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Spielwarenbranche Lego-Chef Niels Christiansen digitalisiert die Klötzchenwelt

Als der Manager 2017 zu Lego kam, war der größte Spielwarenhersteller der Welt in desolater Verfassung. Nun hat er die Wende geschafft.
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Der Manager hat Lego von Bürokratie befreit und Hierarchien beschnitten, um den Konzern wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Quelle: AFP
Niels Christiansen

Der Manager hat Lego von Bürokratie befreit und Hierarchien beschnitten, um den Konzern wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Früher arbeite er bei McKinsey und dann beim Kältetechnikspezialisten Danfloss. Damals wäre Niels Christiansen nicht im Traum eingefallen, dass er es beruflich einmal mit Spielzeug zu tun bekommen würde.

Doch als er im Oktober 2017 das Reich der bunten Klötze und lustigen Figuren übernahm, war das alles andere als ein Kinderspiel: Lego befand sich in einer tiefen Krise, der Umsatz war eingebrochen, 1.400 Mitarbeiter – acht Prozent der Belegschaft – mussten gehen.

Wenn der größte Spielwarenhersteller der Welt an diesem Dienstag seine Halbjahreszahlen vorstellt, wird das wohl auch ein Abschied von der Flaute sein. Niels Christiansen, der hochgewachsene Manager mit den rotblonden Haaren, hat das Unternehmen aus dem dänischen Billund durchgerüttelt, hat es von Bürokratie befreit, hat Hierarchien beschnitten, Entscheidungsprozesse beschleunigt.

Ihm gelang ein umfassender Neuanfang, dessen Dynamik bereits im vergangenen Jahr langsam zu wirken begann. 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 1,08 Milliarden Euro, das waren 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der 53-jährige Däne, Vater zweier erwachsener Kinder, dämpft dennoch die Erwartungen. Wichtig sei für ihn nicht die schnelle Erfolgsbilanz, sondern das nachhaltige Wachstum, sagte er kürzlich. Dass es dabei auch um Tempo geht, ist für ihn kein Widerspruch. Er weiß: einfach aus Noppen-Bausteinen die Welt nachbilden – das ist im 21. Jahrhundert zu wenig.

Mit seiner ersten Kollektion steckt Christiansen mitten in der digitalen Revolution. Konsequenter als bisher verknüpft er die Klötzchen mit dem Cyberspace. Ein Beispiel ist Lego Boost, eine App, mit der Kinder individualisierte Roboter bauen können. Christiansen hat das Prinzip des Ausprobierens mitgebracht in die neue High-Tech-Welt. Es gehe darum, die Angst vor dem Scheitern zu verlieren, sagt er.

Die Methode „Versuch – Irrtum“ macht Christiansen gerade zum Siegertypen. Dass berufliches Scheitern in der Lego-Chefetage aber durchaus eine Option ist, hatte sein Vorgänger Bali Padda erfahren müssen. Der stand nur knapp ein Jahr an der Spitze des Unternehmens, weil er dem desaströsen Geschäftsjahr 2017 wenig entgegenzusetzen hatte. Patriarch Kjeld Kirk Kristiansen, Enkel von Lego-Gründer Ole Kirk Christiansen, hatte schlicht das Vertrauen in ihn verloren.

Mehr: Nach dem schwachen Jahr 2017 geht es für Lego wieder bergauf. Die Verkaufszahlen steigen – der Firmenchef kündigt eine Innovationsoffensive an.

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