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Carrera-Bahn

Der Umsatz des Unternehmens ging im vergangenen Jahr von 110 Millionen Euro auf 103 Millionen zurück.

(Foto: imago stock&people)

Spielwarenmesse Carrera versucht es nach Händler-Pleiten mit eigenen Pop-up-Stores

Händlerpleiten machen der Spielzeugbranche schwer zu schaffen. Der Rennbahnhersteller will daher im nächsten Weihnachtsgeschäft temporäre Läden eröffnen.
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NürnbergEine große Spielwarenkette nach der anderen musste im vergangenen Jahr aufgeben. Vor allem die Pleite des US-Konzerns Toys 'R' Us traf die Spielwarenhersteller hart, weil ihnen auf einmal einer der weltweit wichtigsten Abnehmer fehlte.

Carrera-Chef Andreas Stadlbauer schlägt deshalb jetzt einen ganz neuen Weg ein. Der Eigentümer der legendären Rennbahnmarke will im kommenden Weihnachtsgeschäft erstmals in größerem Stil temporäre Läden eröffnen, sogenannte Pop-up-Stores.

„Es ist ganz klar, dass wir uns verändern müssen“, sagte Stadlbauer dem Handelsblatt im Vorfeld der Spielwarenmesse in Nürnberg. Bis zu ein Dutzend Kurzzeit-Geschäfte möchte der Unternehmer in Deutschland und Österreich betreiben, jeweils mit einem lokalen Partner. Ein Test in einem Kaufhaus in Graz im vergangenen Advent hätte gezeigt, dass die Verkaufszahlen zweistellig steigen würden.

So will Stadlbauer dafür sorgen, dass die Rennbahnen trotz des Händlersterbens in den Innenstädten sichtbar bleiben. Weil die Spielwarenbranche gut ein Drittel vom Umsatz in der Adventszeit erzielt, sind Pop-up-Stores ideal für Hersteller wie Carrera.

Zudem sei es sehr attraktiv, die Bahnen in Aktion zu zeigen und die Kundschaft zum Mitmachen zu animieren. Sein Vorstoß aber ist umstritten. Der Spieleverlag Ravensburger wolle keine eigenen Geschäfte eröffnen, sagte Vorstandschef Clemens Maier in Nürnberg.

Stadlbauer steht unter Druck, denn seine Unternehmensgruppe aus der Nähe von Salzburg ist vergangenes Jahr geschrumpft. Der Umsatz ging von 110 Millionen Euro auf 103 Millionen Euro zurück. Das Kerngeschäft mit Rennbahnen sei zwar stabil gewesen, erläuterte Stadlbauer.

Er habe jedoch eine Puppenkollektion unter dem Namen „Schildkröt“ eingestellt, das habe zu geringeren Erlösen geführt. Zudem gehört ihm noch die Marke „Pustefix“.

Die gesamte Spielwarenbranche in Europa hatte vergangenes Jahr zu kämpfen. Der Spielwarenhandel in Deutschland schnitt den Marktforschern der NPD Group zufolge mit einem Umsatzplus von zwei Prozent zwar noch gut ab. In andern Ländern hätten Eltern und Großeltern hingegen gespart. In Großbritannien ist der Umsatz laut den Experten um zwölf Prozent eingebrochen, in Frankreich um fünf Prozent.

Carrera-Chef erwartet bessere Geschäfte

Das bekamen auch wichtige Konkurrenten von Carrera zu spüren. So schrumpften etwa die Erlöse der Fürther Simba-Dickie-Gruppe 2018 um mehr als vier Prozent auf 616 Millionen Euro. Zu der Familienfirma gehören bekannte Marken wie Schuco, Majorette oder der Bobby-Car-Hersteller Big.

Carrera-Besitzer Stadlbauer hatte zudem Pech mit einer seiner wichtigsten Neuheiten im vergangenen Jahr. Stadlbauer wollte eine Kamera in seine Miniatur-Boliden einbauen. Über eine Computerbrille sollten die Fans die Rennen live aus der Fahrerperspektive miterleben.

Er musste das Vorhaben wegen der neuen Datenschutzverordnung aber stoppen und die Autos umbauen. So kommt die Neuheit erst 2019 in die Läden. „Viele Fans hatten die Rennwagen vorbestellt“, ärgert sich Stadlbauer. Immerhin: Seine junge Linie „Carrera First“ sei sehr gut angekommen. Von den Sets für Vorschulkinder habe er mehr als eine halbe Million verkauft.

Die Serie für Kleinkinder ist einer der Hoffnungsträger des Spielwarenherstellers. Quelle: Joachim Hofer
„Carrera First“

Die Serie für Kleinkinder ist einer der Hoffnungsträger des Spielwarenherstellers.

(Foto: Joachim Hofer)

Fürs laufende Jahr ist Stadlbauer zuversichtlich. „Ich erwarte ein wesentlich besseres Geschäft“, unterstrich er. Der Unternehmer setzt große Hoffnungen in die Spielwarenmesse in Nürnberg, die an diesem Mittwoch beginnt. Hier zeigt Stadlbauer unter anderem eine Weiterentwicklung der Kleinkind-Serie „Carrera First“.

Der Wettbewerb ist allerdings hart. Das zeigt sich allein schon an der gewaltigen Zahl der Aussteller auf dem weltweit wichtigsten Branchentreff: 2886 Firmen zeigen bis kommenden Sonntag rund eine Million Artikel.

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