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Spielwarenmesse Nürnberg Europa spart an Spielwaren – nur Deutschland bleibt ein Wachstumsmarkt

In vielen europäischen Ländern ist der Spielwarenumsatz vergangenes Jahr gesunken. Der wichtigste Branchentreff weltweit soll nun für neue Impulse sorgen.
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Spielwaren: Europa spart, Deutschland bleibt Wachstumsmarkt Quelle: obs
Messechef Ernst Kick präsentiert Spielwaren-Neuheiten

Die exportorientierten deutschen Hersteller spüren die Flaute.

(Foto: obs)

NürnbergNach Weihnachten ist vor Weihnachten. Gerade erst ist die wichtigste Zeit der Spielwarenbranche zu Ende gegangen. Bei der Spielwarenmesse in Nürnberg, dem größten Branchentreff weltweit, dreht sich allerdings schon in der kommenden Woche wieder alles um die Geschenke, die dieses Jahr an Heiligabend unter dem Christbaum liegen könnten.

Die Veranstalter feiern das 70. Jubiläum der Messe. Die Aussteller sind aber nicht in Champagnerlaune. In vielen wichtigen europäischen Ländern ist das Geschäft mit Modellbahnen, Puppen und Puzzles vergangenes Jahr zurückgegangen, der Wettbewerb ist entsprechend hart. Das zeigt sich allein schon an der gewaltigen Zahl der Aussteller in Nürnberg: 2886 Firmen zeigen ihre Waren.

Die Kinder in Deutschland kamen vergangenes Jahr vergleichsweise gut weg: Der Spielwarenhandel verbuchte den Marktforschern der NPD Group zufolge ein Plus von zwei Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro. Damit ist 2018 besser gelaufen, als die Ladenbesitzer noch im Advent erwartet hatten.

„Der Spielwaren-Boom hatte im Vorjahr eine Pause eingelegt. Umso mehr freuen wir uns, dass die Deutschen zuletzt wieder mehr für Spielwaren ausgegeben haben“, sagte Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren.

Deutschland sei „der erfolgreichste europäische Markt“, erläuterte NPD-Group-Analyst Joachim Stempfle am Donnerstag in Nürnberg. In andern Ländern hätten Eltern und Großeltern hingegen gespart. In Großbritannien sei der Umsatz um zwölf Prozent eingebrochen, in Frankreich um fünf Prozent.

Die ausgesprochen exportorientierten deutschen Spielwarenhersteller spüren die Flaute. 2018 sei ein „befriedigendes“ Jahr gewesen, mehr aber auch nicht, sagte Fabrikant Paul Heinz Bruder dem Handelsblatt. Der Umsatz der Spielwarenfabrik Bruder aus Fürth sei leicht auf knapp 80 Millionen Euro gestiegen. „Unter den Umständen bin ich zufrieden“, betonte der Unternehmer, der Kunststoffmodelle von Baggern, Lastern oder Traktoren für Kinder zwischen drei und sieben Jahren verkauft.

2018 sei von Unsicherheiten geprägt gewesen, vor allem in dem für Bruder und viele andere deutsche Spielwarenhersteller wichtigen europäischen Ausland. Bruder erwirtschaftet 70 Prozent vom Umsatz jenseits der deutschen Grenzen. Es sei schon zu spüren gewesen, dass die Wirtschaft in Italien oder Frankreich nicht richtig rund laufe, bedauert Bruder.

Dazu komme die Pleite des US-Händlers Toys"R"Us, die sich auch in Europa bemerkbar gemacht habe. „Im deutschsprachigen Raum liegen wir hingegen im Plus“, unterstrich der Fabrikant und bestätigte damit die Zahlen der Marktforscher. Bruder beschäftigt in Fürth 500 Mitarbeiter und in einem Werk im tschechischen Pilsen gut 100 Leute.

Auf der Spielwarenmesse stellt Bruder sogenannte Themenwelten vor, also Zubehör, etwa für einen Pferdestall, die Motorradwerkstatt oder den Krankenwagen. „Davon erhoffe ich mir gute Zuwächse“, betonte Bruder. Trotzdem bleibt der Franke zurückhaltend und plant erst einmal mit einem Umsatzplus von lediglich drei Prozent.

Denn an der turbulenten wirtschaftlichen Lage hat sich ja nichts geändert. Vor allem der Brexit könnte den deutschen Spielwarenherstellern schaden. Ein schwaches britisches Pfund könne das Geschäft in Großbritannien zum Erliegen bringen. Denn dadurch wird das Spielzeug aus der Bundesrepublik für die Briten teurer, womöglich zu teuer, fürchtet Bruder: „Wenn es keine politische Lösung gibt, bricht der ganze Markt weg.“

Das sind die wichtigsten Trends des Jahres

Bruder und seine Konkurrenten werden vom kommenden Mittwoch an in Nürnberg Kunden aus der ganzen Welt treffen. Wie immer ist das Messegelände voll ausgebucht.

Drei Trends haben die Veranstalter dieses Jahr ausgemacht: Erstens: Bewegungsspiele als Ausgleich zu den vielen Stunden, die Kinder mit Smartphones und Computern verbringen. Zweitens: Überraschende Spielerlebnisse. Vergangenes Jahr waren bereits die LOL-Surprise Puppen der Renner im Handel, sie sind üppig verhüllt und machen allein schon das Auspacken zum Erlebnis.

Überraschend seien aber auch die neuen Barbie-Puppen, die einen Duft entfalten oder deren Kleider sich bemalen lassen.

Drittens: Spielzeug für Kidults, also für junggebliebene Erwachsene, etwa Sammlerobjekte wie Lego Technic oder Spiele mit künstlerischem Anspruch.

Was sich tatsächlich verkauft, werden Händler und Hersteller allerdings wieder erst so richtig im Advent erfahren. Einen großen Teil vom Umsatz erzielt die Branche in den Wochen vor Weihnachten. Ordern müssen die Geschäftsinhaber allerdings schon bald, nachdem sie die Neuheiten in Nürnberg begutachtet haben.

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