Spielzeug zu Weihnachten An den Kindern wird nicht gespart

Gute Aussichten für Lego, Playmobil und Co: Die Spielwarenbranche steuert auf einen neuen Rekord zu. Angesichts des Geburtenbooms in Deutschland rechnet die Industrie auch in den nächsten Jahren mit einem boomenden Geschäft.
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Spielwaren verkaufen sich nach wie vor gut. Vor allem der dänische Klötzchenkonzern Lego ist bei den Kindern beliebt. Quelle: dpa
Lego bleibt der Liebling

Spielwaren verkaufen sich nach wie vor gut. Vor allem der dänische Klötzchenkonzern Lego ist bei den Kindern beliebt.

(Foto: dpa)

NürnbergKaum eine Branche wächst so stark wie sie Spielzeugindustrie. Seit 2013 geht es jedes Jahr aufwärts, zeigt die Absatzstatistik. Falls Hersteller und Händler mit ihrer Einschätzung richtig liegen, dann werden die Deutschen auch dieses Jahr wieder mehr Geld für Puppen, ferngesteuerte Autos und Bauklötze ausgeben. „Wenn alles super läuft, dann könnten wir auf ein Umsatzplus von zwei Prozent kommen“, sagte Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands der Spielwarenhändler (BVS), an diesem Dienstag in Nürnberg.

Selbstverständlich ist das Plus nicht. In den vergangenen vier Jahren ist der Umsatz der Händler bereits um fast ein Fünftel gestiegen, von rund 2,6 Milliarden Euro auf gut 3,1 Milliarden vergangenes Jahr. Doch Fischel hat eine Erklärung, warum Eltern und Großeltern, Tanten und Onkels so spendabel sind: „Wer einen sicheren Arbeitsplatz hat, spart nicht bei den Spielzeug-Geschenken für die Kleinsten.“

Rund 290 Euro pro Kind werden die Deutschen dieses Jahr für Spielzeug ausgeben. Das sind zwölf Euro mehr als im Schnitt der großen westeuropäischen Märkte. Entscheidend für Händler und Produzenten sind die Monate November und Dezember: 40 Prozent vom Umsatz erzielt die Industrie in den Wochen vor Weihnachten sowie zwischen den Jahren. Der stärkste Tag dürfte dieses Jahr nach Ansicht des BVS-Chefs Fischel der 23. Dezember werden, also der Samstag vor Heiligabend. Da sei mit einem regelrechten Ansturm der Konsumenten zu rechnen.

Diese Spielzeuge landen auf dem Wunschzettel
Platz 10: Street Magic
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Bis Weihnachten ist es nicht mehr lang – daher hat der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) die Top-10 der Spielwaren in diesem Jahr gekürt. Das Ranking zeigt: Zum Fest dürften einige Kinderwünsche die Nerven der Eltern strapazieren. So schaffen es der Zauberkoffer der Ehrlich Brothers, ein deutsches Showmagier-Duo, auf Platz zehn der Top 10 Spielwaren 2017. Darin finden sich unter anderem 40 Zaubertricks, Zauberhandschellen und ein Zauberportemonnaie. In Videos erzählen die beiden Magier mit Steckdosenfrisuren, wie die Zaubertricks funktionieren. Der Spielwarenhersteller Clementoni verlangt dafür 49,99 Euro.

Platz 9: Riesige Bergmine
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Was im Ruhrgebiet an den meisten Orten längst Geschichte ist, lässt sich nun im Kinderzimmer nachspielen: Die Riesenbergmine von Hape International, mit Kran und Förderband und Bahngleisen über mehrere Ebenen, ist für Kinder ab drei Jahren geeignet. Kostenpunkt: 179,99 Euro.

Platz 8: Dschungel-Forschungsstation
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Wer davon träumt, sein Leben in einer Hütte mit einem Orang-Utan und menschenfressenden Tiere zu verbringen, der könnte an dieser Dschungel-Forschungsstation von Schleich auf Platz acht Interesse haben. Unklar ist, wie diese Szene aus Baby-Elefant, Panther und Krokodil ausgeht. Vermutlich werden sich alle Tiere von der Suppe nehmen, die gerade über dem Feuer hängt und einen Plan aushecken, wie sie den Menschen loswerden können. Preis 99,99 Euro.

Platz 7: VR-Racer
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Der VR-Racer kombiniert ein ferngesteuertes Spielzeug-Rennauto mit Virtueller Realität. Eine Kamera auf dem Dach des Autos überträgt das Bild live auf die VR-Brille, sodass sich Kinder ab acht Jahren fühlen, als säßen sich im Cockpit. Zudem lernen die jungen Rennfahrer früh die Mühen der Elektromobilität kennen: Der VR-Racer ist zwar schnell, muss aber länger an der Steckdose hängen als er fahren kann. Dafür verlangt der Hersteller Revell 109,00 Euro.

Platz 6: Schwerkraft erleben
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Dass das Marmeladenbrot meistens auf der Marmeladenseite landet, soll an der Höhe des Tisches liegen, munkeln Schwerkraftforscher. Wer sich für die Erdanziehungskraft unserer Erde interessiert, der könnte Spaß am Katapult und der Gauß-Kanone haben, die sich in diesem Gravitationsspiel befinden. Im Vergleich zur Dschungel-Forschungsstation sieht es recht steril aus, aber dafür wird hier auch solide Grundlagenforschung betrieben.

Platz 5: Playmobil Dragons
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Drachen und Burgen scheinen im Kinderzimmer nie auszusterben. Playmobil schielt mit seiner Drachenwelt im Wikinger-Thema auf die Fans der Animationsfilmreihe „Drachenzähmen leicht gemacht“. Die Wikinger auf Schuppentieren gibt es ab 12,49 Euro – für die komplette Drachenwelt verlangt Playmobil 124,99 Euro.

Platz 4: LEGO-City Dschungel-Forschungsstation
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„Dschungel“ und „Forschung“ zum Zusammenbauen landen auf Platz vier. Sei es ein Flugzeugwrack, ein Tempel, eine fleischfressende Riesenpflanze oder ein Mann mit einer Machete: Filmheld Indiana Jones hätte sich in dieser Lego-Welt sichtlich wohlgefühlt. Kostenpunkt: 99,99 Euro.

Vom Spielwarenboom hat in den vergangenen Jahren zuvorderst Lego profitiert. Fast jeden fünften Euro erwirtschaften die Händler hierzulande inzwischen mit dem dänischen Klötzchenkonzern. Auch dieses Jahr sind die Skandinavier bislang weit vorn, im Oktober stammten sieben der zehn meistverkauften Artikel von Lego. Dennoch liegt der Umsatz des Familienunternehmens in den ersten zehn Monaten um zwei Prozent unter Vorjahr, haben die Marktforscher der NPD Group ermittelt. Das könnte sich aber noch ändern, denn Lego ist der größte Lizenznehmer des Sternenepos „Star Wars“, und im Dezember kommt der neue Film dazu in die Kinos. Das dürfte für einen Schub sorgen.

Die aufstrebenden Stars im Handel sind dieses Jahr bislang zwei Mittelständler: Zapf und Schleich. Die Händler haben mit den Puppen von Zapf und den Pferdewelten von Schleich jeweils ein Umsatzplus von mehr als einem Fünftel erzielt. Playmobil kommt auf einen Zuwachs von sechs Prozent. 

Achtung, die Weihnachts-Shopper kommen!

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