Spitzenreiter in Europa Deutschland ist Teleshopping-Weltmeister

Kunden aus Deutschland bestellen europaweit die meisten Waren bei Teleshopping-Sendungen. Mit einem Branchenumsatz von fast 2 Milliarden Euro ist der langjährige Spitzenreiter Großbritannien geschlagen.
Update: 21.06.2017 - 08:47 Uhr Kommentieren
Neben den Teleshopping-Marktführern QVC und HSE24 seien in Deutschland etwa 15 weitere Sender aktiv. Quelle: dpa
QVC

Neben den Teleshopping-Marktführern QVC und HSE24 seien in Deutschland etwa 15 weitere Sender aktiv.

(Foto: dpa)

VenedigNirgendwo sonst in Europa bestellen Kunden so viele Waren vor dem laufenden Fernseher wie in Deutschland: Mit einem Branchenumsatz von rund 1,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr liegt die Bundesrepublik beim Teleshopping vor dem langjährigen Spitzenreiter Großbritannien. Das teilte der Vorstandschef der europäischen Home-Shopping Organisation ERA, Julian Oberndörfer, anlässlich der Messe „Electronic Home Shopping Conference“ in Venedig mit, die noch bis diesen Donnerstag (22.6.) dauert. „Der Branche geht es gut“, sagte Oberndörfer. Neben den Marktführern QVC und HSE24 seien in Deutschland derzeit etwa 15 weitere Sender aktiv.

Laut einer zur Konferenz vorgelegten Studie des Berliner Beratungsunternehmens Goldmedia werden rund 40 Prozent der in Europa erwirtschafteten Umsätze im Teleshopping in Deutschland erzielt. Zusammen mit Großbritannien entfielen damit gut zwei Drittel (67,6 Prozent) des Gesamtumsatzes der Branche von knapp 4,8 Milliarden Euro allein auf die beiden Hochburgen.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

Platz 9: Prada Group
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Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

Platz 8: Next
3 von 10

Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

Platz 6: Primark
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Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

Hauptkunden der Branche seien mit großer Mehrheit Frauen im Alter von über 50 Jahren, sagte Goldmedia-Analyst Mathias Birkel. Gekauft würden häufig Produkte, „die eine Lösung für ein Problem bieten, von dem man vorher gar nicht wusste, dass man es hatte“, so der Experte. Bestellt würden vor allem Waren für den Haushalt, Kleidung, Fitnesszubehör und Schmuck.

Etwa jeder zweite Kunde bestelle mindestens ein Mal im Monat. So genannte „heavy user“ griffen auch mehrmals in der Woche zu. Das Erfolgsrezept der Sender - gerade in Deutschland - sei dabei eine möglichst persönliche Ansprache der Kunden durch die Moderatoren und auch durch die speziell geschulten Mitarbeiter der Callcenter.

Trotz des eher höheren Alters ihrer Kunden müsse die Branche keine Nachwuchsprobleme fürchten. Die Klienten wüchsen nach, meint Birkel. Erwartet werde ein Wachstum der Branche von drei bis vier Prozent in den kommenden Jahren. Ein Ende des Booms sei derzeit nicht in Sicht. Stark wachsende Märkte seien etwa Russland und Italien.

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  • dpa
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