airline-Experte Tobias Rückerl, dass derartige Spekulationen „unverantwortlich” und „an den Haaren herbeigezogen” seien.

    Vereiste Sensoren?
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    20 Kommentare zu "Spekulationen um den Absturz: Die Ungereimtheiten des Germanwings-Fluges 4U 9525"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Einen solchen weitgehend überflüssigen "Tourismus" von Politikern, noch bevor die Bergung abgeschlossen ist, halte auch ich für vollkommen unangebracht. Dass die betroffenen Staatsoberhäupter sich später zum Gedenken (und Danken) versammeln, mag ja angehen und sogar angemessen sein. Aber was wollten und konnten der Außenminister, der Verkehrsminister und sogar Abgeordnete des Verkehrsausschusses dort bewirken? Es ist nicht bekannt geworden, dass sich spanische Abgeordnete am Ort des Geschehens, wo es auf sie auch nicht im Geringsten ankommt, versammelt hätten. Ein Schelm der Bürger und Steuerzahler, der sich fragt, warum die deutschen denn diesen in der Sache sinnlosen und verschwenderisch wirkenden "Ausflug" gemacht haben. Die so vergeudeten Ressourcen hätte man z. B. zur Unterstützung einschlägiger Rettungsdienste oder betroffener Angehöriger weit sinnvoller verwenden können. Und ja, Herr Joker, auch ich bin der Auffassung, dass man sich auch bei den von Ihnen erwähnten andern Katastrophen mehr "reinhängen" muss, will man denn als Politiker wirklich glaubwürdig sein. Aber, hat nicht ein Volk genau die Volksvertreter, die es verdient...?

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Also auf beheizte Sensoren 'verzichtet man bei Airbus'. Die sind Airbus "zu teuer". Dann könnte das Publikum auf Airbusse verzichten und sich vielleicht besser für Boeing Maschinen entscheiden. Eine 24 Jahre alte Maschine mit über 58 000 Flugstunden und über 47 000 Starts und Landungen ist schon ein ziemlich altes Pferd, und mit alten Pferden geht man höchsten Sonntags ein Stündchen reiten.

    • Grausam, schrecklich, was gestern passiert ist. 150 Menschen wurden Opfer eines Flugzeugunglücks. Viele Düsseldorfer waren darunter, vielleicht sogar ein entfernter Bekannter. Es gab keine Explosion, auf einmal war es totenstill, wird ein Augenzeuge aus dem nahe gelegenen Dorf zitiert.
      Aber was war in der Maschine los? Ein erfahrener Pilot, der nichts unternimmt, die Maschine hochzuziehen und keinen Notruf absetzt. Kinder, die im Angesicht der bedrohlichen Situation nicht versuchen, ihre Eltern anzurufen. Niemand, der noch schnell seine Liebsten anrufen wollte. Bei 144 Passagieren sind 140 Handys an Bord und niemand hat telefoniert? Was ist in der Maschine vor dem Aufschlag passiert? Man möchte fast hoffen, daß sie alle bewußtlos waren, bevor die Maschine aufschlug.
      Viele Fragen, auf die der Stimmenrekorder hofffentlich Antworten gibt

    • @H.Nasch Freudiger

      Das ist eine interessante Fragestellung.Besteht die technische Möglichkeit sich über den Bordfunk durch eine Schnittstelle für Fernwartung unbefugt in den Bordcomputer einzuhacken und dort zu manipulieren?

    • @ H.Bauer

      Ich halte es für eher unwahrscheinlich das die Piloten reflexartig zum Landeanflug angesetzt haben. Als erfahrene Piloten waren sie sich doch darüber bewusst, dass sie sich in den Alpen befanden und dieser Rettungsversuch damit in einem Desaster enden muss. Es ist natürlich nicht auszuschließen das toxische Brandgase bereits die Entscheidungsfähigkeit negativ beeinflusst haben. Ich hätte aber in dem beschriebenen Szenario eher erwartet, dass über einen Richtungswechsel (Wende) der Versuch gestartet worden wäre den nächstgelegenen Landeplatz anzusteuern.

