Spielwaren Lego drückt den „Reset“-Knopf

Lego konnte sich in den vergangenen Jahren mit lizenziertem Plastikspielzeug wie „Star Wars“ vor dem Untergang retten. Dennoch schwenkt der Konzern auf Sparkurs um, die Geschäfte laufen wieder schlechter.
Update: 05.09.2017 - 13:45 Uhr 2 Kommentare

Mini-Männchen feiern Geburtstag – Legosteine werden 60

StockholmNun muss er es wieder richten: Jørgen Vig Knudstorp gilt als Krisenmanager, und als solcher hat er Lego, den größten Spielwarenkonzern Europas, 2004 vor dem Untergang gerettet. Nun muss er wieder ran. Zwar geht es dieses Mal nicht um das Überleben des Bauklötzchen-Produzenten, aber eine deutliche Kurskorrektur ist fällig. Denn die Geschäfte laufen erstmals seit vielen Jahren nicht mehr so, wie man sich das in der Firmenzentrale im dänischen Billund vorstellt. Deshalb muss der ehemalige Lego-Chef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende Knudstorp hart durchgreifen: Acht Prozent der Belegschaft, rund 1400 Mitarbeiter weltweit, werden bis zum Jahresende ihren Arbeitsplatz verlieren.
„Wir bedauern diesen Stellenabbau sehr. Er wird das Leben vieler unserer Mitarbeiter betreffen“, erklärte er. „Leider hatten wir aber keine andere Wahl, als diese schwere Entscheidung zu treffen“. Und: „Wir mussten den Reset-Knopf drücken“.
Was den Ex-Lego-Chef zu der im betulichen Dänemark äußerst drastischen Maßnahme greifen lässt, liest sich aus dem Halbjahresbericht des Familienunternehmen heraus: Im ersten Halbjahr sank der weltweite Umsatz auf 14,9 Milliarden Kronen (zwei Milliarden Euro). Das sind fünf Prozent weniger als noch im ersten Halbjahr 2016. Auch das Betriebsergebnis sank um sechs Prozent auf 4,4 Milliarden Kronen.

Die Erklärung des bislang erfolgsverwöhnten Managers für das schwächste Ergebnis seit über zehn Jahren: „Wir haben in den vergangenen Jahren eine immer komplexere Organisation aufgebaut. Sie könnte zu Stagnation oder Rückschritt führen“. Deshalb müssten Überschneidungen abgebaut und Managementebenen reduziert werden. „Wir müssen unser Wachstumspotenzial besser nutzen“, so Knudstorp.

Neben einer zu komplexen Organisationsstruktur mit weltweit 18.200 Mitarbeitern scheint der Konzern mit seinen neuen „Batman“-Produkten nicht ganz den Geschmack der Kunden getroffen zu haben. Händler berichten jedenfalls von einer schwachen Nachfrage nach dem durch den Film „The Lego Batman Movie“ inspirierten Sortiment. Besser läuft es dagegen für die „Star Wars“-Produkte, die zu den größten Umsatzbringern des Konzerns zählen.

Der Stellenabbau trifft Lego in einer Zeit, in der sich das vor 85 Jahren gegründete Unternehmen gerade neu aufstellt. Im vergangenen Monat teilte Knudstorp überraschend mit, dass sein erst Ende vergangenen Jahres angetretener Nachfolger als Lego-Chef, Bali Padda, zum 1. Oktober das Ruder schon wieder an Nils B. Christiansen abgibt. Es sei von vornherein so ausgemacht gewesen, versicherte Knudstorp und wies auf das Alter des 61-jährigen Padda hin. Der mit 51 Jahren deutlich jüngere Christiansen kommt vom dänischen Wärme- und Kältetechnik-Spezialisten Danfoss. Er gilt in seinem Heimatland als einer der erfolgreichsten Manager der vergangenen Jahre und muss sich nun gleich bei Amtsantritt am 1. Oktober auf schwierigere Zeiten beim Klötzchen-Konzern einstellen.

Aufsichtsratschef Knudstorp wurde vor über zehn Jahren in Dänemark als der Retter von Lego gefeiert, und insofern wird ihm auch zugetraut, die neue, deutlich kleinere Krise zu meistern. Es war der Computerspiel-Trend, der dem Familienunternehmen 2003/2004 zu schaffen machte. Waren es zunächst Pokemon-Bilder, die die Kinder stärker anzogen als die bunten Bauklötze, erwiesen sich später Gameboy und Playstation als Sieger im Kampf um die Gunst der kleinen Kunden. Dann kamen Tablets und Smartphones als neue Bedrohung. Lego versuchte sich darauf einzustellen und brachte hochtechnologische Roboter und Computerspiele heraus. Doch der Ausflug in die elektronische Welt misslang.

Rentabelster Spielwarenkonzern der Welt
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2 Kommentare zu "Spielwaren: Lego drückt den „Reset“-Knopf"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "„Wir bedauern es sehr, diesen Stellenabbau durchführen zu müssen, ...(blablablubb)“

    ...Gewinn -3% (auf rund 457 Mio Euro) bei Umsatz von rund 2Mrd EUR.

    Lego hat investiert - und nun sind Mitarbeite überflüssig. 8% werden jetzt entlassen - vermutlich werden weitere folgen.

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