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Spielwaren Letzte Woche vor Weihnachten entscheidet über den Erfolg der Spielwarenbranche

In der Adventszeit erzielt die Spielwarenindustrie 40 Prozent des Gesamtumsatzes. Doch der Erfolg des gesamten Geschäftsjahres ist von einer Bedingung besonders abhängig.
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Spielwarenbranche: Letzte Woche vor Weihnachten ist entscheidend Quelle: dpa
Heiße Phase für die Spielwarenbranche

Die Weihnachtszeit entscheidet über den Erfolg der Spielwarenindustrie.

(Foto: dpa)

NürnbergJetzt schlägt die Stunde der Spielwarengeschäfte. In der Adventszeit erzielen die Ladenbesitzer rund 40 Prozent vom Jahresumsatz. Viele Kunden warten allerdings bis zur letzten Minute ab, ehe sie einkaufen. „Die Woche vor Heiligabend ist für die Händler entscheidend“, sagte Joachim Stempfle vom Marktforscher NPD Group am Dienstag in Nürnberg.

Für die Geschäftsinhaber steigt damit das Risiko. „Stellen sie sich vor, an einem Tag ist Blitzeis“, sagte Spielwarenhändler Wieland Sulzer. Extrem schlechtes Wetter könne leicht darüber entscheiden, ob ein Jahr gut oder schlecht ausfällt für einen Händler.

Momentan allerdings sei die Stimmung prima, betonte Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren (BVS) vor Journalisten in Nürnberg. Die Branchenvereinigung rechnet für das laufende Jahr mit einem stabilen Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro. „Vielleicht gelingt uns sogar ein kleines Plus“, ergänzte der Manager.

Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Erlöse der Spielzeughändler stagnieren. Trotzdem sind die Ladenbesitzer zufrieden, denn die Branche bewegt sich auf hohem Niveau. Vor 2017 sind die Erlöse jahrelang kräftig gestiegen. Dazu kommt: Ein Rückgang ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. „Der Babyboom der letzten Jahre sorgt dafür, dass sich mehr heranwachsende Kinder mehr Spielzeug wünschen“, betonte Kahnt.

Bislang können sich die Geschäftsinhaber über das Jahr jedenfalls nicht beklagen. Zwischen Januar und Oktober sei der Umsatz der Spielwarenbranche hierzulande um 1,4 Prozent geklettert, haben die Marktforscher der NPD Group errechnet.

Das lag nicht zuletzt an der Puppenserie L.O.L Surprise. Den Experten zufolge war dies die in diesem Jahr am schnellsten wachsende Marke in Deutschland. Über 1,2 Millionen Packungen seien bis Ende Oktober hierzulande über die Ladentheken gegangen, sagte Stempfle. Er fügte hinzu: „L.O.L ist weltweit ein Renner.“ Die Püppchen würden auch das Weihnachtsgeschäft im Bereich der Sammelartikel dominieren, unterstrich Stempfle.

Die Hersteller gehen ebenfalls zuversichtlich gestimmt in die für sie wichtigste Zeit des Jahres. Ein Drittel der vom Herstellerverband DVSI befragten Mitglieder rechne mit einem besseren Geschäft als vergangenes Jahr, sagte Geschäftsführer Ulrich Brobeil. Nur 13 Prozent würden niedrigere Umsätze erwarten. „Die Branche wird ihren Umsatz 2018 moderat steigern“, prophezeit der Manager. Der DVSI vereint Konzerne wie Lego, aber auch Mittelständler wie Playmobil. Auch fürs kommende Jahr prognostizieren die Produzenten ein Umsatzplus.

In den Geschäften ist derweil wenig Überraschendes zu entdecken. „Die Kids wünschen sich in erster Linie klassisches Spielzeug – es muss nicht immer Elektronik dabei sein“, erläuterte Kahnt. Modelleisenbahnen und Pferde seien dieses Jahr wichtige Themen. Davon profitieren etablierte Marken wie Lego, Playmobil, Schleich und Märklin. Gleichwohl, so ganz ohne Rechenpower im Spielzeug geht es dann häufig doch nicht. Zu den Bestsellern gehören dieses Jahr laut BVS ein Robo-Chamäleon, die Puppe „Luvabella“, die Sprechen lernt, sowie kleine Finger-Äffchen, die zuhören, wenn die Kinder mit ihnen reden.

Die mit Abstand beliebteste Marke hierzulande ist seit Jahren Lego, und daran hat sich auch im bisherigen Verlauf des Jahres nichts geändert. Unter den zehn umsatzstärksten Artikeln im Oktober stammten sechs von dem dänischen Klötzchen-Konzern. Der Bestseller war allerdings L.O.L, es folgte auf Rang zwei eine Puppe von Babyborn.

Händler Sulzer rät allen Kunden, möglichst früh einzukaufen, selbst wenn kein gefrierender Regen angesagt ist: „Irgendwann sind die begehrten Produkte ausverkauft“, warnt der Ladenbesitzer.

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