    • @Bauer
      "...Was lange dauern könnte ist allerdings eine öffenlichkeitsverträgliche Interpretation zu finden, um nicht gar die ganze A3xx Serie grounden zu müssen..."
      -
      Sie scheinen dieses Metier zu kennen. Deshalb meine, wahrscheinlich blöde Frage an Sie oder andere hier im Forum: Ist es absolut auszuschließen, dass jemand von außerhalb in die Computertechnik böswillig eingegriffen hat, und auf diese Weise der Mannschaft die Kontrolle über das Flugzeug entriss?
      Immerhin ist ja bekannt, dass derartiges Vorgehen über die Automobil-Computer möglich ist.

    • @ H. Rohde

      Lesen Sie bitte meinen Beitrag nochmal. Meine Vermutung, auch der Bezug zu MH370, geht dahin, daß die crew durch toxische Brandgase (Kabelbrand) bewußtlos wurde. Bei Druckverlust wäre der erste Reflex eines jeden Piloten der Griff zur Sauerstoffmaske, die über seinem Kopf hängt.

      Für den Sinkflug macht es wenig Unterschied, ob der Pilot die Triebwerke auf idle zurücknimmt oder diese ausfallen (was höchst unwahrscheinllich ist). Den Rest besorgt dann der Autopilot. Im Falle MH370 haben offensichtlich die Piloten noch eingegriffen, und das Fzg auf Gegenkurs gebracht.

      Bei Feuer an Bord ist der erste Entschluß immer (oder sollte es sein), die Maschine so rasch wie möhlich zu landen. Ansonsten siehe Swissair Flug 111.

    • Der Sinkflug mit stabilen Sinkwinkel spricht nicht für einen Triebwerksausfall, zumal dieser Flugzeugtyp auch mit nur einem Triebwerk noch flugfähig wäre. Ein vollständiger Triebwerksausfall hätte auch nach Expertenmeinung zu einem anderen Sinkverhalten geführt. Daher ist zu vermuten, das das Flugzeug kontrolliert gesteuert durch den Autopiloten mit funktionierenden Triebwerken geflogen ist. Bei einem plötzlichen Druckabfall in der Kabine reagiert der Autopilot mit einem Notfallsinkflugprogramm um die Maschine in eine geringere, sauerstoffreichere Höhe zu bringen. Zusätzlich werden Sauerstoffmasken ausgeworfen. Warum aber hat der Pilot in Kenntnis der Lage den Autopiloten nicht abgestellt? Ging der Druckabfall zu schnell um noch handeln zu können oder brauchte der Abschaltvorgang des Autopiloten einfach zu lange. Für ersteres spricht das nach der Notfallmeldung auch auf Rückfrage des Towers keine weitere Kommunikation mit dem Cockpit stattfand. Die Schlüsselfrage lautet: Kann eine schadhafte Reparatur an der druckschützenden Außenhülle zu der ggf. auch die Bugradklappe gehört der Auslöser gewesen sein?

    • Zunächst: die Auswertung der black boxes dauert nicht Monate oder mehr, sondern Tage oder längstens Wochen (falls sie beschädigt sind). Was lange dauern könnte ist allerdings eine öffenlichkeitsverträgliche Interpretation zu finden, um nicht gar die ganze A3xx Serie grounden zu müssen. Insofern haben die A3xx allerdings einiges an Vorgeschichte zu bieten.

      Der Unfall läßt an MH370 denken, einige Parallelen drängen sich da auf. In beiden Fällen könnte ein Kabelbrand im Cockpitbereich die Piloten erstickt haben. Im Falle MH370 ist es plausibel, daß die Crew noch auf Gegenkurs ging, um einen Notlandeplatz an Land zu erreichen, dann aber ausfiel und das Flugzeug per Autopilot das gesetzte heading plus Flughöhe beibehielt bis der Kraftstoff zu Ende war. Könnte so gelaufen sein, muß aber nicht.

      Im aktuellen Falle 4U9525 läßt die Sinkrate darauf schliessen, daß ein Notabstieg eingeleitet wurde bevor die crew ausfiel, der dann zwangsläufig im crash endete. Theoretisch möglich wäre auch ein gleichzeitiger Ausfall beider Triebwerke, da die Sinkrate etwa der Gleitzahl entspricht. Wie gesagt, theoretisch, denn die Wahrscheinlichkeit dafür ist vernachlässigbar.

      Die Autopsie der Unfallopfer wird erweisen, ob sie beim Aufschlag überhaupt noch am Leben oder bereits erstickt waren. RIP

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